Landwirte in Gütenbach: Das Tierfutter ist entscheidend

Grünlandexperte Hans Koch erläuterte direkt auf den Wiesen des Breiteckhof in Gütenbach die verschiedenen Gesichtspunkte für eine effektive und erfolgreiche Grünlandnutzung. Dabei bestätigt der dem Breiteckhof von Pirmin Riesle eine hervorragende Bodenqualität.
Stefan HeimpelWie kann die Landwirtschaft in den Höhenlagen des Schwarzwaldes trotz besonderer Herausforderungen erfolgreich arbeiten? Zu einem ersten Informationstag waren rund 100 Landwirte aus dem ganzen Schwarzwald auf den Breiteckhof gekommen.
Die Arbeitsgemeinschaft für Höhenlandwirtschaft (AfH) im BLHV (Badischer landwirtschaftlicher Hauptverband), die sich mit solchen Themen beschäftigt, hatte zu dieser Premiere eingeladen, einem Fach- und Austauschtag rund um die Zukunft der Landwirtschaft im Höhengebiet. Gastgeber war Hofbesitzer Pirmin Riesle, selbst aktiv im Vorstand der AfH.
2023 übernahm er von seinem Vater den Hof, nachdem sie ihn bereits zehn Jahre gemeinsam bewirtschaftet hatten. Dabei habe er nach und nach neue Ideen zur Bewirtschaftung realisiert.
Zwei Themen standen auf der Tagesordnung: die Stallhaltung und leistungsgerechte Fütterung in den Höhenlagen mit Markus Rombach von der AGRIDEA sowie die effiziente und an den Standort angepasste Nutzung des Grünlands mit dem Grünlandexperten Hans Koch als Referenten. Alle Teilnehmer konnten dabei im Wechsel an den beiden praxisorientierten Referaten teilnehmen. Pirmin Riesle erläuterte dann im Gespräch, wie er auch selbst diese Ideen schon seit Jahren erfolgreich einsetzt.

Zum Thema Fütterung referierte Markus Rombach vor Landwirten auf dem Breiteckhof in Gütenbach. Hier demonstriert er ein Gerät, mit dem die Gras-Menge und damit der Futtervorrat auf einer Wiese ziemlich exakt ermittelt werden kann
Foto: Stefan HeimpelAuf dem Hof gibt es 60 Milchkühe und 50 Rinder. Dank dieser speziellen Taktik bei der Grünland-Pflege und der Fütterung sind seine Milchkühe mit durchschnittlich 8000 und bis zu 10 000 Liter Milch im Jahr außergewöhnlich erfolgreich.
Das Thema Fütterung ist dabei sehr komplex und bedarf genauer Planung. Dafür muss das Gras analysiert werden. Entscheidend ist nicht zuletzt die Art der Gräser, die ausgesät werden. Dies ist wichtig für eine gute Verdauung bei den Tieren und damit Voraussetzung für die Milch-Produktion, aber auch für den Zustand des Bodens. Nur wenn man die Übersäuerung beispielsweise durch Kalk vermeidet, können auch die Lebewesen im Boden für guten Wuchs sorgen. Hier bestätigte Hans Koch dem Breiteckhof eine hervorragende Bodenqualität.
Mehr Qualität bedeutet weniger Kraftfutter
Ganz wichtig ist für Pirmin Riesle bei der Fütterung das Ziel, die Zugabe von inzwischen sehr teurem Kraftfutter durch Qualität beim Grünfutter zu reduzieren. In gewissen Mengen, so Markus Rombach, müssten dem Futter bestimmte Mineralien zugegeben werden, um die Verdauung der Gräser zu verbessern. Dabei kommt es wieder auf den Zustand der Wiesen an, wie die Landwirte im zweiten Teil der Veranstaltung mit Grünlandexperte Hans Koch erfuhren. Nach jedem Schnitt gibt es wieder eine chemische Untersuchung über den Gehalt der verschiedenen Nährstoffe und Mineralien. Und nicht zuletzt muss man immer wieder Weiden und Wiesen darauf untersuchen, wie viel Futterreserven noch vorhanden sind. Für gutes und effektives Futter gilt es auch, die Weide rechtzeitig zu wechseln.
Pirmin Riesle erläuterte, dass viele Landwirte diese Ideen noch nicht umsetzen, auch wenn davon massiv der Ertrag abhänge. Aber vielleicht könne man mit einer solchen Veranstaltung die Landwirte sensibilisieren, künftig mehr auf die Wiesen und das Futter zu achten.