Aus altem Gerümpel wird Kunst: Was am Kilwisonntag in Furtwangen alles geboten ist

Bereits zum sechsten Mal findet auf dem Marktplatz am Kilwisonntag das Furtwanger Kunschtstückle statt. In diesem Jahr sind internationale Künstlerinnen und Künstler vertreten.
Stadtverwaltung Furtwangen- Am Kilwisonntag wird der Furtwanger Marktplatz erneut zur Kunstmeile mit KUNSCHTstückle.
- Internationale und regionale Künstler arbeiten mit Abfallmaterialien – Fokus auf Nachhaltigkeit.
- Das Kollektiv POUBELLE gestaltet Werke aus kaputten Möbeln, Textilien und alten Werkzeugen.
- Bürger sollen geeignete Materialien spenden, Abgabe nach Rücksprache am Sängerbrunnen.
- Parallel gibt es verkaufsoffene Geschäfte, Kinderprogramm, Verpflegung und Live-Musik.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein kaputter Stuhl, ein ausrangierter Gartentisch oder ein paar alte Bretter. Was für den einen längst auf den Müll gehört, kann für andere noch richtig wertvoll sein. Vor allem, wenn Künstler ihre Finger mit im Spiel haben. Denn aus vermeintlichem Abfall sollen in Furtwangen schon bald wieder ganz besondere Kunstwerke entstehen. Und dafür wird sogar noch Nachschub gesucht.
Der Grund: Am Sonntag, 18. Oktober, verwandelt sich der Furtwanger Marktplatz bereits zum sechsten Mal in eine kleine Kunstmeile. Beim Kunschtstückle präsentieren regionale und internationale Künstler ihre Arbeiten. In diesem Jahr steht dabei vor allem eine Frage im Mittelpunkt: Was lässt sich aus Dingen machen, die eigentlich niemand mehr haben möchte? Gleichzeitig lädt der Verein der Unternehmer (VdU) zudem zum traditionellen verkaufsoffenen Kilwisonntag ein.
Aus Müll wird Kunst
Für eine Besonderheit sorgt in diesem Jahr das internationale Künstlerkollektiv Poubelle. Schon der Name verrät, worum es den Künstlern geht. Das französische Wort bedeutet übersetzt nichts anderes als Mülleimer. Und genau dort würden viele der Materialien vermutlich landen, mit denen die Gruppe arbeitet.
Kaputte Möbel, alte Gartengeräte, ausrangierte Kleidung oder übrig gebliebene Baumaterialien: Was auf den ersten Blick wertlos erscheint, wird zum Ausgangspunkt für neue, abstrakte Kunstwerke. Dabei geht es nicht nur um ungewöhnliche Kunst, sondern auch um Nachhaltigkeit und einen anderen Blick auf unseren Umgang mit gebrauchten Dingen.

Beim Kunschtstückle wird aus alten Gegenständen, die häufig auf dem Müll landen, Kunstwerke
Stadtverwaltung FurtwangenDen städtischen Kuratoren Ariane Faller und Mateusz Budasz ist es erstmals gelungen, das internationale Kollektiv nach Furtwangen zu holen. Zu den beteiligten Künstlern gehören unter anderem Mirjam Berloth, Yvette van den Boogaard, Philipp Donald Göbel, Martin de Jong, Stefan Kees, Lisbeth Parisius, Gertraud Platschek und H. F. van Steensel.
Damit die Künstler überhaupt loslegen können, ist allerdings auch die Bevölkerung gefragt. Gesucht werden noch Materialien, die andernfalls wohl entsorgt würden. Dazu zählen etwa gebrauchte Stühle und Tische, Gartenmöbel, Bretter, Werkzeuge, Kleidungsstücke und andere Textilien.
Wer etwas beisteuern möchte, kann die Gegenstände nach vorheriger Rücksprache am Donnerstag, 15. Oktober, zwischen 14 und 16 Uhr oder am Freitag, 16. Oktober, zwischen 10 und 12 Uhr beim Sängerbrunnen hinter dem Rathaus abgeben. Ansprechpartnerin ist Francesca Hermann unter den Telefonnummern 07723/939108 und 01511/4852062. Laut einer Mitteilung der Stadt ist wichtig, dass die Materialien weder mit Schädlingen noch mit Schadstoffen belastet sind.
Der Marktplatz wird zum Atelier
Doch nicht nur Poubelle soll für besondere Einblicke sorgen. Auch die bekannten Kunschtkabäusle kehren auf den Marktplatz zurück. Bereits am Samstagnachmittag, 17. Oktober, werden die kleinen Ausstellungshäuschen aufgebaut. Viele Künstler beginnen anschließend unmittelbar mit ihrer Arbeit.
Am Sonntag können die Besucher dann entdecken, was daraus entstanden ist. Mit dabei sind die regionalen Künstler Panka Chirer-Geyer, Tom Grimm, JC Leopold, Konstantin Viktor Müller, Chris Popović und Eva-Maria Ubelhör.

Viele Vereine beteiligen sich am verkaufsoffenen Sonntag in der Innenstadt.
Stadtverwaltung FurtwangenOffiziell eröffnet wird das sechste Furtwanger Kunschtstückle um 11.30 Uhr. Auch ein Künstlergespräch ist wieder vorgesehen. Wer mehr über die Teilnehmer und ihre Werke erfahren möchte, kann außerdem eine eigens zur Ausstellung erschienene Publikation mitnehmen.
Einkaufen, bummeln und genießen
Während auf dem Marktplatz Kunst entsteht, steht der übrige Teil der Innenstadt ganz im Zeichen des Kilwisonntags. Von 12 bis 17 Uhr öffnen die teilnehmenden Geschäfte ihre Türen und laden zum Einkaufen und Bummeln ein. Das Veranstaltungsgelände erstreckt sich dabei von der Gerwigstraße über den Marktplatz bis zum Narrenbrunnen und weiter in Richtung Zweirad Hug. Dabei soll nicht nur für Erwachsene etwas geboten sein.
Für Kinder gibt es Rutschfahrzeuge, Roller, eine Hüpfburg und ein buntes Programm mit Kinderschminken. Auch „Papa Balloni“ ist wieder mit dabei und dürfte mit seinen Ballonkreationen für Begeisterung bei den jüngeren Besuchern sorgen.
Wer zwischendurch eine Pause braucht, findet an verschiedenen Ständen etwas zu essen und zu trinken. Angeboten werden unter anderem Kaffee und Kuchen, Crêpes, Burger und Käse-Kebab. Für die musikalische Begleitung des Familientags sorgt Bernhard Czmiel. Außerdem informiert der EnergieWende-Verein an einem eigenen Stand über seine Arbeit. Unterstützt wird das Kunschtstückle finanziell erneut von der Sparkasse Schwarzwald-Baar und dem Regierungspräsidium Freiburg. Erstmals beteiligt sich auch die Ritter Sport Kunstförderung.
