Konzert in Königsfeld
: Musik mit Begeisterung in Szene gesetzt

Mathias Johansen, Violoncello, und Gerhard Vielhaber, Klavier, interpretierten Werke verschiedener Stile am Samstag im Kirchensaal in Königsfeld.
Von
Siegfried Kouba
Oberndorf
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Cellosonaten bestimmten das Konzert der Geistigen Nothilfe. Mit Konzentration und Passion gestalten der Cellist Mathias Johansen und der Pianist Gerhard Vielhaber das Programm.

Siegfried Kouba

Ein Konzert, mit dem das Genre „Cellosonaten“ abgedeckt wurde, organisierte die Geistige Nothilfe in Königsfeld. Reinhard Becker, Leiter der Konzertserie, relativierte bei seiner Begrüßung die unterschiedliche Begrifflichkeit, da Beethoven dem Klavier den Vorrang einräumte.

Die beiden ausgezeichneten Künstler interpretierten exemplarisch Werke verschiedener Stile. Eindrucksvoll und vor allem dynamisch ausgeglichen, erklang das programmatisch gestaltete „Pohadka“ des Mähren Leos Janacek, dem eine russische Erzählung zugrunde liegt. Gestalt gewannen in drei dialogischen Episoden der Prinz durch das männlich-auftrumpfende Cello und eine sensible Zurückhaltung der Zarentochter durch das Klavier. Im tschechisch-tänzerischen Volkston endete das Finale.

Ein großes, im Spätstil von Johannes Brahms geschaffenes Werk, erklang mit der F-Dur-Sonate Opus 99. Genussvoll war der zweite Satz zu hören. Der Ausdruck insgesamt, technische Ausführung, Leidenschaft und innere Haltung wurden mit viel Temperament, stürmischer Begeisterung, melancholischen Momenten, wehmütiger Cantilene, dramatischen Pizzicati und passgenauen Antworten des Klaviers in Szene gesetzt. Dem gegenüber stand die Zugabe: das berührende, mit Schmelz, aber nicht mit Schmalz, versehene „Liebesleid“ von Fritz Kreisler, eine meisterhafte Gestaltung der beiden Musiker.

Nahtloser Übergang vom schmerzvollen Adagio zum feurigen Finalsatz

Anders mutete die Sonate für Klavier und Violoncello Opus 102/II in D-Dur von Ludwig van Beethoven an. Die Interpretationshoheit schien beim Pianisten mit total geöffnetem Flügeldeckel zu liegen, was immer wieder zum Zudecken des Cellos gerade bei gefühlvoll-lyrischen Passagen führte. Im nahtlosen Übergang vom schmerzvollen Adagio zum feurigen Finalsatz brillierte das Cello, die exakt ausgeführte Fuge bewies die eigenwillige Gestaltung des Komponisten und die metrische Präzision der Ausführenden.

Kompositorische Freiräume wurden durch Claude Debussys Sonate in besondere Form gegossen und vermittelte Moderne, die allerdings auf eine Uraufführung von 1916 zurück geht. Als Einzelaspekte wirkten die kunstvollen, romantisch schwelgenden Figuren des Cellos, der Accellerando-Antrieb des Klaviers, die scharfen Pizzicati, der geworfene Strich und die feinen Flageoletts des Cellos und die abschließende Rasanz sowie der leidenschaftliche Schluss.

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