Bürgermeisterwahl in Triberg
: Diese Pläne haben die Kandidaten für die Stadt

Gut zwei Wochen vor der Bürgermeisterwahl in der Wasserfallstadt stellten sich die beiden Kandidaten Tomasz Stuka und Sven Ketterer am Donnerstagabend der Öffentlichkeit vor.
Von
Hans-Jürgen Kommert
Oberndorf
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Unter der Moderation von Bürgermeister-Stellvertreter Reinhard Storz (links) präsentieren sich die Bürgermeister-Kandidaten Sven Ketterer (Mitte) und Tomasz Stuka den interessierten Bürgern in Triberg.

Hans-Jürgen Kommert

Unter der Moderation von Reinhard Storz, dem ersten Bürgermeister-Stellvertreter, hatten beide Kandidaten im Triberger Kurhaus jeweils zwölf Minuten Zeit, sich zu präsentieren und sich zu erklären, während der andere sich außerhalb des Saales aufhielt. Als Erstbewerber erhielt zunächst Sven Ketterer die Aufmerksamkeit des Publikums – bei einem nahezu komplett vollen Haus, obwohl draußen Sturmtief Joshua tobte.

Sven Ketterer

Ketterer ist Bauamtsleiter der Stadt, zudem hat er nach eigener Aussage eine Weiterbildung für allgemeine Verwaltung absolviert. Bei seiner Vorstellung legte er seinen Finger in offene Wunden, als er nicht weniger versprach, als Triberg in eine Zukunft führen zu wollen, die sehr viel digitaler und „grüner“ werden soll. In schwieriger finanzieller Lage sollen trotzdem Investitionen durchgeführt werden – in zukunftsträchtige Einsparungen durch Photovoltaikanlagen auf Dächern in öffentlicher Hand, durch energetische Sanierungen. Ins Boot nahm er dabei auch die Dörfer.

Er sei keiner, der zuschaue, vielmehr packe er Probleme an. Er fordere aber auch Zusammenhalt und Herz. Triberg sei mehr als ein Städtchen mit touristischen Attraktionen, hier gebe es Menschen, Familien, Vereine, eine Stadt mit Charakter, Wärme und Seele. Den Tourismus gelte es, klug zu gestalten. Gute Kitas und Schulen, das Waldsportbad, die Innenstadt – das seien Themen, die er anpacken wolle. „Ich will, dass Triberger wieder stolz auf unsere Stadt blicken können“, betonte er. Dazu brauche es keine lauten Sprüche, vielmehr Haltung und Führung.

Tomasz Stuka

Stuka arbeitet derzeit als Lagerist und erklärte, in Polen technische Landwirtschaft studiert zu haben. Er habe gelernt, niemals aufzugeben. Er wisse, was es bedeute, anzupacken. Er liebe die Stadt, er denke, man könne sie gemeinsam weiter aufbauen – dazu brauche es neuen Schwung. Er werde sich nicht hinter dem Schreibtisch verstecken, sondern zu den Menschen gehen. Besonders am Herzen lägen ihm die Landwirte, die zurzeit wenig Wertschätzung erhielten – Kinder sollten wieder lernen, wo „unser Essen herkommt“.

Großes Interesse herrscht bei der Vorstellung der Kandidaten.

Foto: Hans-Jürgen Kommert

Vereine will er nicht nur finanziell unterstützen. Ein Herzensprojekt stelle eine „Generationenhilfe“ dar – mit einem wöchentlichen Treffpunkt. Auch ein „Stadtmobil“ könne er sich vorstellen. „Triberg hat Herz, muss aber sauberer und gepflegter werden. Dafür müssen wir ein Bewusstsein schaffen“, betonte er.

Reste des Greifvogelparks

Nach der Einzelvorstellung konnten Bürger beiden Bewerbern Fragen stellen, für die jeweils zwei Minuten Antwortzeit gewährt wurden. Hier wurde der „Schandfleck“ im Wasserfallbereich angesprochen – die Reste des Greifvogelparks, das man natürlich angehen müsse, so beide Kandidaten. Ketterer wusste aber, dass das nicht einfach sei – „das Gelände ist Privatbesitz“.

Auf die Frage, wie sich die Kandidaten ihre Amtszeit vorstellen, will Stuka zunächst das Problem Parkplätze und sein Generationenprojekt angehen. Als Großprojekt sieht er die Sanierung der Kitas. Ketterer sieht zunächst das neue Feuerwehrgerätehaus und die digitale Bürger-Info. Kitas, Schulen und drei Rathäuser seien weitere Problemfelder.

Wo gibt es Einsparpotentiale?

Thomas Weisser fragte nach, wie sich die beiden angesichts knapper Kassen vorstellen, Kosten zu senken und Einnahmen zu erhöhen. Ketterer sieht es schwierig, da kein Interesse bestehe, den Bürger zu schröpfen. Bauplätze zu verkaufen und Einsparpotentiale zu Prüfen, seien Optionen. Auch Stuka will keine Steuern erhöhen, er sieht in der Ansiedlung von jungen Familien und kleineren Firmen eine Möglichkeit.

Das alte Parkhaus, das kurz vor dem Abriss steht, die Zukunft der drei Feuerwehrabteilungen, Straßensanierungen und Bürgerversammlungen und gute Arbeitsplätze waren weitere Themen, die den Bürgern am Herzen lagen.

Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und auf YouTube veröffentlicht.

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