Kinderbeteiligung in Gütenbach
: Soccerplatz, Gruselorte und ein hässliches Feuerwehrhaus

Wie sehen Kinder ihre Heimatgemeinde Gütenbach? Mehr Licht, ein Wasserspielplatz und Treffpunkte für Mädchen. Die Viert- bis Sechstklässler bringen ihre Wünsche im Gemeinderat vor.
Von
Stefan Heimpel
Gütenbach
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GR Gütenbach

Ende des letzten Schuljahres waren Schüler der Gütenbacher Grundschule zu einem Politiktag im Rathaus. Im Gemeinderat präsentierten nun die Schüler gemeinsam mit ihrem Lehrer Simon Götschel, wie man diese Gesprächen und Erfahrungen auch konkret umsetzen könne.

Stefan Heimpel
  • Schüler aus Gütenbach stellen im Gemeinderat Ideen zur Kinderbeteiligung vor.
  • Projekt „Jugendbeteiligung im oberen Bregtal“ wird erneut durchgeführt – diesmal mit Jüngeren.
  • Gewünscht sind bessere Beleuchtung, mehr Tore am Soccer-Platz und ein Wasserspielplatz.
  • Kinder fordern Treffpunkte für Mädchen, mehr Grün sowie Tempo 30 im Wald zum Schutz der Tiere.
  • Streitpunkt Platz vor der Schule: viele Elterntaxis und schnelle Fahrzeuge sorgen für Probleme.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Gleich zu Beginn der Gemeinderatssitzung kamen Gütenbacher Schüler zu Wort: Im Rahmen der Jugendbeteiligung an der Politik wurden die Viertklässler sowie einige Schüler der fünften und sechsten Klassen begrüßt. Diese hatten zuvor an einem Projekt zur Kinderbeteiligung in der Gemeinde teilgenommen. Die Schüler präsentierten ihre Ergebnisse, darunter Ideen für Verbesserungen in ihrer Gemeinde.

Bereits 2025 beteiligte sich die Gemeinde Gütenbach gemeinsam mit den Städten Furtwangen und Vöhrenbach am interkommunalen Projekt „Jugendbeteiligung im oberen Bregtal“, das auch vom Land Baden-Württemberg gefördert wird. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche frühzeitig mit kommunalpolitischen Themen vertraut zu machen, ihre Perspektiven und Ideen aufzunehmen und ihnen konkrete Möglichkeiten zur Mitgestaltung ihrer Gemeinde zu eröffnen.

Zum Ende des letzten Schuljahres wurde das Projekt erneut durchgeführt, dieses Mal waren aber auch die Kinder der dritten und vierten Klasse beteiligt. Diese Schüler, die inzwischen teilweise schon die Schulen in Furtwangen besuchen, waren nun mit ihrem Lehrer, Rektor Simon Götschel, in den Gemeinderat gekommen und berichteten über die verschiedenen Erfahrungen und Ideen. Damit wurde konkret der Gedanke umgesetzt, die Schüler direkt an der Kommunalpolitik zu beteiligen.

Bessere Beleuchtung gewünscht

Die Schüler berichteten von ihrem Besuch im Rathaus. Zwei machten deutlich, dass die Beteiligung von Kindern wichtig sei. Denn ihre Sichtweise unterscheide sich oftmals von der von Erwachsenen. Die nächste Gruppe nahm Luftbilder von Gütenbach als Basis. Mit bunten Punkten hatte sie darauf markiert, wo sie wohnen, welche ihre Lieblingsorte sind und welche „Gruselorte“. Beliebt sind der Sportplatz und das Dorfcafé. Die Mühle im Hübschental sei zwar auch beliebt, aber auch gruselig. Angemerkt wurde, dass beim Soccer-Platz die Beleuchtung zu schwach sei. Das Hintertal sei im Herbst und Winter recht dunkel. Deshalb sei es auch dort gruselig. Eine weitere Gruppe formulierte Anregungen, etwa noch zwei Tore beim Soccer-Platz und einen Fahrrad-Parcours. Auch der Wunsch nach einem neuen Landmarkt wurde geäußert, ebenso wie ein Wasserspielplatz. Außerdem zeigte sich, dass sich viele Flächen eher für Aktivitäten von Jungen eignen. Daher entstand der Wunsch nach Angeboten und Treffpunkten für die Mädchen.

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Das sorgt für Erheiterung im Gemeinderat

Konkrete Verbesserungsvorschläge waren mehr Straßenbeleuchtung im Hintertal und mehr Blumen und Bäume in der Gemeinde. Das alte Feuerwehrhaus dagegen sei nicht schön und man sollte es abreißen, was für Heiterkeit im Gemeinderat sorgte. Ebenso wurde ein Minigolfplatz gewünscht.  Abschließend machte Simon Götschel deutlich, dass manches nicht realistisch und auch nicht umsetzbar ist. Aber man könne immer Ideen äußern und „wenn man das oft genug macht, hat es ja vielleicht eine Wirkung“. Der Gemeinderat sollte aber künftig bei seinen Beratungen auch an die Ideen der Kinder denken.

Junge Bürger sind naturverbunden

Die Gemeinderäte konnten direkt Fragen an die Kinder stellen. Dabei wurde deutlich, dass die Kinder gern im Wald spielen, also offensichtlich naturverbunden sind. Ganz konkret wurden die Schüler auch gefragt, ob sie sich an den Straßen in Gütenbach sicher fühlen. Neben einem Wunsch für Tempo 30 im Wald zum Schutz der Tiere erinnerte Rektor Götschel an eine Diskussion beim Politiktag über den Platz vor der Schule. Schnell fahrende Fahrzeuge und viele Elterntaxis und Fahrzeuge des Bauhofs sorgen hier immer wieder für Probleme.

Bürgermeisterin Lisa Hengstler dankte für die interessanten Ausführungen. Am Politiktag sei es für sie schön gewesen, den Ort auch einmal aus den Augen der Kinder zu sehen. Viele der genannten Wünsche seien immer wieder Thema im Gemeinderat. Aber vieles sei nicht einfach zu realisieren. „Aber wir nehmen das alles mit und schauen, was wir davon umsetzen können.“