Misereor-Sonntag in Schonach: Sebastian Starke berichtet von seinem Einsatz in Gambia

In Ruhe stöbern konnte man bei der Verkaufsausstellung des Eine-Welt-Kreises „Effata“ im Pfarrzentrum in Schonach.
Hans-Jürgen KommertDer Eine-Welt-Kreis Effata und die Gruppe Kairos hatten zum Misereor-Sonntag ins Pfarrzentrum in Schonach eingeladen – von 11.15 bis 14.30 Uhr erlebte man einen hoch interessanten Vortrag des Waldkircher Hausarztes Sebastian Starke und konnte zugleich fair gehandelte Waren beim Eine-Welt-Kreis erwerben.
Die gesamte Zeit herrschte reges Kommen und Gehen. Der Verkauf der Waren aus Afrika, Lateinamerika und Asien sei sehr erfreulich verlaufen, so die Mitarbeiterinnen des Eine-Welt-Kreises.
Nach kurzer Begrüßung durch Theo Schneider begann der Vortrag von Sebastian Starke, der unter anderem von seinen jahrelangen Fahrten nach Gambia berichtete. Seitdem er erstmals im Jahr 2011 mit einer „Rallye“ dieses wunderschöne, winzige, bettelarme und dennoch glückliche Land besucht hatte, liege es ihm am Herzen, berichtete er.
Hilfsorganisation gegründet
Schon 2012 machte er an der ASB-„Health Clinic“ ein fünfwöchiges Praktikum, damals noch Student. Ein Jahr später, also 2013, gründete er die Hilfsorganisation „Drive to help“ – dabei fährt man mit ausgemusterten Fahrzeugen nach Gambia. Diese werden dort versteigert und das Geld wird der Klink zur Verfügung gestellt. Zugleich bringt man in den Fahrzeugen vielerlei „Verbrauchsmaterial“ mit. Die erste Spendenfahrt fand bereits 2014 statt. Ein Jahr später stieg das Ehepaar Starke – seine Frau Laura ist Hautärztin – in das OP-Projekt „Face“ ein. Dabei wurden in einem mehrwöchigen OP-Marathon gesichts- und kieferchirurgische Eingriffe durchgeführt.
Seit 2019 ist die Familie im Deutsch-schweizerischen OP-Projekt „Jump“ engagiert. Drei Wochen lang werden zahlreiche Operationen durchgeführt, vor allem furchtbare Verbrennungen oder unversorgte Brüche stehen dabei auf dem OP-Plan. Im Jahr 2025 wurde mit 108 Operationen ein neuer Rekord aufgestellt.
Da die medizinische Versorgung in Gambia nicht durch Versicherungen gedeckt wird, werden notwendige Eingriffe normalerweise nicht bezahlt, erzählte der junge Arzt. Und da dieses Land trotz aller Schönheit sehr arm ist, werden Arztbesuche zumeist aufgeschoben, bis es nicht mehr anders geht. Nach seinem Vortrag nahm er sich Zeit, die Fragen der Besucher zu beantworten.
Landwirtschaft generiert die meisten Einnahmen
Das Land wird stark landwirtschaftlich genutzt, gut die Hälfte des Landes wird der Erdnuss gewidmet, die 78 Prozent der Einnahmen des Landes generiert. Dazu gibt es Reis, Maniok, Okra-Schoten und ähnliche Gemüse.
Diese Grundlagen nutzte auch das Kairos-Koch-Team für ein reichhaltiges, mehrgängiges vegetarisches Menü, das mit einem Hibiskus- oder Ingwergetränk als Aperitif begann. Die Kosten der Zutaten übernahm wie gewohnt die Kirchengemeinde. Alle (Spenden-) Einnahmen gingen direkt an die Organisation von Sebastian Starke.