Regionalmarkt in St. Georgen: Faire Alternativen zu Nutella, Temu und Co.

Eine Frau in Indien hält fair geerntente Baumwolle neben einer Fairtrade-Tasche in den Händen. Bei Kleidung zeigt sich die Ausbeutung der Arbeiter besonders. Auf dem Regionalmarkt in St. Georgen soll es daher auch faire Alternativen zum Kauf geben. (Symbolbild)
www.imago-images.de- St. Georgen richtet am Samstag, 10. Oktober, einen Regionalmarkt mit Fairtrade-Fokus aus.
- Ort und Zeit: Marktplatz, 9 bis 14 Uhr – parallel läuft der reguläre Wochenmarkt.
- Anbieter aus St. Georgen und 13 zusätzliche Stände bieten faire und regionale Produkte.
- Programm mit Theater, Liedern und Chor; zwei Alpakas namens Kolumbus und Kota sind vor Ort.
- Ziel ist Aufklärung zu fairen Alternativen und Greenwashing, besonders für Jugendliche relevant.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Regionale und faire Produkte? „Das passt natürlich ganz gut“, denkt auch Tobias Fritzsche von der Fairtrade-Steuerungsgruppe in St. Georgen. Zu Fairtrade gehöre es auch, regional einzukaufen – so wie Obst und Gemüse von den Landwirten aus der eigenen Stadt.
Den Wochenmarkt gibt es schon lange in St. Georgen, ebenso wie den Naturpark-Markt. Die Idee jetzt? Ein Regionalmarkt mit vielen Anbietern – alle aus St. Georgen. Im Vordergrund: der Aspekt von Fairtrade. „Es gibt ganz viele Produkte, die wir auch hier bekommen können“, so Fritzsche, „ohne dafür weltweit suchen zu müssen.“
Der Regionalmarkt, organisiert von der Fairtrade-Steuerungsgruppe, findet am Samstag, 10. Oktober, auf dem Marktplatz in St. Georgen statt. Neben den Wochenmarkt-Händlern, die vor Ort sind, kommen noch 13 weitere Anbieter mit fairen Produkten aus aller Welt hinzu. Unter anderem gibt es Kunsthandwerk, frischen Kaffee, heiße Schokolade, Limonaden oder faire Baby- und Kinderkleidung.
Durch den Regionalmarkt sollen vor allem die Anbieter und faire Produkte in der Stadt sichtbar gemacht werden, erklärt Fritzsche weiter. Und das Bewusstsein geschärft werden. „Was ist überhaupt fair, was regional und bei welchen Fällen handelt es sich um Greenwashing?“
Seit mehr als zehn Jahren Fairtrade-Stadt
Greenwashing ist eine Marketing-Strategie, die Produkte als umweltfreundlich oder nachhaltig darstellt, obwohl sie es nicht sind. Das sei oft bei Jugendlichen ein Thema, sagt er. „Wenn ein Kind sagt: ‚Mama, ich will die Nutella nicht mehr essen, die ist nicht fair‘, was ist dann die Alternative?“ Aufklärung sei daher eine der wichtigsten Aufgaben.
Die Steuerungsgruppe gibt es seit 2014 – das Jahr, in dem St. Georgen auch die Auszeichnung als Fairtrade-Stadt erhalten hat. Als erste Stadt im gesamten Schwarzwald-Baar-Kreis. Das Siegel muss alle zwei Jahre erneuert werden. In der Steuerungsgruppe sind etwa die Stadt, Kirchen, Einzelhändler und die Initiative „Eine Welt“ aktiv.

Auch der Naturpark-Markt lockt immer wieder zahlreiche Besucher nach St. Georgen. (Archivbild)
Stephan HübnerFür Fritzsche ist fairer Handel schon länger ein Thema. Seit mehr als 30 Jahren setzt er sich damit auseinander. Als Jugendlicher habe er sich damals schon gefragt: „Wie handeln wir, wie gehen wir mit anderen Völkern um, oder ist Gerechtigkeit auf dieser Welt überhaupt am Start?“ Fairer Umgang sei dabei ein besonders wichtiger Punkt. Für ihn bedeutet Fair Trade: Respekt, Wertschätzung, Gleichheit.
Modebranche besonders unfair
Dass es aber nicht so einfach ist, auf Fairtrade-Produkte umzusteigen, weiß er. „Wir alleine können die Welt nicht retten.“ Aber dennoch appelliert er an die Menschen: „Die Konsumenten haben eine riesige Macht.“ Es beginne immer mit dem Einkaufsverhalten, erklärt er.
Als Beispiel nennt er Mode-Online-Händler wie Shein aus Singapur oder Temu aus China. Fast- oder sogar Ultra-Fast-Fashion seien alles andere als „fair“. „Shein wird es nicht mehr geben, wenn von einem Tag auf den anderen alle Menschen aufhören würden, dort einzukaufen.“
Jugendliche interessieren sich für Fairtrade
Und wie steht St. Georgen beim fairen Handel da? Es seien viele Produkte im Angebot, sagt er, im Edeka etwa oder im Bioladen. Aber ein „Hype-Thema“ sei es bisher nicht. Bei Vorträgen oder anderen Veranstaltungen der Steuerungsgruppe sei das Interesse nicht so groß.
Es gebe einfach zu viele Themen, die die Menschen beschäftigen würden. Die hohen Spritpreise oder die Sicherheit im Job zum Beispiel. Sein Eindruck: Es sind oftmals Jugendliche, die an den Veranstaltungen teilnehmen, die ein anderes Bewusstsein mitbringen, und denken: „Was mit unserem Planeten gerade passiert, ist einfach krass“, erzählt Fritzsche.
Zwei flauschige Besucher
Der Regionalmarkt findet am Samstag, 10. Oktober, von 9 bis 14 Uhr statt. Ein Rahmenprogramm begleitet den Tag: Um 10 Uhr wird das Theaterstück „Reise in den Regenwald“ gespielt, um 10.45 Uhr gibt es Lieder vom KiFaZ Weidenbächle zu hören und um 11 Uhr hat der Kinder- und Jugendchor seinen Auftritt. Außerdem sind mit Kolumbus und Kota zwei Alpakas zu Besuch. Gleichzeitig findet auch regulär der Wochenmarkt statt.

