Sanierungsgebiet in Königsfeld
: So soll eine klimaneutrale Wärmeversorgung möglich werden

Über das Sanierungsgebiet „Südlicher Ortskern“ in Königsfeld informierte die Gemeindeverwaltung gemeinsam mit der LBBW-Immo Kommunalentwicklung betroffene Anwohner.
Von
Hans-Jürgen Kommert
Oberndorf
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Martina Steireif von der LBBW-Immo Kommunalentwicklung klärt interessierte Bürger über das Sanierungsgebiet „Südlicher Ortskern“ auf.

Hans-Jürgen Kommert

Nach der sehr erfolgreichen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme „Historischer Ortskern“ fiel es Gemeinderat und Verwaltung Königsfelds leicht, im Jahr 2023 den Beschluss zu fassen, erneut ein Sanierungsprogramm anzustreben. Nach reiflichen Überlegungen wurde das Sanierungsgebiet „Südlicher Ortskern“ beantragt und im Mai 2025 genehmigt.

Mit 60 Prozent wird das Sanierungsgebiet für die Kommune bezuschusst. Um auch die Bürger ins Boot zu holen, gab es ein zunächst eher oberflächliches Untersuchungsverfahren, bei dem die Bausubstanz von außen in Augenschein genommen wurde.

Nun wurden Bürger des betroffenen Gebiets eingeladen, um diese über Möglichkeiten zu informieren, wie sie ihr Haus durch Sanierungsmaßnahmen wertvoller machen und durch Sonderabschreibungen auch finanziell davon profitieren können.

Maßnahme ist auf zehn Jahre angelegt

Auf vorläufig zehn Jahre wurde die Maßnahme angelegt. Für Eigenheimbesitzer könnten die Maßnahmen in zehn Jahren mit je neun Prozent, für vermietete Gebäude in acht Jahren zu neun und weiteren vier Jahren zu sieben Prozent abgeschrieben werden. Rund 20 Bürger waren der Einladung gefolgt.

Wie schon bei der letzten Maßnahme hatte man sich der Hilfe der „KE“ versichert, der LBBW-Abteilung für Kommunalentwicklung.

Martina Steireif stellte die Maßnahme nun ausführlich vor, wobei bereits im Vorfeld Fragebögen verteilt worden waren – mit bereits jetzt erfreulich hoher Rücklaufquote.

Bis zum 15. November könne man diese noch entweder im Rathaus abgeben oder per E-Mail direkt an martina.steireif@lbbw-im.de senden.

Rücksendung des Fragebogens

„Auch wenn Sie nicht in absehbarer Zeit eine Sanierung planen, ist die Rücksendung des Fragebogens wichtig“, betonte Bürgermeister Fritz Link. Die Voruntersuchungen sollen Anfang 2026 beendet sein, danach beginne die Maßnahme.

Ziel sei es, bis 2045 eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu erreichen, wobei 82 Prozent der Wärme durch private Haushalte benötigt werde. Die Energie dazu komme mit 36 Prozent aus Gas, 25 Prozent Öl sowie zu 38 Prozent aus Holz. Mit optimaler Nutzung des Sanierungspotenzials wäre eine 48-prozentige Einsparung möglich. Am Ende soll eine Kombination aus energetischer Sanierung, einem Wärmenetz, Wärmepumpen und Biomasse diese ermöglichen, mit dem Ziel, die CO₂-Emissionen bis 2045 auf nahezu null zu drücken. „Die Wärmewende ist machbar, erfordert aber Beteiligung und Förderung“, so Steireif.

Zwischen Friedrich- und Jahnstraße

Das Gebiet betreffe öffentliche Straßen und Platzräume zwischen Friedrich- und Jahnstraße, insbesondere aber auch die Nord-Süd-Achse Rotwaldstraße. Von 168 untersuchten Gebäuden seien zwei kaum zu erhalten, 90 wiesen erhebliche Mängel auf, bei 65 finde man erkennbare Mängel – und lediglich elf seien entweder in Ordnung oder die Mängel seien leicht.

Steireif machte auch Rechnungen auf, was steuerlich absetzbar ist und was nicht – und sie machte drauf aufmerksam, dass diese Maßnahmen keine Änderung des Bodenrichtwerts beinhalten. Einige Fragen nach der ausführlichen Vorstellung konnten entweder sie selbst oder aber der Bürgermeister und sein Ortsbaumeister Gregor Schenk beantworten.

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