Ferienworkshop in Furtwangen: Helden erleben in Comics-Abenteuer

Nicole Deisenberger (hinten, von links), Workshop-Leiterin Birgit Hedemann und Eva Renz vom Uhrenmuseum mit den Teilnehmern, die im Statt-Muesum ihre eigenen Comic erstellen
Stefan HeimpelAn vier Tagen hatten Kinder von zehn bis 13 Jahren die Gelegenheit, im Statt-Museum unter der fachkundigen Anleitung der Kinderbuchautorin Birgit Hedemann ihre eigene Comicwelt zu erschaffen.
Noch bis ins kommende Jahr hinein ist das Deutsche Uhrenmuseum Furtwangen wegen Sanierung und Umbau geschlossen. In dieser Zeit präsentiert sich das Museum in seinem Exil, dem Statt-Museum in der Friedrichstraße, wo auch immer wieder Workshops stattfinden.
Birgit Hedemann bietet bereits seit drei Jahren Workshops zur Erstellung eigener Comics an. Entwickelt wurde diese besondere Art von Workshop von ihrer Kollegin Andrea Rings, die damit einen riesigen Erfolg hatte und sich daher weitere Autoren für dieses Angebot suchte. Ermöglicht – und das sogar kostenfrei – wird der Workshop dank einer Förderung der Baden-Württemberg-Stiftung zum Literatursommer.
Birgit Hedemann findet es wichtig, Kinder immer wieder zum Lesen und Schreiben zu animieren. Und da böten sich Comics als illustrierte Geschichten an.
Dazu muss man noch nicht mal ein großer Künstler sein. Denn Comics bieten viele Möglichkeiten der grafischen Gestaltung – eine davon macht das wichtigste Werkzeug des Workshops, das Tablet, möglich: Dank entsprechender Programme können die Kinder selbst Comicfiguren und Hintergründe erstellen, aber auch Fotos einbinden.
Mit Begeisterung dabei
Nach einer kurzen Einführung am ersten Tag waren die Kinder gleich bei den ersten Versuchen mit Begeisterung dabei. Und nun entstehen interessante und vielschichtige Werke. Bei jedem Comic hat man auf einer Seite bis zu vier „Panels“, die dann mit Bildern, Personen und Text ergänzt werden. Am Ende setzt sich der ganz persönliche Comic nach vier Tagen aus bis zu zehn Seiten zusammen.
Doch bevor es so weit war, mussten zu Beginn erst einmal Grundlagen vermittelt werden – etwa zum Aufbau einer Geschichte: Wo beginnt die Geschichte? Wer ist hier Akteur? Und was hat der Held vor? Vor dem Hintergrund dieser Fragen muss ein Ziel erarbeitet werden. Wo ist das Problem oder was will der Held erreichen? Und nicht zuletzt muss selbstverständlich geklärt werden, wie die Geschichte endet.
Unterschiedliche Ideen
Die Kinder sind, so Birgit Petermann, voller Energie und sehr fantasiereich. Die Comics sind sowohl von der Gestaltung wie vom Inhalt sehr unterschiedlich. Und im Exil des Uhrenmuseums gibt es sogar eine Geschichte zur Uhrmacherei, sicher auch durch die ausgestellten Uhren angeregt: Zwei Helden entwickeln die Idee, Kuckucksuhren zu bauen und diese schließlich am Triberger Wasserfall zu verkaufen.
Zum Abschluss werden die Comics den Eltern präsentiert. Als Erinnerung gibt es schließlich sogar ein Buch mit allen acht Comics aus des Workshop. Das muss allerdings erst noch gedruckt werden. Im Uhrenmuseum werden der Workshop und seine Ergebnisse durch Beispiele aus den Comics auf großen Plakaten präsentiert.