Kultur in Triberg
: Eine musikalische Ära geht zu Ende

Wohl zum allerletzten Mal wird es in der Triberger Wallfahrtskirche ein Konzert des Barockensembles der Wiener Symphoniker geben.
Von
Hans-Jürgen Kommert
Oberndorf
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Ohne Plakat, aber mit klarer Botschaft: Manfred Kuner (von links), Hausherr Pfarrer Andreas Treuer und Hauptsponsor Hans Dhonau freuen sich auf das Konzert des Barockensembles der Wiener Symphoniker – auch wenn es voraussichtlich das letzte in der Wallfahrtskirche Maria in der Tanne in Triberg ein wird.

Hans-Jürgen Kommert

Christian Birnbaum überschreibt es als „Festkonzert 300 Jahre Alessandro Scarlatti“.

Grund für das vermutliche Ende der Gastspiele sei die Reform der Kirchenbezirke, so Pfarrer Andreas Treuer – er sei ab dem nächsten Jahr nicht mehr Hausherr der Wallfahrtskirche, was es sehr erschwere, die Konzerte durchzuführen – schon, weil es zur künftigen Anlaufstelle keine Verbindung mit dem Ensemble gebe. Erstmals gastierte das Ensemble im Jahre 2004 in der Wallfahrtskirche. Im Laufe der Jahre gab es mehrere CD-Einspielungen. Die Musiker lobten die gute Akustik der Kirche.

Der Initiator der bisherigen Konzerte, Dolf-Peter Oebbecke aus Schonach, werde selbstverständlich Ehrengast sein, verspricht das Trio – und man hoffe auch, die Stadt Triberg wieder als Unterstützer gewinnen zu können. Denn Sponsoren seien wichtig, um solche Konzerte für ein breites Publikum bezahlbar zu machen.

Dirigent: Schöne Tradition

Es sei mittlerweile eine „schöne Tradition“ für die Triberger Bevölkerung geworden, so Birnbaum. Er lobt Scarlatti als kühnen Erneuerer der Barockmusik, der eine affektgeladene und oft kühne Klangsprache offenbare – zwei seiner Instrumentalwerke habe man für die Wallfahrtskirche ausgewählt.

Den Auftakt wird das Publikum mit dem Concerto in G-Dur für Streicher und Basso Continuo (B.C.), Opus 51/4 „Alla rustica“ von Antonio Vivaldi. In Giuseppe Torellis Sonata a cinque Nr. 1 für Trompete, Streicher und B.C. wird man Andreas Gruber als Trompetensolisten erleben. Das Concerto Grosso in F-Dur von Scarlatti für Streicher und B.C, wird ein erster Höhepunkt sein.

Nahrung für die Seele

Das Konzert für zwei Violinen, Streicher und B.C. in d-moll (BWV 1043) von Johann Sebastian Bach – ein absolutes Meisterwerk der Barockliteratur - mit dem neuen Konzertmeister Alexander Burggasser und Helmut Lackinger entlässt das Publikum in die Pause.

Mit Alessandro Scarlatti beginnt der zweite Teil: Das Barockensemble spielt das Concerto grosso in f-moll für Streicher und B.C. Diesem folgt der festliche Abschluss - die prächtige Ouvertüren-Suite in D-Dur für zwei Trompeten, Pauken, Streicher und B.C. von Georg Philipp Telemann. „Wir wollen Ihrer Seele Nahrung geben in diesen schweren Zeiten“, verspricht der musikalische Leiter des Barockensembles.

Vorverkauf ab August

Die Musikerinnen und Musiker werden am Freitag, 19. September, anreisen und am Samstagvormittag, 20. September, in der Wallfahrtskirche proben. Um 19.30 Uhr beginnt das Konzert, am Ende treffen die Sponsoren und die Musiker zusammen. „Wir haben erstmals eine professionelle Werbeagentur eingeschaltet“, erklärt Manfred Kuner.

Der Kartenvorverkauf für das Konzert des Barockensembles der Wiener Symphoniker beginnt am Montag, 18. August, an den bekannten Vorverkaufsstellen, den Tourist-Infos der Umgebung. Der Vorverkauf endet am Mittwoch, 17. September. Es werden laut Veranstalter allerdings auch an der Abendkasse noch ausreichend Tickets zur Verfügung stehen.

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