Ausschuss berät: So soll die Ganztagsbetreuung in Königsfeld laufen

An der Grundschule in Königsfeld soll die Ganztagsschule angeboten werden.
Helen MoserLaut Bürgermeister Fritz Link wurden die Pläne dazu mit allen Rektoren abgesprochen.
Danach soll die Ganztagsschule einzig im Kernort angeboten werden, wo es bisher schon ein freiwilliges Angebot am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag gibt. Laut Schulleiterin Kathrin Ramos Fernandez wären die räumlichen Möglichkeiten zur Erweiterung auf zwei Gruppen vorhanden.
In Burgberg und Neuhausen bliebe es bei den bisherigen Angeboten mit ergänzender Nachmittagsbetreuung an jeweils drei Tagen.
Stufenweise Einführung
Beginnend mit Klasse eins ab September 2026 soll die Ganztagsschule bis 2030 stufenweise für alle Klassen kommen, ab dann wird das Land 68 Prozent der Betriebskosten übernehmen.
Laut Ramos Fernandez erstreckt sich der Anspruch der Eltern auf acht Stunden Betreuung montags bis freitags, auch in den Ferien. Die maximale Schließzeit der Schule liegt bei vier Wochen.
Bildungsangebot oder reine Beaufsichtigung
Zu entscheiden sei zwischen einem Bildungsangebot und der günstigeren Variante als reine Beaufsichtigung der Kinder. Erarbeitet wurden drei Varianten, wobei sie sich gegen ein grundsätzlich fünftägiges Modell aussprach. Das sei im ländlichen Raum sehr unbeliebt, womöglich bekomme man so nicht mal eine Gruppe zusammen.
Geplant sind deshalb Pakete für Dienstag, Mittwoch und Donnerstag wie bisher sowie durch die Kommune finanzierte Angebote an Montag und Freitag. Die können Eltern zusammen oder einzeln buchen und würden dabei nur das Mittagessen für täglich 6,30 Euro bezahlen.

Kathrin Ramos Fernandez (links) und Rebecca Kohler erläutern Varianten für Ganztagsangebote an der Grundschule.
Foto: Stephan HübnerDie Kosten für die Gemeinde lägen im ersten Jahr mit nur einer Klassenstufe bei knapp 77 000 Euro, wobei der deutlich höhere Verwaltungsaufwand laut Link nicht eingerechnet ist. Erörtert wurde auch die Betreuung montags und freitags durch einen freien Träger. Die Gemeinde forderte dazu von der Stiftung „Lernen, Fördern, Arbeiten“ ein Angebot an. Deren Prokuristin und Pädagogin Rebecca Kohler bezifferte die Kosten im ersten Jahr auf etwa 71 000 Euro, die bis zum Vollausbau 2030 auf über 78 000 Euro anstiegen. Vorteil für die Gemeinde wäre, dass die Stiftung die komplette Personalkoordination übernähme.
Personal von verlässlicher Grundschule
Auf Nachfrage von Erdmuthe Terno, pädagogischer Gesamtleiterin der Zinzendorfschulen, würde man möglichst das Personal von verlässlicher Grundschule und Ferienbetreuung einbinden.
Die Stiftung ist laut Link einer der größten Bildungsträger der Region und es würde sichergestellt, dass es sich um qualifiziertes Personal, also nicht nur um eine reine Aufbewahrung der Kinder handle. Allerdings sei wegen des Volumens eines Vertrags für vier bis fünf Jahre wohl eine europäische Ausschreibung nötig.
Auf Nachfrage von Birgit Helms erklärte er, dass für Kosten, welche die Landesfinanzierung übersteigen, Elternbeiträge erhoben werden können. Die müssten aber sozial verträglich sein. Ramos Fernandez wies darauf hin, dass die Gebühren in Umlandgemeinden massiv teurer seien.
Der Ausschuss sprach sich für die weitere Erörterung des Modells mit der Aufteilung auf zwei und drei Tage und die Beauftragung eines freien Trägers aus.