Otto-Hahn-Gymnasium in Furtwangen: Schulleiter Andreas Goldschmidt wechselt nach St. Blasien

Der Schulleiter des Otto-Hahn-Gymnasiums mit Realschule, Andreas Goldschmidt, verändert sich beruflich.
Markus ReutterAcht Jahre lang führte Goldschmidt nun das Otto-Hahn-Gymnasium in Furtwangen. Mit seinen 57 Jahren war er offen, die restlichen etwa acht Jahre seines Berufslebens noch mal etwas Neues zu versuchen.
Passend zu diesen Überlegungen kam ihm die Stellenausschreibung der Schulleitung im Kolleg in St. Blasien in die Hände. Das Bewerbungsverfahren Ende vergangenen Jahres konnte er für sich entscheiden. Als Privatschule biete das Kolleg noch mal etwas andere Aufgaben als eine staatliche Schule wie das OHG, reizt in das Neue.
Wie geht es nun am OHG weiter? Goldschmidt hofft und ist zuversichtlich, dass es einen nahtlosen Übergang gibt und zum neuen Schuljahr auch ein neuer Schulleiter seinen Platz in Furtwangen einnehmen kann.
Zukunft des OHG in guten Händen
Derzeit laufe das Bewerbungsverfahren, und er habe mit beiden Bewerbern schon sprechen können. „Ich kann mit gutem Gewissen gehen.“ Denn wer auch immer von den beiden seine Nachfolge antrete, beide seien „sehr befähigte Personen“, sieht er die Zukunft des OHG in guten Händen.
Nach der Empfehlung durch die Schulaufsicht, das Regierungspräsidium, stünden in nächster Zeit noch die Entscheidungen von Gemeinderat und Schulkonferenz an, bevor letztlich das Kultusministerium offiziell den neuen Schulleiter am OHG benenne.
Als einen Höhepunkt seiner achtjährigen Amtszeit in Furtwangen verweist Goldschmidt auf die umfangreiche Sanierung des OHG und den Einzug ins erneuerte Gebäude. Außerdem lobt er die „offene und familiäre Atmosphäre an der Schule“. Das gelte für die ganze Schulgemeinschaft, Lehrer und Schüler. „Es ist ein sehr menschlicher Umgang hier an der Schule.“
Ein Spagat: Verwaltung und Zwischenmenschliches
Die Herausforderungen als Schulleiter sieht er in der großen Bandbreite mit einerseits administrativen Aufgaben und andererseits der zwischenmenschlichen Pflege. Gerade die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf den Schulbetrieb hätten die Psyche mancher Schüler und Lehrer stark belastet. Hinzu komme das Long-Covid-Syndrom, unter dessen körperlichen Folgen auch einige aus der Schulgemeinschaft zu leiden hätten.
Goldschmidt hat Ethik und Informatik unterrichtet. Er hat in Tübingen katholische Theologie mit Schwerpunkt Philosophie von 1995 bis 1999 studiert. Insofern sei er auf das Ethik-Fach gut vorbereitet gewesen. In die Informatik habe er sich nach dem Studium selbst vertieft und Wissen angeeignet.
Bei seiner neuen Wirkungsstätte in St. Blasien handle es sich um eine kirchliche Schule. Deshalb werde er dort im Fach Religion unterrichten, aber auch sein Informatikwissen weitergeben.
Hobbys: Boxen und Schlagzeug-Spielen
Bei seinem Blick voraus nennt Goldschmidt die Künstliche Intelligenz als eine künftige Herausforderung für die Schule. Ihre globale Bedeutung verlange auch eine Vorbereitung der Schüler hierauf und eine Anwendung im Unterricht. Als wichtige Kompetenzen gelte es außerdem, die vier „K“ zu vermitteln, kritisches Denken, Kollaboration (Zusammenarbeit), Kreativität und Kommunikation.
Was für Hobbys hat eigentlich der Schulleiter? Schlagzeug-Spielen und Boxen, antwortet er darauf. Wobei für das Schlagzeug aktuell wenig Zeit bleibe. Das Boxen praktiziere er auch als Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen und fit zu bleiben. In einer AG im OHG vermittelte er gelegentlich auch Schülern seine Box-Kenntnisse.
Zu seiner Vita: Geboren wurde er 1967 in Freiburg, wuchs in einem Ortsteil von Kirchzarten, Burg-Höfen, auf. Nach der Schule absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung, holte auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nach und studierte in Tübingen Theologie. Es folgte ein Referendariat am Fürstenberg-Gymnasium und an den Kaufmännischen und hauswirtschaftlichen Schulen (KHS), beides in Donaueschingen. 15 Jahre Lehrertätigkeit am KHS schlossen sich an, davon sieben Jahre als Abteilungsleiter des Wirtschaftsgymnasiums. Vor acht Jahren wechselte er in die Schulleitung des Otto-Hahn-Gymnasiums mit Realschule. Wohnhaft ist er mit seiner Familie im Dreisamtal.