Schönwald erhöht Beiträge
: Kinderbetreuung wird erneut teurer

Eltern müssen für das KiFaZ St. Antonius in Schönwald mehr bezahlen. Dort gibt es außerdem kurzfristig Engpässe. Doch die Verantwortlichen haben einen Plan.
Von
Hans-Jürgen Kommert
Oberndorf
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Wie auch bei den Kinderbetreuungseinrichtungen im Umland geht der Gemeinderat Schönwald die Gebührenerhöhung für das KiFaZ St. Antonius mit.

Hans-Jürgen Kommert

Kindergartenleiterin Gabi Hirt, eigentlich bereits im Ruhestand, besuchte den Gemeinderat, um über die Kindergartenbeiträge für das kommende Kindergartenjahr zu sprechen. Auch der kommissarische Leiter Lars Haas war erneut mit von der Partie.

Hirt informierte über das Thema KiFaZ, denn das ist der neue Name von St. Antonius: Der frühere Kindergarten ist jetzt „Kinder- und Familien-Zentrum“, mit entsprechenden Vorteilen. Zusätzlich gibt es Förderungen – mehr als 20 000 Euro, verteilt auf vier Jahre, wobei je 10 000 Euro in den ersten beiden Jahren anfielen.

Daneben stellte Hirt wieder eine Bedarfsumfrage vor, die in den vergangenen Jahren häufig zu Kindergartenerweiterungen führte. Dies soll mit einer Interimslösung umgangen werden, da sich laut vorliegenden Zahlen die Lage bereits ab dem Folgejahr entspannen soll.

„Wir haben inzwischen ein umfangreiches Instrumentarium, das es ermöglicht, einer Erweiterung entgegenzuwirken, wenn sich die hohe Kinderzahl aller Voraussicht nach nur kurzfristig hält, was hier voraussichtlich der Fall sein wird“, klärte sie auf.

Eine weitere Zusatzkraft

95 Plätzen stünde kurzzeitig ein Bedarf von 116 Kindern entgegen. Dies wolle man mit einer altersgemischten Kleingruppe im Sportraum sowie der Möglichkeit, kurzzeitig Überkapazitäten zu nutzen, in den Griff bekommen. Allerdings müsse man damit eine Zusatzkraft einstellen – dem stimmte das Gremium zu.

Erneut erhöht werden die Elternbeiträge. Der Gemeindetag gibt Empfehlungen dazu ab. Wie bereits in anderen Kommunen stellte man die Erhöhung vor – 7,3 Prozent, nachdem es im Vorjahr bereits 7,5 Prozent waren. Bei unter Dreijährigen ab einem Jahr wird der Beitrag erneut um 8,5 Prozent steigen. „Wir liegen hier noch immer deutlich unter dem normalen Beitragsniveau. Wenn wir hier nur die Empfehlung berücksichtigen, klafft die Schere zwischen dem allgemeinen und unserem Beitrag stetig weiter auseinander“, begründete Bürgermeister Wörpel.

Gut mit dem Job vereinbar

Für die Bedarfsumfrage verschickte der Kindergarten 150 Fragebögen. Mit 117 Antworten (78 Prozent) war die Zahl erfreulich hoch. Der Kindergarten ist an 32 Tagen im Jahr geschlossen, was die deutliche Mehrzahl mit 74 Prozent als mit dem Job vereinbar sehen, für gut neun Prozent seien es zu viele Schließtage.

Wünsche gehen auseinander

Was die täglichen Öffnungszeiten anbetrifft, gehen die Wünsche auseinander. Künftig ist die Kita von 7.15 bis 14 Uhr geöffnet. Manche wünschen sich früheres Öffnen, was aber personell nicht darstellbar sei, obwohl alle Stellen wieder besetzt seien, denn ab September werde es „sehr eng“.

Rund 20 Prozent der Eltern hätten Bedarf an Ganztagsbetreuung (von einem bis fünf Tagen je Woche) angegeben.

Sebastian Duffner (SPD) merkte an, dass er kein Anhänger der Erhöhung sei, er werde daher nicht zustimmen.

Inflation und Tarifgehälter

Werner Breig (BLS) sagte, er finde eine Erhöhung zwar nie gut, doch führe angesichts der gewaltigen Kostenunterdeckung kein Weg daran vorbei. „Sind die Erhöhungen immer so extrem?“, wollte Felix Schilli (BLS) wissen. Das sei erst in jüngster Zeit so. Die hohe Inflation und stark gestiegene Tarifgehälter seien da maßgeblich beteiligt, erklärte Wörpel. Er zeigte auch auf, dass die Aufsichtsbehörde bei Zuschussanträgen auch auf mangelnde Nutzung der Einnahmemöglichkeiten durch die Kommunen hinweise. Markus Fehrenbach und Hans-Peter Schwer (beide BLS) sahen das ähnlich.

Der Gemeinderat beschloss die neue Gebührenordnung mit einer Gegenstimme, die Umfrageergebnisse nahmen die Ratsmitglieder zur Kenntnis.

Die Elternbeiträge

Ü3-Kinder
Die Beiträge für Ü3-Kinder mit verlängerten Öffnungszeiten (6,75 Stunden) steigen von derzeit 203 Euro bei Ein-Kind-Familien (157 Euro bei zwei, 105 bei drei, 38 Euro bei vier Kindern) auf 218 Euro (168,50, 133 und 41 Euro).

Bei der Ü3-Waldgruppe,
die sechs Stunden pro Tag stattfindet, erhöht sich der Beitrag von 188 (145, 91, 33 Euro) auf 202 Euro (156, 98 und 36 Euro).

Bei unter Dreijährigen
ab einem Jahr steigt der Beitrag von 542 Euro (401, 274,50, 107 Euro) auf künftig 588 Euro (435, 296 und 116 Euro). Richtig ins Geld ginge das bei Krippenkindern unter einem Jahr, das ab dem neuen Kindergartenjahr entsprechend der kommunalen Empfehlung 643 Euro kosten soll, abgestuft bis 128 Euro. Allerdings treffe das derzeit auf kein Kind zu, informierte Gabi Hirt.

Platzsharing
für U3-Kinder soll nun 119 Euro kosten (bislang 91, 76, 38 Euro), und bei „U1“-Kindern künftig auf 161 Euro (128, 103, 44 Euro) ansteigen.

Für die Ganztagsbetreuung
beträgt der Aufschlag nun 40 Euro (Vorjahr 36 Euro) je Monat für Ü3-Kinder, unter drei Jahren steigt der Zusatzbeitrag von 81 auf 89 Euro. Ist ein Kind jünger als ein Jahr, müssen Eltern dafür statt 104,50 Euro künftig 115 Euro bezahlen. Von 20 Prozent Deckungsgrad, die der Gemeindetag vorschlägt, sei man dennoch weit entfernt.

Verpflegung
Für ein kindgerechtes Mittagessen zahlt man nach wie vor 5 Euro pro Tag, für einen gesunden Snack 1,50 Euro.

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