Gemeinderat spricht über Friedhof: Diese neue Bestattungsform ist in Königsfeld bald möglich

Auf dem Friedhof Buchenberg sollen Rasengräber entstehen.
Stephan HübnerLaut Bürgermeister Fritz Link kam der Antrag dazu aus der Bürgerschaft. Die Bestattungsform „Rasen-Erdgräber“ werde vor allem von Leuten bevorzugt, die keine Angehörigen mehr haben, aus konfessionellen Überzeugungen aber nicht verbrannt werden wollen, wie es bei Baum- und Urnengräbern der Fall ist.
Möglich seien ein normales Erdgrab oder ein Reihengrab für Eheleute, eingesät mit Rasen und nicht von Angehörigen sondern der Gemeinde gepflegt.
Deshalb müsse man diesbezügliche Kosten auf die Grabgebühr umlegen. Das ergäbe für ein Rasenreihengrab 4240 Euro, für ein Rasenwahlgrab 7840 Euro, was deutlich über den Kosten für normale Gräber liegt, die nur 1900 Euro kosten. Die Zubettung eines Sarges würde bei 750 Euro liegen.
Herkömmliches Sarggrab günstiger kalkuliert
Den großen Preisunterschied erklärte Link auch damit, dass das herkömmliche Sarggrab günstiger kalkuliert wurde, um einen Anreiz zu dessen Nutzung zu geben, da das der christlichen Tradition entspreche. So wolle man dem Trend zu Urnen- und Baumgrab entgegenwirken.
Die Ortsvorsteher schlugen als einzige Individualisierungsmöglichkeit eine runde, im Boden eingelassene Grabplatte vor, wie sie schon bei Baumgräbern zur Anwendung kommt. Bepflanzung oder anderweitige Verzierung ist nicht erlaubt.
Die Räte waren auch der Ansicht, dass die Grabform nur in Buchenberg und Neuhausen angeboten werden soll, wo genug Fläche zur Verfügung steht.
Fünf Reihen- und fünf Wahlgräber je Friedhof
Auf Nachfrage von Uwe Götz erklärte Link, dass zunächst fünf Reihen- und fünf Wahlgräber je Friedhof zur Verfügung gestellt werden, mithin also 20 Grabstellen.
Matthias Weisser wies darauf hin, dass es die Grabform in St. Georgen schon länger gibt und sich dort Leute aus Königsfeld begraben ließen. Tomas Lemcke mahnte das Absacken der Platten an.
Birgit Helms fand das Anbieten der Grabform richtig, störte sich aber an der Scheibe und schlug eine liegende Grabplatte vor. Angestrebt sei eine Vereinheitlichung im Erscheinungsbild, auch könne eine große Platte nach oben ragen, was den Pflegeaufwand weiter erhöhe, so Link. Nach ihrer Beobachtung stehe in St. Georgen nichts nach oben, entgegnete Helms. Ohne Angehörige lese ohnehin niemand die Aufschriften, meinte Bernd Möller.
Jens Hagen plädierte für eine möglichst simple Gestaltung. Beate Meier merkte das Fehlen von Waldbestattungen an. Diesbezügliche Möglichkeiten im Anschluss an den Gottesacker werden aber laut Hagen nicht kommen.
Urnen mit nach Hause nehmen
Link gab zu Bedenken, dass Entwicklungen anderer Bundesländer wie die Möglichkeit, Urnen mit nach Hause zu nehmen dafür sorgten, dass Friedhöfe immer weniger ausgelastet seien, was deren Ende bedeuten könne. Auch müsse man sich fragen, ob das der Würde des Verstorbenen gerecht werde. Was Königsfeld tue sei der christlichen Tradition angemessen.

Für Besucher von Beerdigungen kann künftig die Nutzung der Toiletten in der Gemeindehalle Weiler gebucht werden.
Foto: Stephan HübnerDer Gemeinderat stimmt den Änderungen der Friedhofsgebührenordnung und der Friedhofsordnung zu.
Für Besucher von Beerdigungen kann künftig die Nutzung der Toiletten in der Gemeindehalle Weiler gebucht werden. Aufgenommen wurde in die Gebührenordnung auch, dass für die Öffnung der Toiletten in der Gemeindehalle Weiler für Besucher 70 Euro anfallen.