Wirtschaft in Schramberg: Werden 70 bis 100 Arbeitsplätze gestrichen? Das sagt Schweizer

Das Stammwerk der Schweizer Electronic AG in Schramberg-Sulgen
WegnerIn einer Mitteilung äußert sich die Schweizer AG in Sulgen zu drängenden Fragen zum Thema Stellenabbau.
Trifft es zu, dass über ein freiwilliges Ausstiegsprogramm Ihr Unternehmen Mitarbeitende zur Kündigung bewegen möchte?
Schweizer ist aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage insbesondere in der Automobilindustrie und die dadurch entstandene Unterauslastung des Produktionsstandorts Schramberg gezwungen, Kostenanpassungen vorzunehmen. Diese Anpassungen beinhalten leider auch die Anpassung des Personalkosten an die neuen Gegebenheiten.
Um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, hat SCHWEIZER vor einigen Wochen ein Freiwilligenprogramm gestartet, welches drei Bausteine beinhaltet. Diese sind a) die freiwillige Arbeitszeitabsenkung, b) Unterstützung bei freiwilligem vorzeitigem Eintritt in den Ruhestand sowie c) freiwillige Aufhebungsverträge.
Wie viele Mitarbeiter haben inzwischen davon Gebrauch gemacht?
Bislang haben eine mittlere zweistellige Zahl von Mitarbeitenden von den Angeboten freiwillig Gebrauch gemacht. Die Motivationen der Mitarbeitenden sind hier sehr unterschiedlich und gehen von der erstrebten Selbständigkeit über einen neuen Berufswunsch bis hin zu Weltreisen und Auswanderungen.
Trifft es zu, dass diesen pro Jahr Betriebszugehörigkeit 0,25 eines Monatslohns als Abfindung geboten wird?
Die Pakete sind sehr individuell und richten sich nach den persönlichen Rahmenbedingungen der anfragenden Mitarbeitenden, beispielsweise dem Zeitpunkt des gewünschten Austrittes. Die Möglichkeit der vorgezogenen Renteneintritte wird durch eine professionelle, externe Rentenberatung begleitet.
Trifft es zu, dass das Unternehmen bis 31.12.2025 wegen der mit dem Betriebsrat vereinbarten Kurzarbeit keine Entlassungen aussprechen kann?
Wir sind uns mit dem Betriebsrat einig, dass ein Freiwilligenprogramm im Gegensatz zu betriebsbedingten Kündigungen der richtige Weg ist, um die erforderlichen Ziele zu erreichen. Management und Betriebsrat sind sich ihrer gemeinsamen Aufgabe bewusst und arbeiten vertrauensvoll sowie sehr konstruktiv zusammen.
Trifft es zu, dass es um 70 bis 100 Arbeitsplätze geht, die die Geschäftsleitung abbauen möchte?
Die erforderlichen Einsparungen richten sich nicht nach der Anzahl der Arbeitsplätze, sondern nach den durch das Freiwilligenprogramm erzielten Einsparungen.
Trifft es zu, dass dazu noch die Mitarbeiter hinzukommen, die dieses und im nächsten Jahr in Rente gehen werden?
Die Anpassungen erfolgen in der Gesamtschau der vergangenen und auch zukünftigen Personalentwicklungen am Standort Schramberg.
Trifft es zu, dass diesen ebenfalls eine „Prämie“ geboten wird, um einen möglichen Verlust bei der Rente auszugleichen, wenn sie früher gehen?
Natürlich wird auch bei einem freiwilligen früheren Eintritt in den Ruhestand eine finanzielle Unterstützung gewährt.
Wie viele der künftigen Rentnerinnen und Rentner haben das Angebot angenommen?
Bislang hat eine niedrige zweistellige Zahl von zukünftigen Rentnern das Angebot angenommen. Das Interesse hierfür ist jedoch sehr hoch und wir können nicht allen Interessierten zusagen, über das Freiwilligenprogramm frühzeitig in Rente gehen zu können.
Trifft es zu, dass das Eigenkapital von Schweizer pro Monat um eine Million Euro schrumpft?
Die Eigenkapitalentwicklung kann dem Halbjahresfinanzbericht entnommen werden.