Experimte bei olbal Foresz: Künstler realisiert Projekte in St. Georgen

Der belgische Künstler Yann Leguay (links) experimentiert bei Global Forest mit mechanischer, elektronischer und digitaler Klangerzeugung.
Stephan HübnerZum „Open Studio“ lud der Kunstverein Global Forest in seine Räume ein. Unterhalten wurden die Gäste mit der Performance „7 Haikus für einen Plattenspieler“ des belgischen Künstlers Yann Leguay, der sich im Rahmen seiner Residenz im Projekt „Mechanical Forests“ in St. Georgen aufhält.
Es handelt sich um ein grenzüberschreitendes Residenz- und Forschungsprojekt „an der Schnittstelle von Klangkunst, technischen Systemen und natürlichen Umgebungen.“ Beteiligt daran sind die Donaueschinger Musiktage, beim Open Studio vertreten durch Lydia Rilling, sowie das Festival Musica aus Straßburg, für das Stephan Roth und Marion Raimbaux vor Ort waren.
Laut dem Vorsitzenden Olsen Wolf läuft das Projekt noch bis mindestens 2027. Eigentlich war für dieses Frühjahr bereits der Aufenthalt eines iranischen Künstlers geplant, was aber aus aktuellen Gründen bisher nicht möglich war.
Leguay befinde sich de im ersten Drittel seiner Residenz und sei in der Erkundungsphase, fahre seine Antennen aus, um zu sehen, was möglich oder spannend sei. Dabei habe man schon mit Holger Christmann und Jürgen Weißer vom Phonomuseum Kontakt aufgenommen, um Methoden der mechanischen Tonerzeugung zu erkunden. Zudem plane man, das Uhrenmuseum in Furtwangen zu besuchen. Da auch Energie eine Rolle spielt, besuchte man sogar ein Fitnessstudio.
Mechanische Energie in Schallwellen transformiert
Leguay zeigte verschiedene experimentelle Aufbauten, bei denen zum Beispiel Plattenspieler mit Mini-Dampfmaschinen, metallischen Aufziehmechanismen oder auch einer Drehleier beziehungsweise „Hurdy Gurdy“ kombiniert waren. Das alles sei ein fortlaufender Prozess, um mechanische Energie in Schallwellen zu transformieren, so Leguay, der an anderer Stelle zum Beispiel elektronische Bauteile nutzte, die durch Wärmezufuhr Töne verändern.
Bei der Performance, die aus sieben kurzen Soundsequenzen bestand, erzeugte er Sounds unter anderem unter Zuhilfenahme eines Plattenspielers, eines Ziegelsteins und eines Keyboards.