Erhöhung der Kitagebühren: Last soll in Königsfeld auf mehr Schultern verteilt werden

Nach dem Willen des Gemeinderats sollen Kindergartengebühren für Familien mit zwei oder mehr Kindern ansteigen. Das betrifft auch den Kindergarten Windrad in Erdmannsweiler.
Stephan Hübner- Königsfeld beschließt höhere Kita-Gebühren, die Last wird auf mehr Eltern verteilt.
- Neues Modell: Ab dem zweiten Kind nur 15 statt 23 Prozent Ermäßigung, ab dem dritten 35.
- Start zum 1. September 2026 – Ziel ist eine Entlastung des Gemeindehaushalts um 113.000 Euro.
- Gemeinde trägt weiterhin 80 bis 90 Prozent der Kosten, rund 1,8 Millionen Euro jährlich.
- Mehr Kinder betroffen als zuvor, Empfehlungen von Verbänden und Kirchen werden erstmals verlassen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Königsfelder Gemeinderat stimmte für die Erhöhung der Kindergartengebühren ab dem 1. September 2026, bei der die Last auf mehr Schultern verteilt werden soll.
Bürgermeister Fritz Link sprach von einer „berechtigten Intervention einzelner Eltern“. Ihnen zufolge sei die angeordnete Anhörung der Beiräte teilweise nicht oder nicht in der nötigen Klarheit erfolgt. Da der Gemeinde immer wichtig gewesen sei, Eltern einzubinden, habe man nun eine erneute Beteiligung durchgeführt. Man habe die Eltern so früh wie möglich informieren wollen, das liege aber nicht in der Verantwortung der Kommune.
Link betonte, dass die Zuständigkeit beim Ausschuss für Tourismus, Kultur, Bildung, Jugend und Soziales (ATKBJS) liege, wies aber darauf hin, dass der Gemeinderat Entscheidungen an sich ziehen kann, sollten sich neue Gesichtspunkte ergeben. Dies ist nun der Fall.
Neues Gebührenmodell erarbeitet
Laut Hauptamtsleiter Felix Kuentz wurde ein neues Modell erarbeitet, bei dem auch Zwei-Kind-Familien einbezogen werden. Die erhielten dann ab dem zweiten Kind nur noch 15 statt 23 Prozent Ermäßigung. Ab dem dritten Kind läge sie bei 35 Prozent. Weiterhin gestrichen ist eine vierte Ermäßigungsstufe.
Vorgabe war, die ursprünglich geplanten Einsparungen zu erreichen. Die lägen nach dem neuen Modell bei 113.000 Euro. Die Kindergärten Erdmannsweiler, Buchenberg, Neuhausen und Zauberwald sprachen sich dafür aus, Weiler plädierte für das Ursprungsmodell, das nur Eltern mit drei oder mehr Kindern belasten würde.
Der Kindergarten im Kernort sprach sich zwar auch dafür aus, schlug aber zum Schutz betroffener Eltern die Aussetzung der Erhöhung um ein halbes Jahr vor. Die Berechnung ergab aber, dass dann die Mehreinnahmen nur noch bei 79.000 Euro lägen. Die Aussetzung würde laut Link auch zusätzlichen Verwaltungsaufwand bringen. Mit dem neuen Modell seien nicht nur 41, sondern 101 Kinder betroffen, was gerechter sei. Damit folge man aber erstmals nicht mehr den Empfehlungen von Spitzenverbänden und Kirchen.
Gemeinde trägt den größten Teil der Kosten
Link erläuterte, dass der Gemeindehaushalt auch nach der Erhöhung der Elternbeiträge immer noch 80 bis 90 Prozent der Kosten trägt, mithin 1,8 Millionen Euro jährlich. Elternbeiträge glichen dagegen bei den kommunalen Einrichtungen nur 15 Prozent, bei kirchlichen nur 14 Prozent der Kosten aus. Zudem sei die Ermäßigung für Geschwisterkinder zwar familienpolitisch richtig, aber eine reine Freiwilligkeitsleistung der Gemeinde.
Uwe Götz stellte die Frage, was passierte, wenn Weiler nicht mitmachen würde. Man könne nur an Träger appellieren, so Link. Allerdings habe es Signale gegeben, dem Vorschlag zu folgen. Schlimmstenfalls würde die Abmangelsituation der Gemeinde verschlechtert, so Stefan Giesel. Man habe nun wirklich zusammengefunden, so Beate Meier.
Last auf mehr Schultern verteilen
Sabine Schuh hielt es für gut, die Last auf mehr Schultern zu verteilen. Mit der weiteren Runde seien die Wogen geglättet, so Franziska Hornscheidt. Jens Hagen wies darauf hin, dass es sich nicht um Einnahmen, sondern um die Reduzierung von Schulden handle. Gut sei es, Eltern mit ins Boot zu nehmen, auch wenn nicht alle Wünsche umsetzbar seien. Die Aussetzung der Gebühren für sechs Monate lehnte er ab.
Der Gemeinderat beschloss das „Königsfelder Beitragsermäßigungsmodell“, um die Last auf mehr Eltern zu verteilen. Die neuen Beiträge gelten ab dem neuen Kindergartenjahr zum 1. September 2026.
