Museum „Arche“ in Furtwangen: Ein Gewehr gibt Einblick in die Industriegeschichte

Der Geschichts- und Heimatverein freut sich über ein neues Exponat zur Furtwanger Industriegeschichte (von links): stellvertretender Vorsitzender Harry Kunte, Vorsitzender Gerhard Buchmann und Förster Michael Rombach mit dem „Furtwanger“ Voere-Gewehr. Ganz rechts ist der „Förster“ der aktuellen Ausstellung zu sehen.
Andreas FarsangFörster Michael Rombach aus Neukirch überreichte dem Geschichts- und Heimatverein dieser Tage das Kleinkaliber-Gewehr (KK-Gewehr) des Unternehmens Voere, das seinerzeit seinem Großvater Wilhelm Rombach gehörte.
Wilhelm Rombach war seit den 1930er-Jahren bis 1967 Förster im Wagnerstal. Das Unternehmen Voere wurde 1948 in Furtwangen von Erich Voetter und seinem Partner Paul Restle als metallverarbeitender Betrieb gegründet. Der Betrieb wurde nach den Standorten Konstanz und Markdorf Koma genannt. Nach dem Handel mit Feuerzeugen und Feuersteinen begann die Produktion von Fußball- und Fahrradpumpen. 1950 wurde mit Luftdruckpistolen der Weg in Richtung Waffenproduktion eingeschlagen.
Nachdem der Name Koma im Ausland bereits verwendet wurde, entschloss man sich 1955 dazu, aus dem Namen der beiden Gründer Voetter und Restle den Namen Voere zu bilden. Wenige Jahre danach wurde die Produktpalette um Luftgewehre, KK-Einzellader, -Pistolen und -Halbautomaten erweitert.
Atomare Katastrophe in Tschernobyl führt zum Aus
1957 begann man an der Hagenreute in Vöhrenbach mit dem Bau einer neuen Fabrikanlage. Anfang 1958 zog das Unternehmen in das moderne Gebäude ein. 1965 wurde das in Schwierigkeiten geratene Unternehmen Sportwaffen Tyrol in Kufstein aufgekauft. Der Hauptabsatzmarkt der in Vöhrenbach hergestellten KK-Waffen war Skandinavien. Nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl 1986 wurde wegen der atomaren Verseuchung in Skandinavien die Jagd für mehrere Jahre verboten. Das führte 1987 zur Schließung des Werks in Vöhrenbach.
Werk in Österreich existiert noch
In Österreich konnte das Werk unter dem Namen Voere Präzisionstechnik GmbH weitergeführt werden. Es produziert bis heute unter anderem KK-Gewehre mit der Bezeichnung Voere Kufstein.
Das Gewehr wurde in Österreich unbrauchbar gemacht, um den gesetzlichen Vorschriften für ein Ausstellungsstück zu entsprechen. Die Kosten dafür übernahm die Stadt Furtwangen.
Die Förster-Uniform, die in der Ausstellung „Unser Wald: Bäume und mehr“ im „Gasthaus Arche“ zu sehen ist, gehörte ebenfalls Förster Wilhelm Rombach.