Rotary Club Furtwangen-Triberg: Hoffnung für Blutkrebspatienten – Rotarier rufen zur Typisierung auf

Sie freuen sich auf die Zusammenarbeit (von links): Die Ärzte Lioba Kühne und Gerhard Adam des Rotary Clubs Furtwangen-Triberg, die die beiden Typisierungs-Termine federführend begleiten werden, und Julia Braun, Leiterin der Freiburger Stammzelldatei.
Rotary-Club Furtwangen/Triberg/Daniela SchneiderUnter dem Motto „Mund auf gegen Blutkrebs“ rufen die Rotarier zur Typisierung auf.
Stammzellspenden können Leben retten. Wer Menschen mit Blutkrebserkrankungen helfen möchte, kann sich als potenzieller Spender registrieren lassen. In Triberg und Furtwangen gibt es dazu zwei Termine, teilt der Rotary Club Furtwangen-Triberg mit.
Der Rotary Club Furtwangen-Triberg ist kürzlich 40 Jahre alt geworden. Dankbar dafür haben sich die Mitglieder für ein Jubiläumsprojekt entschieden, das einen Beitrag im Kampf gegen Blutkrebs leisten soll.
Ein Experte auf dem Gebiet
Gerhard Adam, seit Jahrzehnten aktives Clubmitglied, war während seines Berufslebens als Onkologe, Chefarzt und ärztlicher Leiter der Triberger Asklepios-Klinik immer wieder mit dem Thema konfrontiert – und weiß so besonders um die Wichtigkeit von Stammzellenspenden.
Weltweit erkranken laut Mitteilung jedes Jahr mehr als eine Million Menschen an Blutkrebs oder anderen Erkrankungen des blutbildenden Systems. Bei mancher dieser Erkrankungen wie zum Beispiel Leukämien, Lymphomen, bestimmten Anämien oder Immundefekten ist eine Stammzelltransplantation oft die beste oder einzige Therapieoption.
Für eine erfolgreiche Stammzelltransplantation müssen bestimmte Merkmale von Patient und Spender übereinstimmen. Je mehr Menschen sich typisieren lassen, desto wahrscheinlicher ist es, im Einzelfall einen Spender zu finden.
Deshalb haben sich Gerhard Adam, der ab dem Sommer dieses Jahres auch neuer Präsident des Rotary Clubs sein wird, und seine Mitstreiter entschieden, im Jubiläumsjahr eine Typisierungsaktion zu organisieren. Wer teilnimmt, muss nur wenig Zeit mitbringen und kann gleichzeitig Gutes tun.
Geplant sind zwei Termine: Am Samstag, 18. April, findet die Aktion im Feuerwehrgerätehaus in Triberg statt, begleitet von Gerhard Adam.
Ein weiterer Termin folgt am Samstag, 25. April, im katholischen Pfarrzentrum St. Cyriak in Furtwangen, federführend begleitet durch die Furtwanger Ärztin und Rotarierin Lioba Kühne. Beide Veranstaltungen finden jeweils von 11 bis 15 Uhr statt.
Wenige werden benötigt
Für das Projekt arbeiten die Rotarier eng mit der Freiburger Stammzelldatei des Universitätsklinikums Freiburg zusammen. Deren Leiterin Julia Braun erläutert den Ablauf: Bei der Typisierung wird ein einfacher Abstrich aus der Mundschleimhaut genommen. Etwa eine Viertelstunde Zeitaufwand bedeutet das insgesamt jeweils für diejenigen, die mitmachen. „Die Abstriche dienen der allgemeinen Gewinnung von potenziellen Spenderinnen und Spender“, so Braun. Die Daten werden im zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland gespeichert, um weltweit Leben zu retten. Registrierte Spender bleiben bis zum 61. Geburtstag in der Datenbank.
Als Stammzellspender kommen nur gesunde Personen im Alter zwischen 17 und 55 Jahren infrage, wobei eine tatsächliche Spende erst ab 18 Jahren erfolgt. Dass es zu einer Spende kommt, ist äußerst selten: 90 bis 95 Prozent aller Registrierten kommen nie zur Auswahl. Umso wichtiger ist es, dass sich möglichst viele Menschen typisieren lassen – denn passt es im Einzelfall, kann eine Spende Leben retten.
Die Stammzelldatei
Kampf gegen Leukämie
Die Freiburger Stammzelldatei engagiert sich seit mehr als 25 Jahren erfolgreich im Kampf gegen Leukämien und andere schwere Erkrankungen des blutbildenden Systems. Der Wunsch der Verantwortlichen ist es, dass eines Tages jede erkrankte Person, die dringend eine Stammzelltransplantation benötigt, einen passenden Spender findet. Dazu ist es notwendig, dass so viele Menschen wie möglich motiviert werden, Spender zu werden. Eine nachhaltige Beziehung zu den Spendern sowie eine umfangreiche Betreuung auf dem Weg zur und während und nach der Stammzellspende ist den Fachleuten aus Freiburg dabei sehr wichtig. Der Schutz der Spender steht bei der Freiburger Stammzelldatei im Vordergrund. Deren Finanzierung basiert zum einen auf Kostenerstattungen der Gesundheitssysteme für alle Prozesse, die mit der Durchführung von Stammzellspenden für eine erkrankte Person stehen, und zum anderen auf Spendengeldern. Die Kostenerstattung für die Aufnahme von neuen Spendern ist vom Gesundheitssystem nicht vorgesehen – deshalb sind die Spenden so wichtig. Im Kampf gegen Leukämien und andere schwere Erkrankungen des blutbildenden Systems zählt jeder Euro, denn allein die Laborkosten für eine Aufnahme in die Freiburger Stammzelldatei belaufen sich auf 50 Euro.