Trauer um Schönwälder Lukas Duffner
: „De Rote Bur“ geht ganz leise

Lukas Duffner ist im Alter von 96 Jahren verstorben. Als Landwirt gehörte er 80 Jahre der SPD an und war vielfältig kommunalpolitisch engagiert.
Von
Hans-Jürgen Kommert
Schönwald
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duffner

Lukas Duffner ist im Alter von 96 Jahren verstorben.

Hans-Jürgen Kommert
  • Lukas Duffner, „De Rote Bur“, verstarb nach kurzer Krankheit im Alter von 96 Jahren.
  • Der Landwirt war 80 Jahre in der SPD und lange kommunalpolitisch aktiv.
  • Er baute seinen Hof aus, setzte auf Mutterkuhhaltung und bot Reit- und Kutschbetrieb an.
  • 2008 erhielt er das Bundesverdienstkreuz – später die Willy-Brandt-Medaille.
  • Trauerfeier: 17. Juli, 14 Uhr, Aussegnungshalle Schönwald. Familie begleitet ihn.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Er hat gerne und laut gelebt, jetzt ist er ganz leise von uns gegangen“, betonte Marianne Duffner. Denn ihr Mann Lukas, bekannt als „De Rote Bur“, verstarb nach kurzer Krankheit am Vormittag des 5. Juli.

Anlässlich seines 95. Geburtstags am 6. September 2024 blickte er zufrieden zurück auf sein Lebenswerk. „Alles, was ich in den Jahren seit 1948 angestoßen habe, wird von meinen Kindern und Enkeln fortgeführt und teils auch weiterentwickelt“, erklärte er damals.

Am 6. September 1929 erblickte Lukas Duffner in der Barockstadt Ettenheim als jüngstes von drei Kindern das Licht der Welt. Vater Anton war Landwirt und Blechner, Mutter Karoline erzog die Kinder in der Zeit der Weltwirtschaftskrise. Bruder und Schwester mussten ab 1939 den Wehrdienst ableisten, der Vater wurde in der Rüstungsindustrie eingesetzt.

Lukas war alt genug, um der Mutter in der Landwirtschaft im Obst- und Weinbau zu helfen. Allerdings entging auch er nicht dem Aufruf zum „Schanzen“ im Elsass. Nach dem Krieg kehrte der Vater heim, sein Bruder aber war beim Rückzug der Armee gefallen. Dem jungen Burschen fiel es schwer, sich den französischen Besatzern unterzuordnen – den etwas rebellischen Wesenszug hat er sich bis zuletzt bewahrt. 1946 trat er der SPD bei.

Rebellischer Wesenszug

1947 kam er in den Schwarzwald und heiratete 1950 Alma Dold vom Schneiderjockenhof. Lukas hatte den Hof 1953 von seinem Schwiegervater gepachtet, nachdem dieser ein Leibgedinghaus gebaut hatte. 1958 übernahm er die Landwirtschaft, 1970 bezog die große Familie den neuen Hof. Schon damals baute er einen separaten Rinderstall und stellte seinen Viehbestand auf Mutterkuhhaltung mit Angus-Fleischrindern um. Er hielt Ponys für den Reitbetrieb, wofür er zunächst mit Spott überschüttet wurde. 1971 wurde das siebte Kind geboren. Wie damals üblich, wurde der damalige Bundespräsident Gustav Heinemann Pate. Dann folgte ein Schock für ihn: 1974 verstarb völlig unerwartet seine Frau Alma. Der Zusammenhalt der Familie sorgte dafür, dass dennoch alles weiter seinen Gang ging.

Bei Kutschfahrten, die Duffner zu jener Zeit anbot, lernte er Marianne kennen, die damals als Kurgast nach Schönwald gekommen war. 1979 heirateten die beiden – die Familie vergrößerte sich um zwei Kinder aus Düsseldorf. Der Zusammenhalt war auch in der Patchworkfamilie groß. Der einzige gemeinsame Sohn, Marc-Anton, erweiterte die Familie.

Lukas Duffner engagierte sich auch im Austausch mit der Partnerstadt Bourg-Achard, 1985 wurde er dort Ehrenbürger. 2002 übernahm er Rebland in seiner Heimat Ettenheim, das er noch vor wenigen Wochen betreute. Im Jahr 2008 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Schon in den frühen 60er-Jahren wehte den Bauern zuweilen politisch-bürokratischer Widerstand entgegen, was Duffner in die Kommunalpolitik trieb. 1965 stellte sich der aufrechte Sozialdemokrat erstmals dem Wähler zur Kreistagswahl. Konsequent setzte er sich für den Straßenbau ein – nicht immer diplomatisch, zumeist aber erfolgreich.

SPD-Ortsverein gegründet

1966 gründete er mit Alois Kaiser den SPD-Ortsverein, er übernahm für viele Jahre den Vorsitz. 26 Jahre lang war er, mit einer Unterbrechung, auch im Gemeinderat Schönwald tätig. Sein vielfältiges Engagement sorgte dafür, dass er weit über die Landesgrenzen hinaus als „de Rote Bur“ bekannt wurde. Erst vor wenigen Jahren erhielt er die höchste Ehrung seiner Genossen, die Willy-Brandt-Medaille, vor einigen Wochen ehrte ihn die Bundestagsabgeordnete Derya Türk-Nachbaur für unglaubliche 80 Jahre als Sozialdemokrat.

Nach einer Woche Bettlägerigkeit schlief er am 5. Juli nach dem gemeinsamen Frühstück friedlich ein. Am 17. Juli um 14 Uhr gibt es eine Trauerfeier in der Aussegnungshalle Schönwald. Alle acht Kindern, die beiden Stiefkinder, die 15 Enkel sowie 19 Urenkel werden seinen letzten Weg begleiten.

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