Rathaus wird saniert: In St. Georgen fliegen Wände durch die Luft

Spektakuläre Montage: Hoch hinaus geht es für die Wandelemente der St. Georgener Rathausfassade.
Helen Moser- Sanierung des St. Georgener Rathauses läuft, neue Holz-Fassadenelemente werden montiert.
- Holz stammt aus dem Stadtwald, innen prägt helles Weißtannenholz die Optik.
- Arbeiten schreiten bis zum fünften Stock voran – parallel Sanierung von Aufzug und Beton.
- Tiefgarage wirkt „wie ein Wald“, da Betonpfeiler mit Baumstämmen abgestützt sind.
- Umzug der Verwaltung ist für Sommer 2028 geplant, Außenanlagen könnten später fertig sein.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es sind aufsehenerregende Szenen, die sich derzeit mitten in der St. Georgener Innenstadt abspielen. Seit einigen Tagen sind sie immer mal wieder zu beobachten: ganze Wandelemente, die sich mithilfe eines Krans in luftige Höhen erheben. An der Fassade des Rathauses, das derzeit umfassend saniert wird, finden sie ihren neuen Platz.
Denn während die alten, grauen Betonelemente bereits in den vergangenen Wochen und Monaten von der Fassade entfernt wurden und die Abrissarbeiten beinahe beendet sind, hat nun der Einbau der neuen Elemente begonnen. Produziert wurden sie in Gutach, erklärte Céline Würtz, die die Rathaussanierung seitens des Büros Sutter3 begleitet, in jüngster Sitzung des Gemeinderats. Der Rohstoff ist ein besonderer: Die Elemente bestehen aus Holz, das aus dem St. Georgener Stadtwald stammt.
„Wir freuen uns riesig, dass der Holzbau wächst“, erklärte Würtz. Sie ist sich sicher: „Das wird ein schönes Ergebnis“ – auch mit Blick auf den Innenraum, in dem nun helles Weißtannenholz das Bild präge. Von außen herrscht noch immer Schwarz vor. Dennoch: Langsam sehe man, wie das neue Erscheinungsbild des Rathauses Form annehme.
Rathausfassade wächst in die Höhe
Mittlerweile sei man mit der Montage der neuen Fassaden-Elemente im zweiten Obergeschoss angelangt, berichtete Würtz. Bis zu den Sommerferien will sich das Bauunternehmen dann bis zur Fassade im fünften und damit obersten Stock vorgearbeitet haben.

Alles schwarz an der Rathaus-Fassade – dennoch ist erkennbar, dass im unteren Teil bereits die neuen Fassaden-Elemente eingebaut wurden.
Helen MoserParallel laufen auch im Gebäudeinneren und unter dem Rathaus – in der dortigen Tiefgarage – die Sanierungsarbeiten auf Hochtouren, schilderte Würtz weiter. Der neue Aufzugsschacht im Rathaus ist mittlerweile hergestellt; zusätzlich läuft die Betonsanierung.

Im Inneren des Rathauses beherrscht derzeit helles Weißtannenholz die Optik.
Céline Würtz/Sutter3Und in der Tiefgarage sehe es aktuell abenteuerlich aus. Unter anderem wurde die bisherige Bodenplatte entfernt, erklärte Würtz. Ein wenig sehe es unter dem Rathaus gerade aus „wie in einem Wald“. Denn während der Sanierungsarbeiten sind zahlreiche Betonpfeiler mit Baumstämmen abgestützt.
Verwaltung soll im Sommer 2028 umziehen
Es ist also noch so einiges zu tun, bis das St. Georgener Rathaus in neuem Glanz erstrahlt. Für November ist der Start der Ausbaugewerke geplant; der Umzug der Stadtverwaltung soll im Sommer 2028 erfolgen. Bislang liege man gut im Zeitplan, resümierte Würtz.

In der Tiefgarage unter dem St. Georgener Rathaus werden die maroden Betonpfeiler mit Baumstämmen abgestützt.
Céline Würtz/Sutter3Einzig dass die Außenanlagen ebenfalls im Sommer 2028 fertiggestellt werden, halte sie nicht mehr für völlig realistisch. „Theoretisch könnte es noch klappen“, erklärte Würtz den Räten. Wegen Verzögerungen bei den Arbeiten zur Betonsanierung sei aber wahrscheinlicher, dass die Außenanlagen später fertig würden als ursprünglich vorgesehen. Grund für die Verzögerungen seien Überraschungen, die im Bereich der Abdichtung oberhalb der Tiefgarage warteten. Sie machten umfangreichere Arbeiten sowie Anstrengungen in puncto Entsorgung notwendig. Bei einer Sanierung sei man vor einer solchen Situation eben nie sicher, kommentierte Würtz.
Arbeiten für Rathaussanierung vergeben
Die Malerarbeiten vergab der Gemeinderat in jüngster Sitzung für gut 185.400 Euro an den Malerbetrieb Maximilian Rombach aus Villingen-Schwenningen. Darunter fallen etwa der Anstrich der Wände, Decken und Stützen, die Beschichtung von Stahlbauteilen und Böden sowie Anstricharbeiten im Außenbereich. Das Angebot liegt deutlich unter der Kostenberechnung, die von gut 388.600 Euro ausging.
Eine Pfosten-Riegel-Fassade muss im Erdgeschoss sowie im ersten und fünften Obergeschoss montiert werden. Auch hier kommt Holz aus dem Stadtwald zum Einsatz. Die Arbeiten übernimmt für etwa 755.400 Euro das Unternehmen Fensterbau Erich Schillinger aus Oberwolfach. Es handelte sich um das einzige Angebot, das dennoch deutlich günstiger ist als die ursprünglich kalkulierten knapp 871.100 Euro.
Das Unternehmen Apleona R&M Ausbau aus Schönaich kümmert sich um die Trockenbauarbeiten im Zuge der Rathaussanierung. Es erhielt den Zuschlag für knapp 606.600 Euro. Die Budgetberechnung von November 2024 sah noch deutlich höhere Kosten in Höhe von rund 933.900 Euro vor.
Auch Mehrkosten haben die Überraschungen in der Abdichtung verursacht. Durch Vergabesummen wie in der jüngsten Gemeinderatssitzung, die deutlich niedriger lagen als in der Kostenplanung vorgesehen, befinde sich die Rathaussanierung aktuell aber dennoch im Kostenrahmen, erklärte Würtz.

Abenteuerlich sieht es in der Tiefgarage unter dem Rathaus aus.
Céline Würtz/Sutter3Vorgesehen sind gemäß Kostenberechnung aus dem November 2024 Gesamtkosten von etwa 31,6 Millionen Euro, von denen die Stadt aufgrund von Förderungen rund 17,9 Millionen Euro tragen muss. Aktuell liege man 700.000 Euro darunter, schilderte Würtz. Allerdings, gab Bürgermeister Michael Rieger zu bedenken: Ein finanzielles Polster sei – auch für eventuelle spätere Kostensteigerungen – nie ein Fehler.
