Großer Erfolg am TSG in St. Georgen
: Erster Platz bei Jugend forscht – wie der Glasierautomat 2.0 Cakepops verziert

Drei Nachwuchsforscher des Thomas-Strittmatter-Gymnasiums St. Georgen konnten bei „Jugend forscht“ den ersten Platz belegen. Ihre Innovation dekoriert Cakepops im Handumdrehen.
Von
Raphael Sickinger
Oberndorf
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Die Achtklässler Laura Santalucia (von links), Nele Rapp und Lasse Rapp vom Thomas-Strittmatter-Gymnasiums haben mit ihrem Glasierautomaten den Jugend forscht junior Regionalwettbewerb gewonnen.

Birgit Santalucia

Präzise packt der Roboterarm die kleine Kugel aus Kuchenteig, die in einer Halterung bereit liegt. Sanft hebt er sie an und transportiert sie zügig zu der Stelle, an der eine Schale, gefüllt mit weißer Schokolade, bereit steht. Erst wird eine und nach einer 180-Grad-Drehung die zweite Seite des Cakepops in die flüssige Schokolade getunkt.

So mit der klebrigen Glasur ausgestattet geht es weiter zur nächsten Station. Beide Seiten des Cakepops bekommen hier noch eine Streuselschicht verpasst, bevor der Roboterarm die süße Leckerei an eine Halterung an der Seite des Automaten steckt. Dann muss nur noch die Schublade geöffnet werden, um den fertigen Cakepop genießen zu können.

Mit Kreativität, technischem Geschick und viel Begeisterung für Innovation haben die 14-jährige Laura Santalucia sowie die 13-jährigen Geschwister Nele und Lasse Rapp beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht junior“ Donau-Hegau den ersten Platz belegt. Die drei Nachwuchsforscher überzeugten die Jury im Fachgebiet Arbeitswelt mit ihrem weiterentwickelten Projekt – dem Glasierautomaten 2.0.

Bereits im vergangenen Jahr haben die Schüler ein erstes Modell ihres Automaten gebaut. Seitdem wurde kontinuierlich daran gearbeitet, das System zu verbessern. Besonders der neue Greifarm, ein sogenannter MyCobot 280 mit sechs beweglichen Achsen, ist nun leistungsstärker und präziser. Dadurch kann er Objekte flexibel bewegen und Cakepops mit einer Auswahl von Schokoladen- und Streuselsorten verzieren.

Die Idee, einen Glasierautomaten zu bauen, stammt von Laura Santalucia. Aus dem einfachen Gedanken „jeder mag Schokolade“ entwickelte sich ein komplexes technisches Projekt, an dem das Trio seit mehr als einem Jahr arbeitet. Dabei haben die Schüler alles von zu Hause aus oder mal nebenbei konstruiert. Das ganze Projekt geht von der Jugend-forscht-AG aus, die von Lehrerin Birgit Santalucia geleitet wird, die selbst vor ihrer Lehramtszeit im Forschungsbereich tätig war.

Technisches Können gezeigt

Neben der technischen Umsetzung spielt auch die Programmierung eine zentrale Rolle. Über eine grafische Python-Oberfläche wird der Automat gesteuert. „Das Programmieren hat am meisten Spaß gemacht, war aber auch am schwierigsten“, berichtet Nele Rapp. Die Schüler eigneten sich das Wissen selbst an – eine Leistung, die hervorsticht.

Die Cakepops rollen durch eine Röhre in den Automaten, wo der Greifarm sie mithilfe einer Zange aufnimmt.

Foto: Birgit Santalucia

Auch Herausforderungen mussten gemeistert werden, berichtet Lasse Rapp. Anfangs sei es häufiger mal zu unsauberen Ergebnissen und Kleckerein gekommen. Doch durch Tests und weiteres ausprobieren fanden die Schüler schließlich heraus, dass sich Silikon am besten als Unterlage eignet – Schokolade lässt sich davon einfacher entfernen. Eine Silikonmatte sorgt nun nicht nur für bessere Reinigung, sondern auch für mehr Hygiene.

Süße Innovation

Der Glasierautomat verfügt über ein interaktives Display, über das Nutzer ihre gewünschten Toppings auswählen können. Der fertige Cakepop wird anschließend automatisch zubereitet und kann über eine Schublade entnommen werden. Damit eignet sich das Gerät auch für Veranstaltungen wie Geburtstage oder Hochzeiten.

Zuerst wird der Cakepop in die Schokolade getunkt und anschließend in den Streuseln gewälzt.

Foto: Birgit Santalucia

Am Wettbewerbstag zählte jedoch nicht nur die technische Innovation. Auch die Präsentation, die schriftliche Ausarbeitung und das gestaltete Plakat flossen in die Bewertung ein. Die drei Schüler meisterten diese Aufgaben gemeinsam. Für Laura Santalucia war es bereits die sechste Teilnahme, doch erstmals konnte sie den ersten Platz erringen.

Landeswettbewerb steht bevor

Dementsprechend war die Freude groß, als sie erfahren haben, dass sie gewonnen haben. Doch das Projekt ist noch lange nicht abgeschlossen: Für die Zukunft planen die Nachwuchsforscher, den Automaten weiterzuentwickeln, so dass auch andere Gebäckspezialitäten oder Pralinen verziert werden können. Im Mai wartet dann die nächste Herausforderung mit dem Landeswettbewerb. Sollten sie dort gewinnen, hätten sie das höchste Ziel bei „Jugend forscht junior“ erreicht.

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