Feuerwehr St. Georgen probt: Dicker Rauch über dem frisch sanierten Parkhaus

Jeder Handgriff sitzt: Links im Bild sieht man den bereits gegen mögliches Wegrollen fixierten Pick-up.
Richard SchusterMächtig eingespannt war die Freiwillige Feuerwehr an ihrem Festwochenende. Bevor am Sonntag das Floriansfest mit dem Tag der offenen Tür steigen konnte, stand tags zuvor die große Hauptprobe mit den Abteilungen St. Georgen, Langenschiltach, Oberkirnach und Peterzell/Stockburg an. Zusätzlich waren Kräfte der Führungsgruppe C St.Georgen/Königsfeld/Mönchweiler sowie des Deutschen Roten Kreuzes, Ortsverein St.Georgen, beteiligt.
Die Bergstadt-Feuerwehr hat durchschnittlich 130 Einsätze pro Jahr mit Herausforderungen unterschiedlichster Art zu meistern. Neue Sachverhalte und Gegebenheiten müssen stets berücksichtigt werden, damit die Wehr auf dem aktuellen Stand der Dinge agieren kann. Da heißt es eben üben, üben und nochmals üben.
Im ersten Probenteil ging es als angenommenes Szenario um einen Verkehrsunfall in der Gewerbehallestraße. Beteiligt waren ein Kleinwagen, darin eingeklemmt ein Verletzter, sowie ein Pick-up, dessen Fahrer sein Fahrzeug verletzungsbedingt nicht selbstständig verlassen konnte.
Mehrere Einsatzfahrzeuge, darunter auch das Tanklöschfahrzeug zur Sicherstellung des Brandschutzes, waren zur „Unfallstelle“ geeilt. Sofort wurden Maßnahmen gegen das Umstürzen des Kleinwagens eingeleitet. Nach Entfernung des Dachs konnte nach Absprache mit den medizinischen Fachkräften die Bergung des Fahrers erfolgen.

Hier hilft nur noch brachiale Gewalt, um die Bergung des Fahrers durchführen zu können.
Foto: Richard SchusterZeitgleich kümmerten sich die Retter um den Fahrer des Pick-ups und um die Fahrzeug-Sicherung – etwa, um ein Wegrollen zu verhindern. Dieser Fahrer war ernster, eventuell an der Wirbelsäule, verletzt, sodass bei seiner Bergung sehr vorsichtig zu Werke gegangen werden musste – eine Herausforderung für die Retter.
Besondere Vorkehrungen für Tiefgarage
Bei Übung zwei stand als Szenario ein Brand im Parkhaus Stadtmitte im Mittelpunkt des Geschehens. Derartige Einsätze, etwa in Tiefgaragen oder vergleichbaren Einrichtungen, bedürfen laut Feuerwehr besonderer Maßnahmen und Vorkehrungen, wie beispielsweise das Eindringen mit größeren Trupps sowie mit mehr Material. Örtliche Kontrolle und Kenntnis der Verhältnisse sind hier noch wichtiger als bei anderen Bränden.

Geschafft – die Einsatzkräfte transportieren eine der verletzt geborgenen Personen ab.
Foto: Richard SchusterDie Feuerlöschung hat Priorität. Feuerwehrmänner, ausgestattet mit Atemschutz, fanden im Parkhaus ein Auto in Vollbrand vor. Das Feuer hatte bereits auf weitere Fahrzeuge übergegriffen. Zuvor wurden von außen die Gebäudefunkanlage und die Lüftungseinrichtung für den Brandfall aktiviert.

Gespannt verfolgen die Zuschauer das Spektakel: Dieser Trupp macht sich mit Atemschutz-Ausrüstung bereit für das Eindringen ins Parkhaus.
Foto: Richard SchusterDie Zuschauer beobachteten das Hervorquellen dichten Rauchs aus dem Einfahrtstor. Die Feuerwehr baute routiniert und zügig eine Wasserversorgung auf, bekämpfte den Brand, machte sich auf die Suche nach vermissten Personen und rettete zwei Menschenleben. Schließlich wurde das zerstörte Auto mittels Seilwinde aus dem Parkhaus gezogen.

Hier läuft zum Glück nur eine Übung - allerdings unter massiv erschwerten (Trainings)-Bedingungen.
Foto: Richard SchusterAlle Einsatzmannschaften lösten die gestellten Aufgaben beider Übungsteile mit Bravour. Die zahlreichen Zuschauer, darunter auch Bürgermeister Michael Rieger sowie Stadt- und Ortschaftsräte, konnten einen ausgezeichneten Eindruck von der Schlagkraft und Zuverlässigkeit „ihrer“ Feuerwehr gewinnen.