Vandalen in Schramberg-Sulgen
: In Kapelle Bank angebrannt

Das hätte noch viel schlimmer ausgehen können: Unbekannte haben in Schramberg-Sulgen in einer Kapelle eine Bank angebrannt und Kerzen umhergeworfen.
Von
Stephan Wegner
Oberndorf
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Die Ablage einer Kniebank ist angesengt, zudem wurden Kerzen herumgeworfen, und der Boden verschmutzt – zum Ärger der Betreuerin der 1911 erbauten Kapelle.

Wegner

Das hat sie in 50 Jahren nicht erlebt: Die Betreuerin der Kapelle in Hintersulgen war entsetzt, als sie nach zwei Wochen wieder nach dem Kleinod zwischen Siechengraben und Friedhof in Hintersulgen schaute: Eine Bank angebrannt, Kerzen umhergeworfen, auf dem Boden Erde aus den aufgestellten Blumen, Papier und Schmutz. Und zudem auch noch umhergeschobene Bänke – und möglicherweise sei auch versucht worden, den Opferstock aufzubrechen.

Normalerweise schaut die Sulgenerin, die ihren Namen nicht genannt haben will, einmal wöchentlich nach der Kapelle, die mit dem Kauf des Geländes beim neuen Friedhof vor Jahrzehnten ins Eigentum der Stadt Schramberg übergegangen ist. Damit hat sie die Tradition ihrer Mutter, die sich früher zusammen mit der ehemaligen Eigentümerin um die kleine Kapelle gekümmert hatte, übernommen.

Wenn sie einmal keine Zeit habe, dann würde sich auch schon ihre Tochter kümmern – und die Enkel seien ebenfalls oft schon beim Putzen und Richten dabeigewesen, erzählt sich die Sulgenerin.

Bei Polizei gemeldet

Doch was sie jetzt sehen musste, das hat sie schon getroffen. Denn bislang habe sie in all den Jahren in der etwas abseits liegenden Kapelle solche Probleme nie gehabt. Sie habe das Geschehen auch gleich der Stadt als Eigentümerin sowie der Polizei gemeldet.

Nicht ans Geld gekommen

Beim Opferstock sei zwar der Ziehgriff abgeschraubt und das Schloss mit Wachs zugeschmiert worden, indes an das – wenige – Geld, das sich darin befand, waren der oder die Täter wohl nicht gekommen.

Erde und Papier wurden verstreut und der Boden verschmutzt.

Foto: Wegner

Raum zum Gebet

Viel sei es nie, was als Ersatz für die Kerzen, die von Gläubigen angezündet würden, im Opferstock lande, aber einige Cent seien es oft. Dies zeige ihr, so die Betreuerin der Kapelle, dass Menschen zum Gebet dort einkehrten. Auch würden dort immer wieder Kerzen angezündet, so dass eigentlich immer ein Licht in der Kapelle brenne.

Kapelle bietet Schutz

Viele der Besucher, so schätzt sie, kämen nach Beerdigungen, wenn sie auf die nächste Runde des Bürgerbusses warten müssten, und sie bei schlechtem Wetter keine Möglichkeit hätten, sonst unterzukommen. Da die Leichenhalle abgeschlossen würde, biete die Kapelle eine gute Möglichkeit zum Schutz vor Regen oder Kälte und zur Einkehr.

Tatzeitpunkt unbekannt

Da die Betreuerin, weil sie ihr Auto wegen der Baustelle in der Mariazeller Straße „eingesperrt“ gewesen sei, sei sie jetzt eben erst nach zwei Wochen wieder in das Gebäude gekommen, so dass der Tatzeitpunkt zwischen Freitag, 18. Juli, und Freitag, 1. August, liegen könne.

Die einstigen Erbauer der Kapelle, Christina und Kasimir Häberle.

Foto: Wegner/privat

Beobachtungen und Hinweise in der Hintersulgener Kapelle nimmt die Polizei Schramberg, Telefon 07422/27 01-0, entgegen.

Info

Die Kapelle in Hintersulgen
war 1911 einst von Kasimir und Christina Häberle erbaut und 2011 umfassend renoviert worden.

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