Haushalt Schonach: Es kommt mehr Geld rein – aber bei Weitem nicht genug

Die Gemeinde Schonach hat zwar mehr Geld als geplant eingenommen. Dem stehen allerdings viele Ausgaben gegenüber. (Symbolfoto)
Karl-Josef Hildenbrand/dpa- Gemeinderat Schonach beriet Finanzen: mehr Einnahmen, aber weiterhin Defizit.
- Gewerbesteuer lag bei 2,62 Mio. Euro, Landeszuweisungen und Gebühren stiegen ebenfalls.
- Ergebnis verbessert sich um 860.000 Euro – dennoch Fehlbetrag von rund 102.730 Euro.
- Investitionen 3,385 Mio. Euro, davon 1,9 Mio. ins alte Schulhaus; neue Schulden 1 Mio. Euro.
- Für 2026 droht höheres Minus bis zu 1 Mio. Euro, möglicher Nachtragshaushalt angekündigt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Grund für den positiven Verlauf sind die mit 2,62 Millionen Euro und damit rund 520.000 Euro höher ausfallenden Gewerbesteuern, Mehreinnahmen bei den Landeszuweisungen für Kindergärten und Asyl, den Abwassergebühren sowie den Einnahmen für die 750-Jahrfeier.
Insgesamt wird sich das Ergebnis wohl um 860.000 Euro verbessern – dennoch wird man erstmals seit Einführung der kommunalen Dopik für 2025 einen Fehlbetrag von rund 102.730 Euro verbuchen müssen.
3,385 Millionen Euro investierte man 2025 – alleine 1,9 Millionen in das alte Schulhaus. Eine Million Euro neuer Schulden musste aufgenommen werden, der Schuldenstand im Hoheitsbereich stieg dadurch auf 1.987.120 Euro. Insgesamt ein Schuss vor den Bug, wie Kämmerer Steffen Dold feststellte.
Der dicke Hammer folgt aber 2026: Zur Mitte des Jahres sei die Sicht auf den Ergebnishaushalt besorgniserregend, wie Kämmerer Steffen Dold erläuterte. Verbesserungen bei den Zuweisungen, Umsatz- und Einkommenssteuer sowie Gewerbesteuer werde es nicht geben – im Gegenteil. Außerdem sanken die Zahlen auf der Ausgabeseite nicht. Und aufgrund der Investitionen mussten Kredite aufgenommen werden, die nun Zinsaufwendungen in Höhe von rund 60.000 Euro verursachen.
Anstelle des geplanten Fehlbetrages von 769.500 Euro befürchtet Dold, dass es gar eine Million werden könnte – sollte sich das bewahrheiten, wird ein Nachtragshaushalt für 2026 nötig werden. Im Finanzhaushalt wurde bis zum 30. Juni mit 1,4 Millionen Euro geplant, ausgegeben wurden tatsächlich 1,15 Millionen Euro, mit rund 557.000 Euro gingen fast die Hälfte aus das Konto der Sanierung des alten Schulhauses.
200.000 Euro wurden für die Regenüberlaufbecken und 108.000 für den Breitbandausbau gebraucht. Aktuell nimmt man einen Kassenkredit von rund 150.000 Euro in Anspruch, man rechnet allerdings in Bälde mit der Abrechnung der Förderungen für das alte Schulhaus und die Regenüberlaufbecken und somit hohen Zahlungseingängen. Denen aber stehen wiederum die laufenden Investitionen gegenüber. Insgesamt schloss Dold nicht aus, dass man im Jahresverlauf weitere Darlehen aufnehmen müsse.
Weiteres Darlehen nötig?
Wie vorausgesagt hat sich damit die Situation im Gemeindehaushalt innerhalb kürzester Zeit erheblich verschlechtert. Dold wies darauf hin, dass ein eventueller Kauf von Teilflächen der Sozialimmobilie die Verschuldung im Jahr 2027 weiter ansteigen lassen dürfte. Die zurückhaltende Investitionspolitik in der Haushaltsplanung 2026 sei der richtige Weg gewesen.
Die müsse man fortführen: Eine Sanierung der Sporthalle etwa würde aktuell die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde komplett überfordern. Bei den Eigenbetrieben Wasserversorgung und Kurbetrieb entwickeln sich Kosten und Einnahmen nahe an den Planungen. Bürgermeister Frey unterstrich Dolds Forderungen an die große Politik: Es müsse dringend zu struktureller Veränderung von oben kommen, die Kommunen und Landkreise stünden ansonsten vor dem finanziellen Kollaps.
