Ausstellung in Furtwangen
: Bernd Scheller präsentiert im Kunschtstüble „Zeitspuren“

Im Kunschtstüble in Furtwangen wurde eine Ausstellung von Bernd Scheller eröffnet. Der Autodidakt zeigt unter dem Titel „Zeitspuren“ mehr als zwanzig Gemälde.
Von
Siegfried Kouba
Oberndorf
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Die Ausstellung „Zeitspuren“ im Rathaus ist eröffnet (von links): Kuratorenehepaar Mateus Budasz und Ariane Faller, Künstler Bernd Scheller, Bürgermeisterstellvertreter Manfred Kühne und Francesca Hermann vom Stadtmarketing.

Siegfried Kouba

Manfred Kühne, der für die Vertretung des Bürgermeisters abonniert scheint, hieß die Gäste, darunter Bürgermeisterkandidatin Isolde Grieshaber willkommen. Ihm war auf Anhieb die Farbigkeit der Exponate aufgefallen. Nähe zum Künstler empfand er, da sie beide aus Niedersachsen kommen.

Kühne erinnerte daran, dass Bürgermeister Josef Herdner die Serie im Rathaus begonnen hat und hielt fest: „Wir Furtwanger genießen das.“ Er fragte aber auch, wie sich mit Blick auf KI alles weiterentwickeln werde und zollte dem Künstler Anerkennung. Hinter der Kunst stehe vieles, was KI nicht leisten kann – es fehle die Seele.

In dem Zusammenhang ist auch das Engagement von Francesca Hermann zu sehen, die manche freie Stunde für die Organisation der Kunstausstellungen opfert. Das Kuratorenehepaar Ariane Faller und Mateusz Budasz sorgt nicht nur für sach- und fachgerechtes Arrangieren der Ausstellungsstücke, sondern gestaltet immer ansprechende Einladungskarten und führt Künstlergespräche.

Bernd Scheller ist wichtig, dass er sich sein Wissen und Können selbst aneignete und hofft, „dass man meinen Malstil erkennt“. Wie beruflich in der Modebranche musste er sich mit vielen Materialien und Schaffensmöglichkeiten auseinandersetzen. Wichtig waren Schulungen in Leipzig, wo er „Zerstörung“ lernte.

Gegenständlich und abstrakt

Historische Figuren werden in die heutige Zeit transferiert. Bei „Jeanne d’Arc“ ging er rückwärts gewandt auf Spurensuche, beim Bild „Einfluss“, war es die entgegengesetzte Richtung. Bedingung ist die Balance zwischen Gegenständlichem und Abstraktem. Die Lust an der Malerei soll bestimmend sein. „Ich überlasse mich meinem Schicksal“, sagt Scheller.

Was besticht und den Maler auszeichnet sind sein Wiedererkennungswert, sein eigener Stil und seine eigenen Empfindungen. Was auffiel, war neben einer gewissen Mystik auch die Melancholie der Porträts. Bei einigen Gemälden war sogar Wehmut, ja Traurigkeit zu spüren wie bei „Last Rast“ oder „Hymne“.

Ausstellung läuft bis 21. November

Aufmerken ließen auch die Hintergrundeffekte und die latente Doppelgesichtigkeit, wie bei der „Seherin“ oder bei „Die Vermutung“. Bei einigen Bildern verzichtet der Künstler auf Rahmung. Andere sind schlicht umrandet und „historische“ Bilder sind mit üppigen Rahmen geschmückt.

Präsentiert wird die Ausstellung bis 21. November, jeweils von 9 bis 12.30 Uhr.

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