Kirchenchor sucht Leiter: Kampf um einen Treffpunkt mit viel Tradition in Buchenberg

Bereit für neue Impulse und auf der Suche nach einem neuen Chorleiter, der ab September übernimmt: der Kirchenchor Buchenberg.
Kirchenchor Buchenberg- Der Kirchenchor Buchenberg sucht ab September eine neue musikalische Leitung.
- Ohne Dirigenten droht der Zerfall der Gemeinschaft – die Tradition reicht 160 Jahre zurück.
- Aktuell probt der Chor dienstags im Rathaus und gestaltet Gottesdienste sowie kleine Auftritte.
- Der bisherige Leiter hört wegen eines geplanten Masterstudiums auf, hilft aber bei der Suche.
- Gewünscht sind neue Impulse und Verjüngung, zugleich sollen bewährte Traditionen erhalten bleiben.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Für Birgit Helms ist die Suche eine Herzensangelegenheit: Zum September braucht der Buchenberger Kirchenchor einen neuen musikalischen Leiter. Die erste Obfrau der Buchenberger Sängerinnen und Sänger ist entschlossen, einen Nachfolger für den Noch-Dirigenten des Chors, Martin Teichert, zu finden – denn die Alternative ist keine Option.
„Wir würden uns natürlich weiter treffen zum Singen“, sagt Birgit Helms – auch ohne neuen Dirigenten. „Aber ein wirklich motivierender Gedanke ist das nicht, denn wir sind ja zielstrebig und nehmen uns gerne immer wieder etwas vor.“
Ohne Dirigenten ist die Zukunft unklar: „Brechen wir dann auseinander? Wechseln einige zum Königsfelder Kirchenchor? Oder singen wir weiter hier für uns, suchen und hoffen weiter? Zu lange dürfte die Pause nicht gehen, denn sonst ist es sehr, sehr wahrscheinlich, dass das Konstrukt auseinanderbricht“, skizziert Helms. Und so ist sie schon da, die Befürchtung, dass ohne neuen musikalischen Leiter eine lange Buchenberger Tradition vergehen könnte.
Kirchenchor hat lange Tradition
Schon seit 160 Jahren gibt es in Buchenberg einen Kirchenchor – und mit Ausnahme der beiden Weltkriege war er durchgehend aktiv, berichtet Helms. „Ansonsten hat man sich in Buchenberg durchgehend getroffen, um gemeinsam zu singen.“ Stolz auf diese lange Historie ist nicht nur die Obfrau des Chors. „Das liegt uns allen sehr am Herzen“, sagt sie mit Blick auf den Fortbestand und die Aktivitäten des Kirchenchors.
Denn in Buchenberg, Königsfelds flächenmäßig bei Weitem größtem Ortsteil, sind die Wege lang. „Man merkt schon, wir haben eine Streusiedlung“, sagt Helms. „Da ist es äußerst selten, dass man sich mal trifft.“ Umso wichtiger, betont die Obfrau des Kirchenchors, seien regelmäßige Treffpunkte für die Buchenberger.
Eines von wenigen Angeboten
„Da ist es einfach schön, wenn man in einer Gemeinschaft ist – egal ob beim Singen, beim Sport oder bei sonst etwas –, wo man sich treffen und austauschen kann.“ Außerdem verbinde das gemeinsame Singen enorm. „Wir haben nicht viele Angebote in den dörflichen Strukturen“, sagt Helms.

Das gemeinsame Singen schweißt die Mitglieder des Kirchenchors zusammen, sagt Obfrau Birgit Helms. Aber nicht nur deshalb ist der Chor eine wichtige Institution in Buchenberg. (Symbolfoto)
Michael Brandt/dpaUmso wichtiger sei es, dass die Gemeinschaft der Sänger nicht verloren gehe – deshalb ist der Kirchenchor auf der Suche nach einem neuen Dirigenten. „Wir sind in die Offensive gegangen“, sagt Helms. Dabei möchte auch Teichert helfen. Denn der bisherige musikalische Leiter des Kirchenchors, der derzeit in den letzten Zügen seines Studiums an der Hochschule Trossingen ist, verlässt den Chor nicht etwa wegen Unstimmigkeiten. Vielmehr ist es sein geplantes Masterstudium, das den Abschied notwendig macht, sagt Helms.
Schon vier Studenten als Dirigenten
Während der Kirchenchor Buchenberg also öffentlich nach einem neuen Dirigenten sucht, hört sich Teichert an der Hochschule in Trossingen um. Helms ist zuversichtlich, dass die Sänger so bis zum Spätsommer einen neuen musikalischen Leiter finden werden – vor allem, da der Chor mit Studenten der Hochschule Trossingen bereits gute Erfahrungen gemacht hat. Schon vier Studenten von dort haben den Buchenberger Chor dirigiert – jeweils für den Zeitraum ihres Studiums, in der Regel also etwa zwei bis drei Jahre lang.
Der Kirchenchor Buchenberg
Der Buchenberger Kirchenchor probt immer dienstags ab 19.30 Uhr im Rathaus in Buchenberg. Im Jahresverlauf gestaltet der Chor diverse Gottesdienste musikalisch mit – etwa an den Oster- und Weihnachtstagen, aber auch zu weiteren Anlässen. Hinzu kommen weitere kleinere Auftritte, etwa zu runden Geburtstagen und Hochzeitsjubiläen. Alle zwei Jahre steht eine Chorfreizeit in Gengenbach auf dem Programm. Dabei steht meist die Vorbereitung auf ein spezielles Chorprojekt im Mittelpunkt.
Umso mehr ist der Kirchenchor daran gewöhnt, neue Chorleiter anzuwerben und mit ihnen zu arbeiten – und umso größer ist die Vorfreude auf neue Impulse. Für die wöchentlichen Proben, die Auftritte, die Chorfreizeit, die alle zwei Jahre stattfindet. Und auch, um neue, junge Mitglieder für den Chor begeistern zu können.
Neue Richtung durch neue Leitung
„Wir haben da die gleichen Probleme wie viele andere Vereine“, sagt Helms. „Dass wir überaltert sind. Dass wir Verjüngung brauchen.“ Genau da erhofft sich die Obfrau neue Ideen. „Wir denken, dass wir uns durch eine neue Leitung anders aufstellen können. Dass es musikalisch einen Schub gibt – vielleicht auch in eine andere Richtung.“
Doch dafür, erklärt Helms, brauche es eine Chorleitung, die den musikalischen Weg vorgibt. „Jemand, der vorangeht, uns mit Ideen inspiriert und uns mitnimmt.“ Neuen Schwung soll der neue Dirigent also mitbringen – „aber auch eine Sensibilität fürs Bewahren“, wie Helms betont.
Immerhin steht der Kirchenchor Buchenberg in einer langen Tradition, die bewahrt werden soll. Und auch wenn die Obfrau zuversichtlich ist, dass ein neuer Chorleiter gefunden werden kann – eine Interessentin hat sich bereits gemeldet und bis September bleibt noch etwas Zeit für die Suche –, so weiß Helms: „Man weiß nicht, was die Zukunft bringt. Es ist natürlich immer etwas Unsicherheit dabei in so einer Situation.“

