Bürgerversammlung in Schonach
: Beim Thema Wintersport wird’s hitzig

Vieldiskutiert ist die Beschneiung des Skilifts Winterberg. „Blödes Geschwätz im Dorf“ kann Schonachs Bürgermeister Jörg Frey gar nicht leiden. Er nimmt die Schneimeister in Schutz.
Von
Claudius Eberl
Oberndorf
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Am Schonacher Winterberg tummeln sich gerne Skibegeisterte, wenn es die Schneelage zulässt. (Archivfoto)

Christel Börsig-Kienzler

Bürgermeister Jörg Frey betonte, dass erst durch den Weltcup in der Nordischen Kombination eine entsprechende Ergänzungsbeschneiung an Schanze und Loipe im Wittenbach möglich geworden wären, entsprechende Schneeerzeuger zu beschaffen, die in geringer Form auch am Winterberg genutzt werden können. Die beiden Schneimeister Günter Herr und Benjamin Duffner würden mit großen Fachwissen und enormem Engagement für eine effektive Beschneiung sorgen.

Dass dabei die natürlichen Gegebenheiten eine riesige Rolle spielen, sollte jedem klar sein. So kann etwa nur mit der Windrichtung beschneit werden. „Klugen Sprüchen, dass die beiden in die falsche Richtung bescheinen würden, möchte ich hier klar entgegenwirken“, so Frey. Er bat darum, sich vor dem Verbreiten „kluger Kommentare“ am Stammtisch vorher Gedanken zu machen oder die Verantwortlichen direkt zu fragen.

Insgesamt sei bisher klar gewesen, das am Skilift maximal drei Schneeerzeuger stehen. Dies sei Beschluss des Gemeinderats gewesen und von den beiden Schneimeistern auch so umgesetzt worden.

Unter Ergänzungsbeschneiung versteht sich, dass man auf Naturschnee warte, aber speziell im unteren Bereich, für die Skischule und den Rodelhang ausreichend Schnee produziert, um dort einen Betrieb zu ermöglichen. Auch hier verwahrte er sich gegen, wie er sagte „blödes Geschwätz im Dorf“. Die Gemeinde sei trotz vorhandenem Gerät nicht in der Lage, entsprechend zu beschneien. Die praktizierte Vorgehensweise sei vom Gemeinderat eindeutig beschlossen worden.

Tausende Euro Mehrkosten

Doch bat der Gemeinderat darum in der Einwohnerversammlung abzufragen, ob die Beschneiung ausgeweitet werden sollte. Für eine Flächenbeschneiung mit einer Mindestauflage von 50 Zentimeter möglichst ab Dezember bräuchte es zwei bis drei zusätzliche Schneeerzeuger. Die Investitionen würden sich auf 150 000 bis 200 000 Euro belaufen, die jährlichen Kosten auf 30 000 bis 40 000 Euro. Ob man sich das in der aktuellen Finanzlage leisten könnte, sei fraglich, darüber müsse aber der Gemeinderat entscheiden.

Wolfgang Schyle war der Meinung, dass eine Ergänzungsbeschneiung reichen würde. Eine vollflächige Beschneiung sei nicht nur aus Kostengründen abwegig, sondern vor allem auch aus umwelttechnischer Betrachtung ein Frevel. Herbert Rombach schloss sich der Meinung an, allerdings hätte man aus seiner Sicht die Ergänzungsbeschneiung im letzten Winter schon etwas mehr ausweiten können. Frey entgegnete, dass man klare Definitionen ausgemacht habe und nur bei Voraussage von längeren Kälteperioden beschneit habe. Man nehme aber diese Kritik so zur Kenntnis.

Schwarzwaldpokal schon Anfang Januar

Martin Schmidt merkte an, dass der Schwarzwaldpokal 2026 schon Anfang Januar sei, da könnte man die an Schanze und Loipe stehenden Schneeerzeuger doch an den Winterberg stellen. Ja, so Frey, das wäre sicherlich zu überlegen. Er gab aber zu bedenken, dass man im Februar noch das Bundesfinale Jugend trainiert für Olympia ausrichte und für dieses im Wittenbach im Fall der Fälle beschneien müsse.

Und er Rohrhardsberg?

Wie es denn mit einer Bescheinung des Rohrhardsberges aussehen würde, wurde aus Reihen der Besucher gefragt. „Unrealistisch“, so Freys Antwort. Dort finde man so ziemlich alle nur möglichen Naturschutzgebiete, eine Beschneiung bekäme man nie und nimmer genehmigt. Überhaupt würde jegliche Erweiterung der Aktivitäten von den zuständigen Behörden abgelehnt werden. so geschehen bei der Anfrage zur Nutzung eines vorhandenen Weges als Rodelbahn.

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