Heilpflanzen und Gesundheit
: Campusgarten der Hochschule Furtwangen blüht auf

Verschiedene Projekte, ein Referat und jede Menge Pflanzen: Studieren an der Hochschule Furtwangen heißt auch, im Schlamm stehend ein Loch auszuheben.
Von
(red/pm)
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Sie sorgen für einen blühenden Garten (von links): Tim Heise, Marius Basler, Christopher Tereschenko, Laura Italiano, Hannah Dinter und Anna-Elisa Rödelberger

Hochschule Furtwangen

Im Campusgarten am Gebäude O der Hochschule Furtwangen (HFU) herrscht rege Betriebsamkeit, denn am Nachmittag wird der neue Obstbaum geliefert. Mitverantwortlich dafür, dass der Garten im Frühling wieder aufblüht, sind auch zwei Projekte aus dem Studiengang Angewandte Gesundheitswissenschaften (AGW).

Für ihr Studienprojekt „Lernort Permakultur“ beschäftigen sich Marius Basler, Franziska Bayer, Tim Heise, Andreza Oliveira de Faria und Christopher Tereschenko mit der Erweiterung des Campusgartens um eine regionale Permakultur. „Wir haben uns zu Pflanzen informiert, die das ganze Jahr in Furtwangen über stehen können. Außerdem haben wir darauf geachtet, dass sich die Gewächse gegenseitig ergänzen und beispielsweise nicht alle die gleichen Nährstoffe brauchen“, erklärt Basler.

Die Gruppe wird über neugestaltete Schautafeln im Garten zu Permakultur, Kreisläufen und weiteren Themen informieren. Neben Gewürzen wie Thymian, Salbei und Rosmarin sollen dort unter anderem Walderdbeeren, Möhren, Stangensellerie, ein Apfel- und ein Sauerkirschbaum wachsen. Die zweite Projektgruppe aus AGW ergänzt die Auswahl um eine ganz besondere Pflanze – den Frauenmantel.

Was könne Heilpflanzen?

Hannah Dinter, Laura Italiano, Anna-Elisa Rödelberger und Susanne Roth vergleichen in ihrem Studienprojekt verschiedene Methoden zum Umgang mit dem Prämenstruellen Syndrom (PMS). 20 bis 40 Prozent aller Frauen sind davon betroffen und leiden vor der Periode unter Unterleibsschmerzen, Brustspannen und Stimmungsschwankungen. „Wir werten Erfahrungsberichte zur Wirkung von Heilpflanzen und phytotherapeutischen Methoden zur Schmerzlinderung aus“, berichtet Italiano. „Wir möchten mit unserem Projekt auch mehr Bewusstsein für das Thema schaffen“, ergänzt Rödelberger.

Dazu wird die Projektgruppe Frauenmantel im Campusgarten anpflanzen. „Die Pflanze ist eine tolle Botschafterin. Nicht nur trägt sie „Frau“ bereits im Namen, sie wird auch schon seit Jahrhunderten in der Frauenheilkunde für Beschwerden eingesetzt. Man kann mit ihr beispielsweise Tee kochen oder Öl herstellen. Außerdem ist sie bienenfreundlich und kommt mit herausforderndem Klima zurecht“, erklärt Dinter.

„Wir möchten allen Studierenden eine Möglichkeit bieten, sich am Campusgarten zu beteiligen, deshalb haben Marius und ich das Campusgartenreferat gegründet“, erklärt Tereschenko. Sport- und Freizeitreferate ergänzen an der HFU den Studienalltag. „Wir werden mit allen Interessierten den Garten weiterbepflanzen, beobachten und freuen uns über jedes Gespräch, das sich ergibt“, fasst Basler zusammen. Die Studienprojekte werden von HFU-Professorin Nicole Weydmann und Cornelia Bohnet betreut. Für alle Themen rund um den Garten werden die Studierenden von Zoe Schwer von Schwer Garten- und Landschaftsbau Schönwald unterstützt.

Natur und Gesundheit

Die HFU mit ihrem Profil „Health & Technologies“ legt laut Mitteilung besonderen Wert darauf, „das Bewusstsein für Natur und Gesundheit bereits im Studienalltag zu verankern“. Eigens dafür wurde auch die Vertiefungsrichtung Planetare Gesundheit im Studiengang AGW eingerichtet. „Planetary Health verknüpft die Gesundheit des Planeten direkt mit der Gesundheit von Menschen: Ohne gesunden Planeten sind auch die darauf lebenden Menschen nicht gesund. Unsere Studierenden lernen die Zusammenhänge zwischen Umweltveränderungen und den Auswirkungen auf ihre Gesundheit kennen“, erklärt Weydmann, die das Modul an der HFU lehrt.

Tag der Gesundheit

Am Dienstag, 30. Juni, können Besucher beim „Tag der Gesundheit“ mehr über Planetary Health erfahren. Außerdem werden die verschiedenen Projektgruppen ihre Ergebnisse vorstellen. Im Campusgarten geht der Arbeit weiter. Marius Basler ist zufrieden: „Im Garten gibt es immer was zu tun, deshalb ist jede Unterstützung sehr willkommen.“

Das Schwarzwälder BAARometer
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis Montag bis Samstag im kompakten Überblick.