Kinderbetreuung in Vöhrenbach
: Eltern müssen mehr zahlen

Allerdings entschied sich der Gemeinderat für eine mildere Variante, als eigentlich für die Kommunen im Land empfohlen wird. Das sind die Gründe.
Von
Stefan Heimpel
Vöhrenbach
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ARCHIV - 29.02.2012, Baden-Württemberg, Mannheim: Grundschülerinnen sind in einem Kinderhort mit Bastelarbeiten beschäftigt. An die Kinderbetreuung in der Kita soll sich nahtlos eine ganztägige Betreuung in der Grundschule anschließen.  (zu dpa: «Ausbau der Ganztagsbetreuung - Bundesförderung verlängert») Foto: Uwe Anspach/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Elternbeiträge für die Betreuung in den Vöhrenbacher Kindergärten steigen. (Symbolfoto)

dpa/Uwe Anspach
  • Vöhrenbach erhöht Elternbeiträge in beiden Kindergärten, bleibt aber unter Empfehlungen.
  • Ziel bleibt ein Deckungsgrad von 20 Prozent – aktuell nur rund 13 Prozent je Einrichtung.
  • Verlängerte Öffnungszeiten ersetzen Regelgruppen; höherer Personalaufwand entsteht.
  • Zuschlag von 25 Prozent für verlängerte Zeiten entfällt weiter – Beiträge bleiben niedriger.
  • Betriebskosten liegen bei 1,577 Mio. Euro, Einnahmen 217.000 Euro: Defizit soll nicht wachsen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung die Erhöhung der Elternbeiträge in den beiden Kindergärten beschlossen.

Jedes Jahr geben die Vertreter der Kirchenleitungen gemeinsam mit dem Gemeinde- und Städtetag Empfehlungen heraus, wie stark man aufgrund der Kostenentwicklung und Tarifsteigerungen die Elternbeiträge für die Kindergärten anheben sollte. Nach Gesprächen auch mit der katholischen Kirchengemeinde als dem Träger der beiden Kindergärten sowie mit der Leitung hält sich die Stadt Vöhrenbach dabei an die Empfehlungen für die beiden kommenden Kindergartenjahre. Das heißt, sie übernimmt dabei als Grundlage die vorgeschlagenen Elternbeiträge für eine Regelgruppe und für die Gruppen mit unter Dreijährigen. Damit liegt die Stadt Vöhrenbach noch weit unter den Empfehlungen.

Angestrebt wird ein Deckungsgrad von 20 Prozent. Also: 20 Prozent der Kosten für die Kindergärten sollen durch die Elternbeiträge gedeckt werden. In Vöhrenbach sind dies allerdings in St. Johannes Hammereisenbach nur 13,12 Prozent der Betriebskosten, in St. Martin Vöhrenbach 13,88 Prozent. Durch die Veränderung bei der Nachfrage werden bereits ab dem laufenden Kindergartenjahr bei den Kindern über drei Jahren keine Regelgruppen mit insgesamt 30 Stunden Öffnungszeiten am Vormittag und Nachmittag angeboten, sondern stattdessen die verlängerten Öffnungszeiten. Die sind dann am Vormittag durchgängig ebenfalls 30 Stunden.

Das hat allerdings einen höheren Personalaufwand zur Folge, denn dann müssen auch Pausen für die Mitarbeiter eingeplant werden. Weiterhin gibt es bei den Elternbeiträgen eine soziale Staffelung nach dem „Württembergischen Modell“. Je nach Anzahl der Kinder in der Familie unter 18 Jahren sinkt damit der monatliche Elternbeitrag deutlich.

Bei der verlängerten Öffnungszeit liegt der Elternbeitrag damit bei einer Ein-Kind-Familie bei 181 Euro pro Monat und sinkt je nach Kinderzahl bis auf 32 Euro pro Monat für Familien mit vier und mehr Kindern unter 18 Jahren.

Verlängerte Öffnungszeiten

Laut Empfehlung sollte dieser Mehraufwand für die verlängerten Öffnungszeiten durch einen Zuschlag von 25 Prozent auf die Gebühren für eine Regelgruppe abgedeckt werden. Doch in Vöhrenbach verzichtet man bereits seit Jahren und auch wieder für die kommenden beiden Jahre auf diesen Zuschlag auf die Elternbeiträge. Dies würde sonst allein die Elternbeiträge für die verlängerte Öffnungszeit von 181 Euro bis 32 Euro auf 226 Euro bis 40 Euro erhöhen. Eine entsprechende Staffelung gibt es auch bei allen anderen Tarifen wie der Ganztagesgruppe oder den Krippengruppen.

Nicht zuletzt weisen die Verbände auf weitere Möglichkeiten der Unterstützung für Familien hin, wie die wirtschaftliche Jugendhilfe, das Wohngeld, den Kinderzuschlag oder Leistungen des Teilhabepaketes. Diese Unterstützung kann bei den entsprechenden Stellen jederzeit beantragt werden.

Die Betriebskosten

Landauf, landab hört man immer wieder Kritik der Eltern an den „hohen Kindergartengebühren“. Dabei wird selten berücksichtigt, dass der größte Teil der Betriebskosten für die Kindergärten von den Trägern, also den Kommunen und Kirchengemeinden, sowie vom Land Baden-Württemberg übernommen wird. Dabei besteht das Ziel, dass 20 Prozent der Betriebskosten durch die Eltern und ihre Beiträge getragen werden. 80 Prozent sollen die Gemeinden, Träger und das Land übernehmen. Allein vom Land Baden-Württemberg kamen im vergangenen Jahr für die Kindergärten 784.000 Euro. Selbst in diesem Idealfall liegt dann der Anteil der Kommunen und Kirchen immer noch bei 80 Prozent. In Vöhrenbach betragen die Betriebskosten der beiden Kindergärten 1,577 Millionen Euro. Das Ziel wäre also, davon 315.000 Euro durch die Elternbeiträge einzunehmen. Tatsächlich sind es in Vöhrenbach 217.000 Euro, also noch einmal fast 100.000 Euro weniger als gefordert. Wenn man in Vöhrenbach die Elternbeteiligung von 20 Prozent an den Betriebskosten erreichen wollte, müsste man die Kindergärtenbeiträge um fast 50 Prozent anheben. Dazu käme dann noch der Zuschlag für den Mehrbedarf bei der verlängerten Öffnungszeit von 25 Prozent. Da ist man sich im Gemeinderat einig, dass man weitgehend auf dem bisherigen Niveau bleiben will. Es gilt lediglich, das Defizit nicht noch weiter zu vergrößern.

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