Finanzen in Vöhrenbach: Haushalt stabilisiert sich trotz Belastung

Vöhrenbach musste Kredite aufnehmen, da die Stadtkasse mit eigenen Mitteln nicht liquide war.
Pixabay/fotoblendWie es aktuell mit den Vöhrenbacher Finanzen aussieht, erläuterte Kämmerer Armin Pfriender in der Sitzung des Gemeinderats bei seinem Haushaltszwischenbericht, der sich auf den aktuellen Stand Ende August bezog.
Nachdem die Haushaltssatzung 2025 mit Haushaltsplan im Februar beschlossen und im März vom Landratsamt genehmigt worden war, konnte Pfriender nun über die Haushaltsentwicklung im Lauf des Jahres berichten. Eine wichtige Aussage ist die Tatsache, dass die Stadtkasse zu keiner Zeit mit eigenen Mitteln liquide war. Es wurden Kassenkredite bereits aus dem Jahr 2024 übernommen und relativ früh und immer wieder neue Kredite in Anspruch genommen.
Zwischenzeitlich konnten dann aber auch immer wieder solche Kassenkredite ganz oder teilweise abgelöst werden. Ursache sind vor allem auch abweichende Zahlungsflüsse und vor allem einige Zuschüsse, die erst gegen Jahresende in der Stadtkasse eingehen werden. Dann wird die Höhe der Kassenkredite deutlich sinken.
Zur Stabilisierung der Liquidität der Kommunen trug auch bei, dass die Zuweisungen aus dem Finanzausgleich für September sowie die Zuweisungen für das Jahresende zu einem großen Teil drei Monate vorher ausbezahlt wurden.
Bei den Steuern weist vor allem die Gewerbesteuer eine negative Entwicklung auf, sie liegt 170 000 Euro niedriger als im Haushaltsplan kalkuliert. Bei den Grundsteuern A und B sind die Ansätze auch noch nicht erreicht, da noch verschiedene Steuerfälle und Veranlagungen bearbeitet werden müssen.
Erlöse durch Holzverkauf
Die gebuchten Erträge, also Einnahmen aus Leistungen der Stadt für die Öffentlichkeit, haben bereits jetzt die Summe im Haushaltsplan fast erreicht. Da kann es zum Beispiel durch Wasser- und Abwassergebühren, Bestattungsgebühren, Eintritt im Freibad und Ähnliches noch zu höheren Erträgen kommen. Auch bei den privatrechtlichen Einnahmen der Stadt sind aktuell höhere Einnahmen als angesetzt zu erwarten. Einen wesentlichen Anteil daran haben die Erlöse aus dem Verkauf von Stammholz aus dem Stadtwald.
Die Ausgaben für Personal werden wohl nicht die kalkulierte Höhe erreichen, da unter anderem Neueinstellungen später als geplant umgesetzt wurden. Auch die Aufwendungen für Zinsen dürften geringer ausfallen, da die Darlehen bisher nicht voll ausgeschöpft wurden. Allerdings rechnet man bei neuen Krediten und notwendigen Umschuldungen in den nächsten Jahren beim aktuellen Zinsniveau mit deutlich höheren Aufwendungen.
Grundstücksverkäufe noch nicht realisiert
Bei den Geldzuflüssen im Finanzhaushalt liegt man aktuell noch deutlich unter dem Ansatz, weil beispielsweise Grundstücksverkäufe noch nicht wie geplant realisiert werden konnten. Vor allem aber wurden verschiedene Zuschüsse zwar abgerufen, aber noch nicht genehmigt und daher nicht ausgeführt.
Bei den Auszahlungen für Investitionen liegt man aktuell bei 2,8 Millionen von geplanten 4,1 Millionen. Einige Projekte konnten noch nicht getätigt werden oder es gibt Verzögerungen bei Bauarbeiten und damit Verschiebungen auf das kommende Jahr. Die notwendigen Mehraufwendungen vor allem bei der Ortsdurchfahrt Hammereisenbach und die Nachzahlung für die Sanierung der Krankenhausstraße sind bekannt und müssen noch finanziert werden.
Verschuldung auf etwa 6,18 Millionen Euro kalkuliert
Von 2,1 Millionen Euro geplanten Krediten wurden bisher 1,5 Millionen Euro getätigt. Weitere Kreditaufnahmen sind aktuell nicht geplant, die Tilgung wird dadurch geringer ausfallen. Die Verschuldung zum Jahresende kalkuliert Pfriender auf etwa 6,18 Millionen Euro, das sind 1700 Euro pro Kopf. Durch die Veränderungen dürfte das ordentliche Ergebnis für 2025 besser ausfallen als geplant.