Schonach rettet Ringwalds Museum: Ein Herzenswunsch des Meisterschülers

Das Ringwald-Museum in Schonach zeigt auch das Paar auf dem Sockel des sogenannten Liebesbrunnens. Der Schonacher Bildhauer Klaus Ringwald gestaltete ihn aus Bronze und Gusseisen für die Stadt Karlsruhe.
Erika Rapthel-Kieser- Schonach rettete das unvollendete Klaus-Ringwald-Museum und führte es zur Öffnung.
- Nach Ringwalds Tod am 29. November 2011 stoppte der Bau, das Gebäude war im Rohbau.
- Stiftung, Kuratorium und Kulturkreis vereinten Kräfte – Firmen und Sponsoren halfen.
- Das Museum zeigt drei Ebenen: „Köpfe und Viecher“, „Kunst im öffentlichen Raum“ und „Sakrale Kunst“.
- Führungen finden regelmäßig statt – Konzerte und Matineen ergänzen das Programm.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Dazu hatte der im Ort als knorrig und eigenwillig geltende Schonacher zu seinen Lebzeiten bereits einen Platz am Waldrand, direkt neben seinem Atelier im Alfred-Feudel-Weg 12 auserkoren und das Grundstück erworben. Eigens dazu war sogar eine Stiftung gegründet worden.
Die Bauarbeiten für das Klaus-Ringwald-Museum in Schonach hatten in den Jahren 2007 und 2008 begonnen. Aber das mit so viel Herzblut geplante Gebäude steht im November 2011 erst im Rohbau und nach dem Tod des Künstlers wird sofort ein Baustopp verhängt.
„In der Stiftung und im Kuratorium waren alle geschockt. Wir standen ratlos da, keiner wusste, wie es jetzt weitergehen soll. Das Projekt hing am seidenen Faden“, erzählt der Schonacher Hobbyhistoriker Arnold Kuner im Gespräch mit unserer Redaktion. Er ist mittlerweile selbst Stiftungsmitglied, organisiert Führungen und erinnert sich bei einem Rundgang durch das Museumsgebäude sehr lebhaft an die Erzählungen der Altvorderen.
Gemeinsam für Ringwald: Schonach krempelt die Ärmel hoch
„Das Dach war gerade fertig geworden, die großen, schrägen Fenster, die für viel Licht sorgen, eben eingebaut.“ Das aber schien das Desaster nur noch sichtbarer zu machen. „Alles war staubig, Schubkarren und Schaufeln standen neben Styroporresten und verstreutem Werkzeug. Der Boden für die drei Etagen war zwar eingebaut, aber nur notdürftig abgedeckt“, berichtet Kuner.

Die Ausstellung im Schonacher Alfred-Feudel-Weg 12 gewährt auch einen Blick in das Atelier des Künstlers Klaus Ringwald. Sie lässt Besucher fast teilhaben am Schaffensprozess des Ausnahmekünstlers. Die Werkbank ist erhalten, das Werkzeug darauf sauber aufgereiht.
Erika Rapthel-KieserDann aber zeigte sich Schonach geschlossen und entschlossen. Im Stiftungsrat und im Kuratorium, zu dem auch Simon Ringwald, der Sohn des Künstlers, gehört, hatte es einen Generationswechsel gegeben. Die Menschen der Stiftung, des Kuratoriums und des Schonacher Kulturkreises krempelten gemeinsam die Ärmel hoch. Mit dabei: Handwerksbetriebe und Firmen, große und kleine Unternehmer, viele Sponsoren.
Das erklärte Ziel: „Wir machen daraus etwas, das man herzeigen kann.“ Da wurde gefegt, gesäubert und geputzt, da wurden sich viele Gedanken zur Präsentation der Kunstwerke und ihrer Zusammenstellung gemacht. Den letzten Herzenswunsch des großen und berühmten Schonachers wollten die Bürger ihm erfüllen. Sein Werk zusammenzuhalten und es würdig am Heimatort zu präsentieren. Mittlerweile ist das Museum zwar längst geöffnet, aber da im Gebäude manches bis jetzt nicht ganz fertig daherkommt, hat es einen ganz besonderen Charme.

Der sitzende Christus, der "Welcoming Christ", zählt zu den Hauptwerken des Schonacher Bildhauers Klaus Ringwald. Er schuf die Figur für die Kathedrale im englischen Canterbury.
Erika Rapthel-KieserBoden und Wände aus Beton sind teilweise unverputzt und nicht gestrichen und scheinen damit den Kontrast zur Präzision und Akkuratesse des ausgestellten künstlerischen Werkes noch zu betonen. Regelmäßig gibt es Führungen. Aber auch Matineen oder Konzerte finden in dem Museum statt. Die drei Ebenen sind unterteilt in drei Themenbereiche: „Köpfe und Viecher“, „Kunst im öffentlichen Raum“ und „Sakrale Kunst“.
Sie lassen deutlich werden, welch scharfer und unbestechlicher Beobachter Klaus Ringwald war. Er verfügte über jenen Blick, der tief hinein ins Seelenleben der Menschen ging. Ringwald war einer, der mit der ihm eigenen unbeugsamen Charakterstärke nach außen kehrte, was so manch einer der dargestellten Zeitgenossen lieber verborgen hielt.
Der Werdegang des Meisterschülers
Das Talent des Schonacher Bildhauers Klaus Ringwald wurde früh erkannt. Er absolvierte nach seiner Volksschulzeit eine Lehre als Schnitzer, legte die Gesellenprüfung ab und ging dann an die Kunstschule Wolkenstein ins Grödnertal in Südtirol. Danach war er in München zwei Jahre bei Karl Bauer, wurde schließlich Meisterschüler beim Professor Hans Wimmer in Nürnberg. Er reiste gern und viel, kam jeweils mit neuen Eindrücken aus Frankreich, Spanien, Griechenland, Italien, aber auch China, Indien und Ägypten zurück. Während er seine Kunst schuf, lief meist klassische Musik in seinem Atelier. Dem Schwarzwald und der Natur dort gehörte immer sein Herz, öfter signierte er Werke mit „Klaus vom Wald“. Markante Arbeiten von Klaus Ringwald sind unter anderem der Brunnen auf dem Hechinger Marktplatz, die Türen des Villinger Gotteshauses, die Geschichtsstele in Bad Säckingen oder die Chorräume der Kirchen in Karlsruhe-Mühlburg, Singen, Mannheim und Staufen.
Persönlichkeiten und Prominente wie Heiner Geißler, Carlo Schmidt, Lothar Späth oder Edith Stein hat der Bildhauer portraitiert. Viele von ihnen kamen dazu in sein Atelier nach Schonach, einige wurden zu Freunden. Es ist ein Verdienst der Schonacher Macher, dass das Museum die Reihenfolge des Arbeitsablaufes so deutlich macht. Der ganze Aufwand vom Entwurf über die Arbeit am Gips oder am Ton, an der Bronze oder dem Material aus Eisen wird lebendig nacherzählt.
Am 4. Dezember steht im Schonacher Klaus-Ringwald-Museum das nächste Konzert an. Es gastiert das Hammer Twinted. Führungen für Gruppen oder Einzelpersonen können über die Klaus-Ringwald-Stiftung jederzeit vereinbart werden.