Heavy Michel Days in Furtwangen
: Drei Tage düstere Klänge in wilder Natur

Drei Tage lang gab es Festival-Feeling unter dem Titel „Moon Howling“ – drei Tage voller düsterer Klänge, umgeben von wilder Natur beim Wilden Michel in Linach.
Von
Hans-Jürgen Kommert
Oberndorf
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Die Band „Servant“ ist eine knallharte Black Metal-Gruppierung bei den Heavy Michel Days.

Hans-Jürgen Kommert

„Headbanging“ war angesagt, wie immer zum Ausklang des Monats Juni. Und nicht etwa in Hamburg, Berlin oder vielleicht in Wacken, wo man das erwarten könnte. Nein, das Happening fand im kleinsten Furtwanger Ortsteil Linach statt, wo ein internationales Lineup harter Bands drei Tage lang für die „Heavy Michel Days“ sorgte.

Nachdem die Bühne für das Festival in den vergangenen Jahren nur wenige Schritte entfernt vom Haus stand, war das heuer anders. Wie schon beim „Funkentanz“ im vergangenen Herbst, ist künftig wohl der Wald oberhalb des großen Teiches die Party-Location. Nach dem Blechfeschd folgte nun ein Rock-, Punk- und Metal-Festival. Drei Tage Festival-Feeling unter dem Titel „Moon Howling“ – drei Tage voller düsterer Klänge, umgeben von wilder Natur. Obwohl sich das Wetter am Wochenende durchwachsen erwies, mit kühlen Nächten, war viel los in Linach.

Bereits am Donnerstag wurde der Michel richtig wild. Den Auftakt machte die Grünstädter Formation Nocturnal Silence, die vor allem knallenden Dark Metal spielen, in einem Mix von Doom, Black, Death and Gothic Metal – natürlich alles hausgemacht. „Servant“, eine Black Metal-Gruppierung aus Niedersachsen, erwies sich als erlebenswert – hammerharte Beats und bissige Gitarrenriffs erinnerten fast schon an Death Metal, also eine echte Power-Metal-Band. Den Tag beendeten Thantifaxath, eine kanadische Black-Metal-Band aus Toronto, die bis nach Mitternacht die Fans begeisterte mit ihrem Mix aus disharmonischem und glühendem Black Metal.

Bands rocken den „Michel“

Der Freitag begann bereits nachmittags, da fünf Bands den Michel rockten. „Dornen“ aus Baden-Württemberg, eine Post-Black-Metal-Band, sorgte für den harten Einstieg. Es folgten „Bipolar Architecture“ aus Berlin und der Türkei mit einem speziellen Mix aus post-metal, progressive Metal, Djent und Core.

Fünf Bands heizen am Freitag ein

Zumeist auf Deutsch erlebte man die Berliner Jungs „Kora Winter“ mit Hardcore und Metal. „The Hirsch Effekt“ aus Hannover spielte „Art-Core“, gemischt aus Progressive Metal mit Stilelementen aus vielerlei Genres bis hin zur Kammermusik. Den Rausschmiss besorgte die Karlsruher Formation „Vorga“ mit melodisch-atmosphärischem Black Metal.

Bei Heavy Michel Days Wilder Michel Furtwangen Linach heizen die Musiker den Fans richtig ein.

Foto: Hans-Jürgen Kommert

Auch am Samstag ließen sich nicht wenige Fans mit harten Sounds verwöhnen. Dabei gehörte der Tag weitgehend Formationen aus Frankreich wie „WuW“ aus Paris, die ihre Musik so beschreibt: „Inspiriert von klassischer Musik, Free Jazz und Drone entstehen experimentelle Lo-F-Post-Doom-Epen. „WuW“ ist das Geräusch, das der Wind macht, wenn er in einer heißen Nacht weht, so die Aussage.

„DDent“, auch aus Frankreich, präsentierte weniger Experimentelles, sie bewiesen Originalität mit ihrem Mix aus Post-Metal-Dynamik, sludgigen Riffs und einem gewissen Sinn für Schönheit in ihrem Sound.

Harter Sound zieht viele Fans an

Die Band „Black Bile“ aus dem französischen Lorient zeichnete sich durch ein eher melancholisch-gequältes, von Doom und Post-Metal geprägtes Bild aus.

Kollektives Headbanging ist angesagt im Wald beim Wilden Michel in Linach.

Foto: Hans-Jürgen Kommert

Laute, harte Musik

„Celeste“ aus Frankreich brillierten mit einzigartig-gewaltigem Black-und Post-Metal sowie Hardcore-Sound. Den harten Abend mit lauter, harter Musik in traumhafter Schwarzwaldlandschaft beschlossen „Wyatt E“ aus Belgien mit Antiquity doom und Drone. Die Band agierte fast ausschließlich instrumental. Nur sparsam setzte der charismatische Bandlader Sébastien von Landau seinen Gesang computerverzerrt ein.

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