Heidenschlössle bei Furtwangen
: Skiclub Villingen feiert Jubiläum mit Musicalklängen

So viele Menschen sieht man selten am Heidenschlössle: Zum Musicalabend unter freiem Himmel füllten sich die Sitzbänke beim historischen Gebäude bei Furtwangen mit etwa 400 Zuschauern.
Von
Andreas Trenkle
Oberndorf
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Begeisterte Zuhörer beim Musical beim Heidenschlössle – rechts ist die vom Skiclub Villingen gepachtete Hütte zu sehen.

Andreas Trenkle

Eine Musicalaufführung auf mehr als 1000 Meter Höhe und das Mitten im Wald, beim Heidenschlössle: Hierzu schrieb Sabine Kienzler vor Jahren ein Musical, welches vor elf Jahren in der Festhalle aufgeführt wurde. Verbunden war die jetzige Aufführung mit dem Jubiläum des Skiclubs Villingen. Seit 75 Jahren ist dieser Pächter des Heidenschlössles.

Der Einladung folgten 400 Zuschauer. Jochen Menath, Vorsitzender des Skiclubs Villingen, war überwältigt von dem Zuspruch. Noch nie seien so viele Leute beim Heidenschlössle gewesen. Und ganz besonders lobte er sein Vereinsteam. Immer wieder schafften sie weitere Bänke heran. Und auch Essen und Getränke mussten mehrfach nachgeholt werden. Doch es war immer alles da.

Ein Weiteres trug das schöne Wetter bei. So gab es eine einmalige Atmosphäre. Als es dunkel wurde, leuchteten die bunten Lampen beim Haus.

Zunächst galt der Dank von Menath dem Besitzer des Heidenschlössles. Es ist Familie Schwer vom Reinerhof im Katzensteig. Und diese verpachtet das Haus nun seit 75 Jahren an die Villinger.

Erbaut wurde das Heidenschlössle 1663. Das angeblich hier zuvor stehende Schloss ist seit 1820 Teil des Furtwanger Wappens. Besitzer des Hauses war bis 1968 Alfons Schwer, danach bis 1994 Leopold Schwer und bis vor Kurzem Martin Schwer. Sein Sohn Tobias ist nun Hausbesitzer. Als Dank überreichte Jochen Menath Familie Schwer einen Fluggutschein.

Ein Kuchen zur Feier des Tages

Martin Schwer bedankte sich ebenfalls beim Skiclub, ganz besonders bei Hüttenwart Harald Feldmeier, für die langjährige Verbundenheit. Er überreichte einen Kuchen in Form einer 75. Schwer erläuterte, dass die Hütte von 1920 bis 1930 von den Naturfreunden Furtwangen als Ausschank genutzt wurde.

Die Musicalaufführung fand in Zusammenarbeit mit der Stadt Furtwangen statt. Seitens der Stadt stand Francesca Hermann dem Skiclub mit ihrem Organisator Albert Simon zur Seite. Bürgermeister Josef Herdner erläuterte, dass es vor einiger Zeit Gedanken gab, das Heidenschlössle-Musical nochmals aufzuführen – ein Plan, der nun mit dem Jubiläum am Ort des Musicals verbunden wurde.

Musicalicious singt Stücke aus dem Musical

Zwar kam nicht das gesamte Musical zur Aufführung. Dennoch kamen die Gäste auf ihre Kosten: Die Gruppe Musicalicious sang einige Stücke aus dem Musical, das Sabine Kienzler komponiert hatte. Sie moderierte auch die Stücke. Und so erzählte sie eindrucksvoll die Geschichte um das legendäre Heidenschlössle – so gekonnt, dass die Zuhörer das Gefühl hatten, das ganze Musical erlebt zu haben. Weiter zur Gruppe gehören ihr Ehemann Björn Härter, ihre Schwester Stefanie Morys, Mirjam Fecker und Martin Dorer – Alleskönner in ihrem Fach mit beeindruckendem Gesang.

Und darum ging es im Musical: Ein Ritter verirrte sich mit seinem Knappen auf das Heidenschlössle. Hier wohnen die Gräfin, deren Mann irgendwie „beseitigt“ wurde, deren Tochter und die Haushälterin. Und sie waren von den männlichen Gästen sehr angetan, umgarnten diese und gaben einen Ball. Am nächsten Morgen mussten die von weit her Gereisten feststellen, dass das Schloss verschwunden war.

Breites Spektrum in Teil zwei

Durch den zweiten Teil führte Stefanie Morys. Hier gaben die fünf Sänger Lieder aus anderen Musicals zum Besten, beispielsweise aus den Gerwig- und Hecker-Musicals von Rolf Langenbach, aber auch aus Mamma Mia, Die drei Musketiere, Peter Pan und Rebecca. Schaurig, oder auch passend zum Ort waren Dracula sowie Tanz der Vampire.

Der Gesang war live. Aber die Musik kam vom Band. Nach vielen Zugaben, welche das begeisterte Publikum gefordert hatte, mussten die Sänger dann gestehen: „Das Band ist fertig.“ Und so gab es nochmals eine Acapella-Vorstellung. Mit den Eindrücken dieser Lieder machten sich die Zuhörer wieder auf den Nachhauseweg.

Spenden für die Katharinenhöhe

Besonders freute sich Stephan Maier, Geschäftsführer der Katharinenhöhe. Die Zuschauer mussten keinen Eintritt bezahlen, durften aber an die Rehaklinik spenden.

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