Finanzen im Minus: Gütenbach muss Kreditrahmen erhöhen

Die Gemeinde Gütenbach befindet sich derzeit in einer „negativen Liquidität“.
jd-photodesign - stock.adobe.comDie finanzielle Lage der Gemeinde ist aktuell enorm angespannt: Das Konto ist tief im Minus, der Kassenkredit bereits vollständig ausgeschöpft. In der kommenden Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 22. April, soll deshalb der Höchstbetrag der Kassenkredite deutlich angehoben werden.
Wie aus den Sitzungsunterlagen hervorgeht, befindet sich die Gemeinde derzeit in einer „negativen Liquidität“. Konkret bedeutet das, dass die verfügbaren Mittel aktuell nicht ausreichen würden, um alle laufenden Ausgaben zu decken. Der bestehende Kassenkreditrahmen von 770.000 Euro sei bereits vollständig ausgeschöpft.
Nach aktueller Planung könne sich die Lage kurzfristig sogar noch zuspitzen. Der Liquiditätsstand dürfte laut Unterlagen Ende Mai seinen Tiefpunkt bei rund minus 1,038 Millionen Euro erreichen.
Engpass durch Bauprojekt und Fördergelder
Hintergrund der angespannten Lage sei vor allem ein zeitliches Problem: Während im Zuge des Neubaus des Gemeindezentrums aktuell gebündelt hohe Schlussrechnungen anfallen, würden zugesagte Fördermittel teilweise auf sich warten lassen.
Dieses Auseinanderfallen von Ein- und Auszahlungen führe zu einem erheblichen kurzfristigen Engpass. Bürgermeisterin Lisa Hengstler betont jedoch, dass sich die Situation zumindest teilweise entspannen dürfte, sobald Fördergelder eingehen. Bereits im Juni werde mit größeren Zahlungseingängen gerechnet.
Kreditrahmen wird deutlich erhöht
Um die Zahlungsfähigkeit dennoch jederzeit sicherzustellen, soll der Kassenkreditrahmen derzeit von 770.000 Euro auf 1,1 Millionen Euro erhöht werden. Dabei würde es sich nicht um neue Schulden handeln, sondern um eine Art „Dispo“ für die Gemeinde, um kurzfristige Engpässe zu überbrücken. Zinsen würden nur anfallen, wenn der Kredit in Anspruch genommen werde.
Die Verwaltung sieht die Ursache vor allem in einem vorübergehenden Liquiditätsengpass. Gleichzeitig zeigt ein Blick in den Hauhalt, dass die finanzielle Lage grundsätzlich angespannt bleibt – für 2026 ist ein ordentliches Defizit von rund 757.000 Euro eingeplant. Das bedeutet: Auch über die aktuelle Situation hinaus wird die Gemeinde voraussichtlich weiter auf Kassenkredite angewiesen sein. Entsprechend mahnt die Verwaltung ein „äußerst umsichtiges Vorgehen“ und eine konsequente Umsetzung von Konsolidierungsmaßnahmen an.
Der Gemeinderat entscheidet in der kommenden Sitzung über die notwendigen Anpassungen.