An Fronleichnam in Triberg
: Besondere Tunnelfahrten erleben

Wenn die Eisenbahnfreunde Zollernbahn an Fronleichnam und am Sonntag, 7. Juni, wieder „37 Tunnel unter Dampf“ stellen, wird es eine besondere Fahrt werden.
Von
Hans-Jürgen Kommert
Oberndorf
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Dampfloks – hier die historische Dampflok 50 2988 der Eisenbahnfreunde Zollernbahn – sind bereits seit Jahren immer wieder auf der Schwarzwaldbahn unterwegs. Auch an Fronleichnam, 4. Juni, finden wieder solche Fahrten statt. (Archivfoto)

Lukas Nagel

Obwohl diese Tunnelfahrten mit den Dampfloks seit vielen Jahren Eisenbahnfreunde anlocken, wird es heuer eine Premiere geben.

Denn anders als bei den bisherigen Fahrten, bei denen Dampfloks eingesetzt wurden, die die Schwarzwaldbahn in ihrem „ersten Leben“ niemals gesehen haben, „kennt“ die erstmals eingesetzte Lok mit der Seriennummer 75 1118 die Schwarzwaldbahn, wie ein Triberger Eisenbahnfreund recherchierte.

Zur Geschichte der Lok: Die 1921 von der Maschinen-Bau-Gesellschaft Karlsruhe (MBGK) gefertigte Dampflokomotive 75 1118 entstammt der neunten und letzten Lieferserie dieser verstärkten Version der badischen Baureihe VIc. Die Leistung beträgt 790 PS und die Höchstgeschwindigkeit 90 Stundenkilometer.

Mit diesen Werten und den gegenüber der Serie zuvor um drei Kubikmeter Wasser sowie einer Tonne Kohle erhöhten Betriebsvorräten konnte die VIc auch im leichten Schnellzugdienst eingesetzt werden. Auf der Schwarzwaldbahn braucht sie allerdings etwas „Unterstützung“ durch eine Schiebelok.

Nach ihrer Inbetriebnahme am 21. Mai 1921 war die 75 1118 zunächst bis Ende Februar 1942 in Bruchsal beheimatet, danach folgten die Betriebswerke Karlsruhe und Friedrichshafen, bevor sie vom August 1945 bis zum Jahresende 1953 nach Offenburg kam. Danach war sie erneut bis 1963 in Karlsruhe. Es folgten bis März 1964 das Betriebswerk Villingen und schließlich Radolfzell, wo sie nach insgesamt 1,22 Millionen zurückgelegten Kilometern im April 1967 ausgemustert wurde.

1,2 Millionen Kilometer

Von den ehemals 135 gelieferten und in Villingen mit vier Exemplaren vertretenen badischen VIc-Maschinen blieben letztlich nur noch drei Exemplare, die 75 1002, 75 1017 und 75 1118 übrig, die zwischen 1966 und 1967 in Radolfzell außer Betrieb gesetzt wurden. Am 15. Mai 1966 veranstaltete die Bundesbahndirektion Karlsruhe mit der 75 1118 eine gut organisierte Abschiedsfahrt vom Karlsruher Hauptbahnhof nach Schönmünzach im Murgtal.

Nach ihrer Außerdienststellung war sie zunächst Denkmal und Studienobjekt der Technischen Hochschule Karlsruhe. Im Februar 1973 wurde sie zur Deutschen Gesellschaft für Eisenbahn-Geschichte (DGEG) nach Neustadt an der Weinstraße überführt, von wo sie der Sammlung des Technischen Landesmuseums in Mannheim zugeführt werden sollte.

Das zweite Leben

Doch zu diesem Zeitpunkt wurde erstmals eine betriebsfähige Aufarbeitung erwägt, die 1987 durch einen Nutzungsvertrag zwischen der Universität Karlsruhe und der Albtal Verkehrs-Gesellschaft ermöglicht wurde. Seit Juni 1988 steht sie nach der aufwendigen Hauptuntersuchung in Ettlingen für Sonderfahrten der mit der AVG kooperierenden Ulmer Eisenbahn-Freunde zur Verfügung. Sie ist bei der Betriebsgruppe Amstetten-Gerstetten auf der schwäbischen Alb stationiert.

Und nun kehrt sie in ihrem „zweiten Leben“ nach langer Odyssee an einen ihrer früheren Einsatzorte.

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