Gewerbe in Erdmannsweiler
: Kaum Nachfrage nach Bauplätzen

Im Gebiet „Bildstockäcker“ in Erdmannsweiler gibt es noch sechs Bauplätze. Laut Bürgermeister Fritz Link macht sich die Rezession bemerkbar.
Von
Stephan Hübner
Oberndorf
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Eine personelle Änderung brachte die jüngste Sitzung des Ortschaftsrates (von links): Ortsvorsteher Freddy Staiger, der ausscheidende Christoph Gass, Nachrückerin Jennifer Schwarzwälder und Bürgermeister Fritz Link.

Stephan Hübner

Christoph Gass, seit 2019 Mitglied des Ortschaftsrats Erdmannsweiler, wurde in einer Sitzung offiziell aus dem Amt verabschiedet. Nachrückerin ist die 46-jährige Jennifer Schwarzwälder.

Bürgermeister Fritz Link betonte, dass Gass weiter Bürger Königsfelds bleibt, aber in den Kernort zieht, was das Ausscheiden bedingt. Gass wurde 2019 im ersten Anlauf gewählt, 2024 im Amt bestätigt.

Seitdem habe sich der Ortschaftsrat mit einigen grundsätzlichen Weichenstellungen beschäftigt, darunter der Breitbandausbau, der Bau einer Löschwasserzisterne mitten im Ort oder die Erweiterung des Kindergartens für 387 000 Euro zur Aufnahme einer zweiten Gruppe. Zuletzt Thema waren der neue Flächennutzungsplan, die Erweiterung des Gewerbegebiets „Bildstockäcker“ und der barrierefreie Umbau der Bushaltestelle samt Einbau einer Querungshilfe, letzteres ein langgehegter Wunsch von Ortschaftsrat und Einwohnern. Eine weitere zentrale Weichenstellung wird bald die Zentralisierung der Wasserversorgung darstellen.

Link lobte Gass als „immer sachkundigen Rat, der sich bei Einwohnern umhörte, seine Meinung in ruhigem, sachlichem Ton einbrachte“. Dafür habe er sicher viel Zeit aufgewendet. Als Dank erhielt Gass das kleine Ortswappen. Dieser dankte für die Zeit im Rat und sprach von „immer freundschaftlichen Zusammentreffen“. Er habe interessante Einblicke erhalten und sich einbringen können.

Das Gemeinwohl im Blick

Nachrückerin für Gass ist die bei den vergangenen Kommunalwahlen stimmenmäßig fast gleichauf liegende Jennifer Schwarzwälder, die als Produktmanagerin bei Wahl in Peterzell arbeitet. Link wies darauf hin, dass der Ortschaftsrat kein Parlament, sondern ein Verwaltungsorgan ist, die Mitglieder als Repräsentanten der Bürger fungieren. In ihrem neuen Amt dürfe sie ohne Rücksicht auf Weisungen freie Gewissensentscheidungen treffen. Es gebe die besondere Verpflichtung, das Gemeinwohl im Auge zu behalten.

Entscheidungen seien nicht immer einfach, so Link auch angesichts der Priorisierung von Vorschlägen aus den Gremien. Er warnte vor allzu großen Erwartungen von milliardenschweren Bundesprogrammen, von denen nur ein eher kleiner Teil über einen langen Zeitraum hinweg nach Baden-Württemberg fließen wird. Zuletzt verpflichtete Link Schwarzwälder als neue Ortschaftsrätin.

Deutliche Zurückhaltung bei Investitionen

Von Klaus Epting nach der Vermarktung der sechs noch freien Plätze im Gewerbegebiet befragt, erklärte Link, dass man die Rezession merke, es wenige Interessenten für Baugebiete gebe. Die notwendige Darlehensverlängerung für das Gebiet sei aber nichts Ungewöhnliches. Freuen würde er sich, wenn die bisher vier Erwerber tatsächlich bauen würden. Aber auch bei Investitionen gebe es deutliche Zurückhaltung. Das Problem mit einer von den Behörden geforderten Löschwasserzisterne sei gelöst, da es bereits eine in der Ortsmitte und eine in Burgberg gebe.

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