Hochschule Furtwangen: Wer führen will, muss über den Tellerrand schauen

Regina Feketics (Mitte) betreut seit rund 20 Jahren das Studienprogramm Executive MBA an der HFU Business School der Hochschule Furtwangen.
Hochschule Furtwangen- Executive MBA der HFU: General Management mit Fokus auf Finance, Strategy und Leadership.
- Inhalte werden laufend aktualisiert – digitale Transformation und KI sind heute zentral.
- Programm ist berufsbegleitend mit Blended Learning, Präsenz in Schwenningen und Online-Phasen.
- Komplett auf Englisch und international ausgerichtet – Beispiel: Business-Simulation in Málaga.
- Praxisnähe zählt: Teilnehmende wenden Gelerntes direkt im Job an und bringen Fälle aus dem Alltag ein.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Regina Feketics ist Programmdirektorin des Executive MBA an der HFU Business School der Hochschule Furtwangen. Sie begleitet den Studiengang, laut einer Pressemitteilung der HFU, seit rund 20 Jahren und hat seine Entwicklung über mehrere Generationen von Studierenden hinweg miterlebt.
Was hat sich in dieser Zeit verändert?
In 20 Jahren hat sich viel verändert – in den Unternehmen, in der Arbeitswelt und bei den Anforderungen an Führungskräfte. Die Grundidee des Executive MBA ist gleichgeblieben, sagt Regina Feketics: Menschen, die in ihrem Fachgebiet bereits viel Erfahrung haben, dabei zu unterstützen, ihren Blick auf das gesamte Unternehmen zu erweitern. Dabei ist jede Gruppe anders. Jeder bringe unterschiedliche Branchen, Fachrichtungen, Erfahrungen und Persönlichkeiten mit. Daraus entsteht jedes Mal eine eigene Dynamik. Inhaltlich wird der Studiengang immer weiterentwickelt. Themen wie digitale Transformation und künstliche Intelligenz (KI) spielen heute eine wesentlich größere Rolle, ebenso die Frage, wie sich Führung und Strategie unter veränderten Rahmenbedingungen entwickeln. Der Kern bleibt aber General Management.
Welche Themen sind heute besonders wichtig – und welche Rolle spielt dabei die internationale Perspektive?
Es geht um Finance, Strategy und Leadership – also darum, ein Unternehmen als Ganzes zu verstehen und Entscheidungen nicht nur aus der eigenen fachlichen Perspektive zu betrachten. Dazu kommen Themen, die heute für praktisch jedes Unternehmen relevant sind, insbesondere die digitale Transformation und KI. Ein wichtiger Bestandteil der internationalen Ausrichtung ist es auch, dass der gesamte Executive MBA auf Englisch stattfindet. Wenn Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und beruflichen Erfahrungen zusammenkommen, entsteht ein internationaler Austausch, der weit über die Lehrinhalte hinausgeht. Ein schönes Beispiel ist laut Regina Feketics die Business-Simulation in Málaga. Dort arbeiten die Studierenden gemeinsam mit spanischen Studierenden der Universidad de Málaga in gemischten Teams. Sie treffen unternehmerische Entscheidungen, müssen unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und erleben unmittelbar, was internationale Zusammenarbeit bedeutet.
Digitalisierung und Künstliche Intelligenz verändern Geschäftsmodelle und Arbeitsweisen. Wie stark prägen diese Entwicklungen heute die Inhalte des Executive MBA?
Digitalisierung und Künstliche Intelligenz spielen heute eine wichtige Rolle. Es geht in diesem Programm aber nicht darum, die Studierenden zu KI-Spezialisten oder Entwicklern auszubilden, sagt Regina Feketics. Sie sollen vielmehr verstehen, welche Treiber und Auswirkungen die digitale Transformation und KI auf Unternehmen haben und was daraus für Geschäftsmodelle, Prozesse und strategische Entscheidungen folgt.
Der Begriff „Blended Learning“ fällt bei Weiterbildungsangeboten inzwischen häufig. Was bedeutet er konkret?
An der HFU bedeutet Blended Learning eine Kombination aus Online- und Präsenzphasen – ungefähr zur Hälfte online und zur Hälfte vor Ort in Schwenningen. Diskussionen, Fallstudien, Gruppenarbeiten und der direkte Austausch profitieren davon, wenn man gemeinsam in einem Raum sitzt. Gleichzeitig kann durch die Online-Phasen der Reise- und Organisationsaufwand deutlich reduziert werden. Wichtig ist deshalb auch, dass die Gruppe von Anfang an zusammenwächst. Der Studiengang startet mit einer gemeinsamen Team-Building-Aktivität.
Was können Teilnehmer aus einem General-Management-Studium mitnehmen, wenn sie bereits Experten in ihrem Fachgebiet sind?
Genau darin liegt eine der großen Stärken des Executive MBA. Viele Berufstätige kommen etwa aus dem Ingenieurwesen, der, IT oder anderen spezialisierten Fachgebieten. Sie sind in ihrem Bereich sehr gut ausgebildet und haben Berufserfahrung. Der nächste Schritt kann dann darin bestehen, stärker über die Grenzen der eigenen Funktion hinauszuschauen.
Was haben Unternehmen davon, wenn Mitarbeitende einen Executive MBA absolvieren?
Der große Vorteil eines berufsbegleitenden Studiums ist, dass Mitarbeitende weiterhin im Unternehmen arbeiten und das Gelernte unmittelbar mit der Praxis verbinden können. Die Studierenden bringen konkrete Fragestellungen aus ihrem Arbeitsalltag mit und nehmen umgekehrt neue Perspektiven und Lösungsansätze mit zurück ins Unternehmen. Gerade in unserer Region ist auch das Thema Mitarbeiterbindung wichtig. Arbeitgeber stehen teilweise in Konkurrenz zu Unternehmen in größeren Städten und Ballungsräumen.
Warum kann gerade jetzt der richtige Zeitpunkt sein, sich mit Strategie, Leadership und Unternehmensentwicklung auseinanderzusetzen?
Gerade wenn sich Rahmenbedingungen verändern, wird es wichtig, nicht nur auf die aktuellen Herausforderungen zu reagieren, sondern auch bewusst über die Zukunft nachzudenken. Unternehmen müssen sich mit neuen Technologien, veränderten Geschäftsmodellen, Kostendruck oder neuen Anforderungen an Führung auseinandersetzen. Dafür braucht es Menschen, die Zusammenhänge verstehen und unterschiedliche Perspektiven miteinander verbinden können.
Der Executive MBA ist ausdrücklich als berufsbegleitendes Studium konzipiert. Wie lässt sich ein anspruchsvolles Masterstudium mit einem Vollzeitjob und Familie vereinbaren?
Ein Masterstudium neben einem anspruchsvollen Beruf ist eine Herausforderung und erfordert Organisation. Aber genau dafür ist der Studiengang konzipiert. Die Präsenztermine sind konzentriert, und durch die Online-Phasen entfällt ein Teil des Reiseaufwands. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Planbarkeit: Alle Termine für das gesamte Studium stehen bereits vor Studienbeginn fest. Vor allem aber profitieren die Studierenden davon, dass Studium und Beruf unmittelbar miteinander verbunden sind. Ein Teilnehmer habe das einmal sehr treffend formuliert: „Was ich am Samstag in der Vorlesung gelernt habe, kann ich am Montag schon anwenden.“

