Auszeichnung in Königsfeld: Klinik am Doniswald setzt auf die Kraft des Singens

Sie freuen sich über die Zertifizierung als Singendes Krankenhaus (von links): Verwaltungsleitung Karin Lubina, Andrea Fetzner, Vera Kimmig, Jolande Berberich und Annette Mauch.
Stephan Hübner- Klinik am Doniswald ist als „Singendes Krankenhaus“ zertifiziert worden.
- Ziel ist ganzheitliche Therapie: Singen soll Genesung fördern und Gemeinschaft stärken.
- Team um Andrea Fetzner betont Resonanz statt Perfektion – Musik gilt als „Medizin für die Seele“.
- Netzwerk „Singende Krankenhäuser“: seit 2010, 104 Einrichtungen und 700 Mitglieder.
- Vorteile laut Expertinnen: Stressabbau, Immunsystem stärken, Blutdruck senken – „inneres Joggen“.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bei einer kleinen Feier erhielt die Klinik am Doniswald die Zertifizierung als Singendes Krankenhaus durch das Netzwerk „Singende Krankenhäuser“.
Laut Andrea Fetzner, die mit Andreas Leschinger die Klinik leitet, gibt es seit der Gründung die Vision, nicht nur Krankheiten zu behandeln, sondern Menschen als Ganzes zu sehen, und deren einzigartiges Sein zu würdigen. Körper und Seele seien untrennbar miteinander verbunden, Patienten suchten Hilfe zur Bewältigung seelischer Krisen und Wege aus der Erschöpfung.
An ihrer letzten Arbeitsstelle habe sie gesehen, wie gemeinsames Singen den Genesungsprozess unterstütze. Dabei gehe es nicht um perfekte Töne, sondern um Resonanz, das Finden der eigenen Stimme und das Erleben von Gemeinschaft. Es baue Stress ab, stärke das Immunsystem und löse Glücksgefühle aus, schenke Menschen geschützte Räume, neue Erfahrungen und Hoffnungen. Musik sei kraftvolle Medizin für die Seele.
Musik öffnet Seelen
So ein Angebot lebe von Menschen, die sich begeistern, so wie Seelsorgerin und Singleiterin Jolande Berberich. Sie schafft es mit ihrer empathischen Art, Menschen im Innersten zu berühren. Musik- und Entspannungstherapeutin Annette Mauch habe die Klinik von Beginn an geprägt und Erkrankten einfühlsam neue Wege gezeigt.
Musik bereichere Herzen, öffne Seelen, sei Bestandteil ganzheitlicher Therapie und ermögliche Kontakt zu Selbstheilungskräften, so Bürgermeister Fritz Link. Singen beginne dort, wo Worte schwerfielen, aber es brauche auch die Bereitschaft, sich einzulassen. In der Klinik werde nicht einfach nur behandelt, sondern zugehört, begleitet, ermutigt. Das Zertifikat sei Ergebnis von Haltung und Ausdauer.
Laut Mauch liegt die Kraft der Musiktherapie auch in Texten, die wertvolle Impulse geben. Mit einem gemeinsamen Lied stellte sie die Frage, was Menschen hindert, Träume und Sehnsüchte zu erfüllen, nach dem Motto: „Du kannst dich nur befreien, wenn du erkennst, dass du selbst die Ketten schmiedest, die dich fesseln.“
Genesung fördern
Laut Vera Kimmig, Psychoresonanztrainerin und Vorstand des Vereins „Singende Krankenhäuser“ gibt es das Netzwerk seit 2010 mit nunmehr 104 Einrichtungen und 700 Mitgliedern.
Singen in Gesundheitseinrichtungen sei ein krankheitsübergreifender, präventiver Ansatz, um Selbstheilungskräfte und Genesung zu fördern. Es sei eine hervorragende teambildende Maßnahme, und helfe, Leid zu minimieren.
Kimmig lud die Gäste zum gemeinsamen Summen ein, als besondere Form der vibrierenden Massage. Das setze Glückshormone und körpereigene Opiate frei, senke den Blutdruck, habe Auswirkungen auf die Gehirntätigkeit, indem Gedanken zur Ruhe kämen, bewusstes Denken pausiere, und könne die Erfahrung tiefer, heilsamer Selbstbegegnung schenken. „Singen wirkt wie inneres Joggen.“ Musik drücke aus, was nicht gesagt, aber auch nicht verschwiegen werden könne. Schlusspunkt der Veranstaltung war die Überreichung des Zertifikats.
