Einblicke in Vöhrenbach: Zwei Männer, eine Linie und ein wilder Schwarzwald

Schwarzwaldhöhen: Das Mittelgebirge auf der direktesten Linie zu durchqueren – Michael Hoyer und Ulrich Merz nahmen dieses Abenteuer in Angriff. (Archivfoto)
Daniela Schneider- Zwei Freunde querten den Schwarzwald auf gerader Linie von Pforzheim bis Rheinfelden.
- 301 km Luftlinie, 17.461 Höhenmeter, über 40 Gipfel und viele Flussquerungen wurden dokumentiert.
- GPS-Tracker, Gespräche mit Anwohnern und Funde wie verborgene Grabsteine prägten die Tour.
- Kinzigtalsperre: Schwimmen verboten, stattdessen Durchgang unten und Fahrt im Solar-Boot.
- Feldberg-Etappe mit Rangerinfos – das SWR filmte, ein Kurzbericht ist auf YouTube abrufbar.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Direttissima – direkt durch den Schwarzwald auf gerader Linie: Über diese ungewöhnliche Wanderung berichtete in der Vöhrenbacher Festhalle auf Einladung der Stadt Michael Hoyer, der diese Tour in mehreren Etappen gemeinsam mit seinem Freund Ulrich Merz absolviert hatte. Die Direttissima ging von Pforzheim bis Rheinfelden.
Von Pforzheim nach Basel gibt es im Schwarzwald den Westweg, den bekannten Fernwanderweg. Doch Michael Hoyer und Ulrich Merz suchten eine ganz andere Herausforderung: nicht auf einem bequemen Qualitätsweg den Schwarzwald durchqueren, sondern einmal auf einer ganz direkten Linie von Pforzheim über den Feldberg bis an den Hochrhein. Die direkte Linie, das bedeutet: Auf der Landkarte wird diese Strecke mit dem Lineal eingezeichnet und festgehalten. Und das ist dann der Wanderweg.
Eine riesige Herausforderung für die beiden Männer
Sie wollten selbst bei Hindernissen maximal 25 Meter nach links oder rechts davon abweichen. Das bedeutete aber, es ging über Stock und Stein, steil hinauf und steil hinab und sogar durch verschiedene Gewässer. Insgesamt war es dann eine Strecke von 301 Kilometern Luftlinie von Pforzheim bis nach Rheinfelden-Karsau mit 17.461 Höhenmetern, mit über 40 Schwarzwaldgipfeln und auch unzähligen Flussdurchquerungen. In der Vöhrenbacher Festhalle verstand es Michael Hoyer, die Zuhörer auf diesem Weg mitzunehmen. Mit beeindruckenden Bildern und auch kurzen Filmsequenzen wurde diese riesige Herausforderung deutlich, die Zuhörer konnten richtig mitfiebern.
Vor dem Start der Tour charterten die beiden aber zuerst einmal ein ganz langsam fliegendes Flugzeug, um die Route einmal von oben zu erkunden. Dabei entdeckten sie gleich von oben die zwei schwierigsten Stellen: den großen Stausee Kinzigtalsperre sowie dann das Höllental.

Von der „Direttissima“ von Pforzheim bis an den Hochrhein, berichtete in der Vöhrenbacher Festhalle Michael Hoyer, der in seiner Jugend auch 16 Jahre in Furtwangen gelebt hat.
Stefan HeimpelUnd dann ging es tatsächlich auf die Tour, und immer geradeaus und alles genau per GPS-Tracker dokumentiert. Kritische Stellen wie ein Rosenbeet oder ein Maisfeld umgingen sie. Aber durch Gärten liefen sie immer wieder. Nach ersten Protesten der Gartenbesitzer ergaben sich dann häufig interessante Gespräche und neue Freundschaften. Es gab auch viele interessante Entdeckungen im Wald, beispielsweise verborgene Grabsteine. Oder sie standen im Wald vor einer ganzen Reihe von Leitpfosten im dichten Gestrüpp, aber wo war die Straße dazu?
Im regelrechten Urwald unterwegs
Der Schwarzwald präsentierte sich dabei, so Michael Hoyer, als richtiger Urwald. Ulrich Merz, seit 1975 passionierter und erfahrener Bergsteiger, musste eingestehen: „Ich habe den Schwarzwald hoffnungslos unterschätzt. Ich habe mit normalen Wanderschuhen begonnen, inzwischen habe ich meine Bergstiefel herausgezogen. Der Schwarzwald ist sehr wild.“
Einen Stopp gab es dann an der Kinzigtalsperre. Denn hier konnten die beiden Wanderer nicht wie geplant auf direktem Weg hinüber schwimmen. Maik Zinser von der Talsperre machte ihnen deutlich: Der See ist Trinkwasserschutzgebiet und Schwimmen ist absolut verboten. Doch er bot eine Alternative: Zuerst einmal konnten sie den See im unterirdischen Gang für die Wasserentnahme von unten erleben. Und auf der Direttissima, der direkten Linie, ging es dann in einem Solar-Boot sogar ganz bequem über den See.

Die Zuhörer waren beeindruckt von dieser ungewöhnlichen Wandertour und den Erlebnissen auf dieser schwierigen Strecke.
Stefan HeimpelNach Vöhrenbach führte die Strecke leider gar nicht, Furtwangen wurde am Rande bei der Donauquelle auf dem Weg nach St. Märgen berührt. Nach der Herausforderung durch das Höllental ging es hinauf auf den Feldberg, wo es viele Informationen vom Schwarzwald-Ranger gab.
Hier kam sogar das SWR-Fernsehen dazu und filmte das Duo auf seinem ungewöhnlichen Weg. Das SWR-Fernsehen begleitete die beiden Wanderer bei ihrer Etappe über den Feldberg. Dieser kurze Bericht ist über YouTube abrufbar unter https://youtu.be/5eeFQADdBbM?si=v5sjniTj-h3GqRlu.
Alle diese Erlebnisse bis zur Ankunft in Rheinfelden konnte Michael Hoyer den rund 80 Zuhörern in der Vöhrenbacher Festhalle hautnah schildern. Das Publikum war begeistert, wie dann auch der Applaus am Ende zeigte.
Michael Hoyers Verbindung zum Bregtal
Michael Hoyer ist mit der Region Furtwangen in besonderer Weise verbunden: Im Alter von neun Monaten kam er mit seiner Familie hierher, als sein Vater Reinhard Hoyer Mitte der 1960er-Jahre Rektor der Anne-Frank-Schule wurde. Nach 16 Jahren, er war damals Schüler am OHG, wurde sein Vater ans Schulamt Villingen berufen und die Familie verließ Furtwangen wieder. Er hat damit auch viele Erinnerungen an den Schwarzwald rund um Furtwangen, sei es den Brend oder den Wurstsalat im „Goldenen Raben“. Aber auch heute ist Michael Hoyer noch in Furtwangen aktiv als Honorarprofessor an der Hochschule Furtwangen als Coach und Trainer für Kommunikation.
