220 Jahre badisch
: Warum Triberg seit 1806 zu Baden gehört

Erst Österreich, dann Baden: Seit dem 22. November 1806 ist Triberg Teil des Badnerlands. Eine Zeitreise zu Fürsten, Napoleon und einem Obervogt, der früh erkannte, was die Triberger Wasserfälle für den Tourismus bedeuten.
Von
Hans-Jürgen Kommert
Triberg
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Bild: Das Wappen des Großherzogtums Baden ziert heute noch so manches Gebäude in Triberg – dieses ziert das Schwarzwaldmuseum

Das Wappen des Großherzogtums Baden ziert heute noch so manches Gebäude in Triberg. Dieses ist am Schwarzwaldmuseum zu sehen.

Hans-Jürgen Kommert
  • Triberg gehört seit dem 22. November 1806 zu Baden, zuvor war es österreichisches Reichslehen.
  • Hintergrund: Preßburger Frieden 1805 und der Rheinbund vom 12. Juli 1806 stärkten Baden.
  • Obervogt Karl Theodor Huber förderte ab 1805 den Fremdenverkehr und erschloss die Wasserfälle.
  • Neue Wege und Straßen sowie Bahnprojekte und Industrialisierung belebten die Region.
  • 1924 wurde der Amtsbezirk aufgelöst – mehrere Behörden und Betriebe wurden später geschlossen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Zumindest den Älteren unter den Bewohnern Badens dürften die ersten Zeilen der „Badischen Nationalhymne“ bekannt sein, mit der sie sich gerne der Zugehörigkeit ihrer Heimat zum alten und geschichtsträchtigen Land am Oberrhein bekennen.

Die ersten Erwähnungen des Großherzogtums gehen auf das 7. und 8. Jahrhundert zurück. Mit der Gründung des „Großherzoglich Badischen Oberamtes Triberg“, dem der Oberamtmann Karl Theodor Huber als Obervogt vorstand, wurde Triberg dem Großherzogtum vor nunmehr 220 Jahren, am 22. November 1806, zugeschlagen, erzählte ein Kenner der Triberger Geschichte unserer Zeitung.

Bis dahin gehörte die „Herrschaft Triberg“ als Reichslehen zu Österreich. Die „badische“ Geschichte Tribergs begann im weitesten Sinne allerdings schon früher, denn am 25. Dezember 1805 verlor Österreich beim sogenannten „Preßburger Frieden“ den Breisgau und die Ortenau an Baden.

Ausschlaggebend war letztlich jedoch der ein Jahr später unter dem militärischen und politischen Protektorat Napoleons am 12. Juli 1806 in Paris vereinbarte „Rheinbund“, in dem sich 16 deutsche Fürsten zusammenschlossen und sich vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation lösten. Einer dieser Fürsten war Kurfürst Karl Friedrich von Baden, der später zum Großherzog aufstieg. Dessen Territorium erfuhr hierbei eine erhebliche Vergrößerung in den Grenzen, die bis auf wenige Korrekturen fast 140 Jahre lang bestand.

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Unter anderem wurde dem neuen Großherzogtum Baden als Amtsbezirk auch die damalige „Herrschaft Triberg“ mit den Gemeinden und Städten Furtwangen, Gremmelsbach, Gütenbach, Hornberg, Langenschiltach, Neukirch, Niederwasser, Nußbach, Reichenbach, Rohrbach, Rohrhardsberg, Schönwald, Schonach sowie das evangelische und katholische Tennenbronn, angegliedert. Am 22. November 1806 wurde das Großherzoglich Badische Oberamt Triberg gegründet. Aufgrund der großherzoglich badischen Gemeindeordnung wurde Triberg zur Amtsstadt erhoben.

Mühsame Arbeit, teure Sprengungen

Durch den rührigen und vorausschauenden Obervogt Karl Theodor Huber (geboren 1758,  verstorben am 16. März 1816), der bei seinen Bemühungen um eine Verbesserung der Lebensverhältnisse in seinem Amtsbezirk dem Fremdenverkehr eine bedeutende Rolle zuwies, erfuhr der frühe Fremdenverkehr eine erste gezielte Förderung. Etwa ab 1805 begann er mit der Erschließung der Wasserfälle. In mühevoller Arbeit und mit kostspieligen Sprengungen wurden anstelle eines gefährlichen Saumpfades gesicherte und gut begehbare Wege angelegt, die es Einheimischen und Fremden nun ermöglichten, Tribergs bedeutendste Naturschönheit gefahrlos zu besuchen und in voller Größe zu besichtigen.

Der Bau neuer Straßen wie die von Hornberg über Triberg zur Sommerau und der des Mittelabschnitts der Schwarzwaldbahn trug ebenso zu einer positiven Entwicklung bei, wie die in Deutschland ab etwa 1850 beginnende Industrialisierung und die Nutzung elektrischen Stroms ab etwa 1880.

Im Zuge einer Verwaltungsreform wurde der Amtsbezirk im Jahr 1924 aufgelöst und die Städte und Gemeinden den Landkreisen Villingen, Donaueschingen und Wolfach zugeordnet. Zugleich wurden nach und nach verschiedene Behörden und Dienststellen im Städtle aufgelöst oder verlegt: das Amtsgericht, die Nebenstelle des Arbeitsamtes, die Bahnmeisterei, die Güterabfertigung am Bahnhof sowie ein Bezirkskrankenhaus. Letzteres wurde in den 1950er-Jahren in ein städtisches Krankenhaus umgewandelt. Es stellte zum 30. April 1979 den Betrieb ein. Auch ein durch die Stadt Triberg erbautes selbstständiges Gaswerk, das im November 1913 den Betrieb aufnahm und neben Triberg auch St. Georgen und Schonach versorgte, wurde 1965 stillgelegt. Ein Notariat sowie eine Filiale der Landeszentralbank gingen ebenfalls verloren.

Wegen veränderter Bedingungen schlossen auch zahlreiche Betriebe und Geschäfte ihre Tore und Einwohner wanderten berufs- und strukturbedingt ab. Doch bei allen Höhen und Tiefen sei Triberg immer ein lebens- und liebenswertes Fleckchen Erde im Schwarzwald geblieben – das seit 220 Jahren badisch ist.