Bergstadtsommer in Furtwangen
: Musiker vermitteln Wiener Walzerseligkeit

„Klassik in Furtwangen“ wurde in der Festhalle geboten. Das Konzert war dem ehemaligen JMS-Schulleiter Bernd Rimbrecht gewidmet
Von
Siegfried Kouba
Oberndorf
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Eine hörenswertes Ensemble tritt in der Furtwanger Festhalle auf. Zu sehen sind Guillaume Artus,­ ­Ingrid Philippi, Simone Riniker, Gesa Jenne-Dönneweg, Amelie Seiler, Dirk Altmann, Jakob Krupp und Hanno Dönneweg.

Siegfried Kouba

Nach erfolgreichen Konzerten in St. Georgen und Königsfeld machte der „Bergstadtsommer“ Halt in Furtwangen. Der Titel „Klassik in Furtwangen“ war eine Reminiszenz an Bernd Rimbrecht.

Fagottist Hanno Dönneweg erinnerte sichtlich bewegt an den verstorbenen Jugendmusikschul-Leiter und Klarinettenlehrer, dem Generationen eine solide Ausbildung verdanken.

Bürgermeister Josef Herdner begrüßte die Gäste, war erfreut über den Auftritt der Musiker und die Wirkung auf die Raumschaft. Er dankte den beiden Furtwanger Sponsor-Firmen.

Eine Expertengruppe mit internationalem Renommee trat mit Gesa Jenne-Dönneweg und Simone Riniker, Violinen, Ingrid Philippi, Viola, Guillaume Artus, Violoncello, Jakob Krupp, Kontrabass, Dirk Altmann, Klarinette, Hanno Dönneweg, Fagott, und Amelie Seiler, Horn in der Festhalle auf. Sie verstand es, den Mythos Mozart, die herzliche Seite Beethovens, die Romantik Webers und Wiener Walzerseligkeit zu vermitteln.

Zwischen Licht und Schatten

Einen bestens gelaunten Dirk Altmann durfte man erleben, der die heitere Blumigkeit Mozarts bei der Arie „Schon lacht der holde Frühling“ mit seiner Klarinette herbei zauberte. Als Gegenpol erklang Mozarts g-Moll-Symphonie, die unterschiedlich gedeutet wird. Erstaunlich war die sinfonische Ausstrahlung des kammermusikalischen Ensembles, das die Hetze, schmerzliche Empfindung und lyrische Elemente des ersten Satzes interpretierte.

Musikalisches Konfekt wird beim Bergstadtsomme mit Carl Maria von Webers Opus 35 geboten. Solist Hanno Dönneweg entlockt seinem Fagott zauberhafte Töne.

Foto: Siegfried Kouba

Zwischen Licht und Schatten bewegte sich das Andante, und weg vom barocken Vorbild erschien das Menuett, dessen Bläser- und Streicher-Wechsel im Trio deutlich hervor gehoben wurde. Erfreulich durchgehalten wurde das von der Klarinette vorgegeben Tempo des Finales, das mit der legendären „Mannheimer Rakete“ startete.

Lebensfreude pur

Ferner standen die solistischen Auftritte neben Dirk Altmann. Von Anmut getragen war die bekannte Beethoven-Romanze in F-Dur, die mit sattem Ton auf der G-Saite und dem Strahlen auf der E-Saite bei sicheren Lagenwechseln von Gesa Jenne-Dönneweg wieder gegeben wurde. Lieblich, mit durchdachten Stricharten bei angenehmen Vibrato schmeichelte das Cantabile mit lyrischem Schmelz dem Ohr.

Lebensfreude pur kommunizierte Hanno Dönneweg mit Carl Maria von Webers lebendigen Andante und Rondo Ungarese in F-Dur. Mit höchsten Engagement, ausgefeilter Atem- und Grifftechnik und eleganter Tongestaltung überzeugte er auf der ganzen Linie.

Als Überraschung erklang die Zugabe des Ensembles: „Wiener Blut“ des Walzerkönigs Johann Strauß. Das Publikum war hingerissen.

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