Abschied von Pastoralreferent: So blickt Benedikt Müller auf seine Zeit in St. Georgen

Pastoralreferent Benedikt Müller geht nach 29 Dienstjahren in St. Georgen und später auch in Tennenbronn in den Ruhestand. Am kommenden Sonntag findet die offizielle Abschiedsfeier statt.
Jochen Schultheiß- Pastoralreferent Benedikt Müller geht nach 29 Jahren in St. Georgen und Tennenbronn in Ruhestand.
- Abschied am Sonntag, 26. Juli: Gottesdienst 10.30 Uhr in der St. Georgskirche – danach Treffen.
- Er bleibt in St. Georgen, will ehrenamtlich mitwirken und mehr Zeit für Familie und Hobbys nutzen.
- Stationen: Theologiestudium in Trier, Tätigkeiten in Andernach und Mayen, seit 1997 in St. Georgen.
- Schwerpunkte waren Jugendarbeit, Firmvorbereitung, Ökumene sowie Predigt- und Trauerseelsorge.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wenn am kommenden Sonntag, 26. Juli, Pastoralreferent Benedikt Müller in den Ruhestand verabschiedet wird, kann man vom Ende einer Ära sprechen. 29 Jahre lang war er in der katholischen Kirchengemeinde tätig, zuerst viele Jahre in St. Georgen, später dann auch zusätzlich in Tennenbronn.
Im September 1997 trat Benedikt Müller seinen Dienst als Pastoralreferent in St. Georgen an. Damals noch in der Ägide von Pfarrer Gunter Storz. Am längsten arbeitete er mit Pfarrer Paul Dieter Auer zusammen, von 1999 bis 2019. Seit 2020 schließlich ist Harald Dörflinger „sein“ zuständiger Pfarrer.
Nach dieser langen Zeit heißt es nun Abschied nehmen. Das Büro wird geräumt und bei vielen Anlässen gibt es ein letztes Mal – zumindest in seiner offiziellen Funktion als Pastoralreferent. Denn ganz so endgültig fällt der Abschied nicht aus. Benedikt Müller wird mit seiner Frau Jutta in St. Georgen wohnen bleiben und möchte sich auch künftig ehrenamtlich in die Gemeinde vor Ort einbringen.
Kein endgültiger Abschied
„Auch vor diesem Hintergrund, dass es kein endgültiger Abschied ist, freue ich mich sehr auf den Ruhestand“, erzählt er. Mehr Zeit für seine Familie, für die beiden Söhne und die beiden Enkel zu haben, ist einer seiner Vorsätze, ebenso wie mehr Muße zu finden zum Lesen und um die eigene Fotosammlung auf Vordermann zu bringen.

Seine Predigten in den Gottesdiensten in St. Georgen und Tennenbronn erfreuten sich einer großen Wertschätzung. (Symbolfoto)
PixabayAuch in seiner Heimat, dem Saarland, möchte er künftig öfter mal vorbeischauen. Dort kam er 1961 zur Welt und ist in seinem Heimatort Marpingen aufgewachsen. Von 1982 bis 1988 studierte Müller Theologie in Trier. Danach arbeitete er zwei Jahre in Andernach am Rhein. Es folgten sieben Jahre im Pfarrverband Mayen in der Eifel, ehe er 1997 nach St. Georgen kam. Seinen Wechsel in den Schwarzwald verdankt er seiner Frau, die aus Freudenstadt stammt.
Zeit eines vielfältigen Wandels
Im Rückblick, erzählt Benedikt Müller, sei seine Zeit auch eine Zeit eines vielfältigen Wandels gewesen. War er zuerst ausschließlich für die Kirchengemeinde in der Bergstadt zuständig, kam im Zuge der Seelsorgeeinheit 2015 auch die Zuständigkeit für Tennenbronn hinzu, „eine Gemeinde mit ganz anderen Strukturen und Prägungen“. Seit diesem Jahr ist sein Arbeitsplatz nun die neue Kirchengemeinde im Quellenland.
Doch nicht nur die äußeren Strukturen haben sich verändert. Müller erzählt vom gesellschaftlichen Wandel und vom Bedeutungsverlust von Glaube und Religion. Einen Einschnitt brachte hier auch die Corona-Pandemie, in welcher die Kerngemeinde, also die Zahl der Menschen, die regelmäßig die Gottesdienste besuchen und am Gemeindeleben teilnehmen, nochmals deutlich geschrumpft ist.
Begleitung junger Menschen
Im Gespräch mit Benedikt Müller wird deutlich, wie vielfältig sein Tätigkeitsfeld war. „Gerade diese Vielfalt habe ich immer als sehr bereichernd empfunden.“ Da waren die Jugendarbeit mit der Begleitung der jungen Menschen in den Leiterrunden, der mehrmaligen Beteiligung an der 72- Stunden-Aktion und den seit 2006 regelmäßig durchgeführten Sommerfreizeiten, die er als Höhepunkte im Jahr bezeichnet.
„Die spontane Kreativität der Jugend ist einfach toll.“ Nicht zu vergessen die Vorbereitung der Firmungen, für die er seit vielen Jahren verantwortlich zeichnete.
Ökumene wichtiges Arbeitsfeld
Ein wichtiges Arbeitsfeld war für Müller stets die Ökumene. Besonders mit dem ökumenischen Gemeindezentrum fühlt er sich eng verbunden. Lang ist die Liste der Aktivitäten, an denen er mitwirkte. Zu nennen sind unter anderem das jährliche ökumenische Gemeindefest, die Kinderbibelwoche, Bibelgespräche, die Evensong-Gottesdienste oder das regelmäßige Taizé-Gebet. Auch die Angebote des offenen Advents waren ihm immer ein Anliegen.
Als sehr erfüllend empfand Benedikt Müller die Begleitung von Menschen bei Trauergesprächen und beim Beerdigungsdienst. Diese Rolle als Seelsorger ist ihm ans Herz gewachsen. „Der Glaube kann hier Trost und Hilfe bringen“, betont er die Wichtigkeit dieser Aufgabe.
Viel Zeit verbrachte er auch in den Sitzungen der Gremien wie dem Pfarrgemeinderat, bei der Begleitung des Gemeindeteams in Tennenbronn oder bei der Mitwirkung im Tennenbronner Familiengottesdienstkreis. Nicht zu vergessen auch die geistlichen Wanderungen und Spaziergänge mit meditativen Elementen und Impulsen. Und natürlich der Predigtdienst. Seine Predigten in den Gottesdiensten in St. Georgen und Tennenbronn erfreuten sich einer großen Wertschätzung.
Interessant und bereichernd
„Die Zeit war sehr interessant und bereichernd mit einer großen Vielfalt an Aufgaben“, resümiert er. „Wichtig war mir auch immer die Förderung der ehrenamtlich Tätigen“, so der scheidende Pastoralreferent. Doch jetzt sei, so Müller, die Zeit für einen neuen Lebensabschnitt gekommen. Und in diesem wird er sich Zeit für viele Dinge nehmen, die bislang zu kurz gekommen sind. Aber vieles wird auch bleiben. Er möchte sich auch künftig in der Kirchengemeinde engagieren und genießt es, im vertrauten Umfeld in St. Georgen bleiben zu können.
Die Abschiedsfeier
Pastoralreferent Benedikt Müller wird am Sonntag, 26. Juli, in den Ruhestand verabschiedet. Der Gottesdienst beginnt um 10.30 Uhr in der St. Georgskirche in St. Georgen. Im Anschluss gibt es Zeit für Mittagessen und gemeinsame Gespräche in der Unterkirche. Gegen 13.30 Uhr steht ein offizieller Teil mit Grußworten zum Abschied auf dem Programm. Die Feier klingt am Nachmittag mit Kaffee und Kuchen aus.

