Tierschutz vs. Narretei: So verstört ist die Hardter Katzenzunft wegen der Katzen-Kastrationspflicht

Sie evakuieren, sie beraten, noch besteht Hoffnung: Heiko L. (links) und Dirk L. von der Katzenzunft.
KatzenzunftSofort herrschte helle Aufregung. „Können wir überhaupt noch unbesorgt zur Fasnet“, lautete die bange Frage in einer hektisch einberufenen Krisensitzung.
In einem nicht ganz ernst gemeinten Gastbeitrag nehmen „die Lachenmaiers“ vom Vorstandsteam der Katzenzunft nun Stellung zum brisant-pikanten Thema.W Sie geben ihren Namen nur widerwillig preis – und das hat seinen Grund. Die beiden haben Angst, lebend in einer Falle gefangen zu werden und dann allerhand Scheußlichkeiten erdulden zu müssen.
„Die katzenhafte Leichtigkeit fehlt heute völlig“, klagen Heiko L. und Dirk L. Sofort wird deutlich: Das Thema Kastrationspflicht geht den beiden Katzenrolle spürbar an den Wadel.
Furcht vor Lebendfallen
„Wie wird wohl die Gemeinde Hardt damit umgehen? Werden wir in Lebendfallen gefangen, zum Beispiel beim Theater des Mandolinen-Orchesters?“, fragt sich Dirk L. „Warum kommt das Thema gerade jetzt hoch? Weil die Zunft wächst?“ schwant es Heiko L.
„Hoffentlich entspringt das Thema nicht von anderen Zünften, denen die Anmut und Schönheit der Hardter Katze gar unheimlich sein könnte“, lautet eine böse Vermutung. Oder hat gar der Ruf „Hau da Katz de Schwanz ab, hau en aber it ganz ab, los en noh a Stückle stau, dass se ka ge muuse gau?“ Neider auf den Plan gerufen?
Die Situation ist folgende: Eine wachsende Zahl freilaufender Katzen in vielen Gemeinden bringt unkontrollierte Vermehrung und Streunerpopulation. Daraus folgen Tierleid und Belastung von Tierheimen und anderer Tiere. Die Forderungen nach einer Kastrationspflicht nehmen zu.
Schramberg als heißes Pflaster
Richtig aus Sicht von Dirk und Heiko L. sei es, dass die Zahl der Hardter Katzen stark gewachsen ist und weiterwachsen werde. Jedoch sei zu bemerken, dass viele der Katzen in einer festen Beziehung und in Familie und Verein verankert seien. Auch würden alle Katzen nach einem Veranstaltungsbesuch durchgezählt und keine sei bisher auffällig lange abhandengekommen, versichert Heiko L.
Heikel wäre der Besuch des Fasnetsmontagsumzug in Schramberg – gibt es doch dort bereits eine Kastrationspflicht für Katzen. Es muss daher mit dem Schlimmsten gerechnet werden. „Wir gehen doch schon lediglich alle zwei Jahre dort hin, um andere Zünfte glänzen zu lassen“, hofft Dirk L. auf mildernde Umstände.
Gesund gefüttert
Unter dem Strich könne man beileibe nicht von einer Streunerpopulation oder von einer Überforderung von umliegenden Gemeinden durch Hardter Katzenrolle sprechen. Weiter sei festzuhalten, dass Hardter Katzen gesund gefüttert werden und kaum eine je dehydriert erschienen sei. Das Argument Tierleid verfange hier nicht. Und streng dem Motto „allen zu Freud, niemand zum Leid“ getreu, belaste man niemand anderen.
Man ist sich daher bei der Zunft sicher, Unterstützer zu gewinnen und ausschließen zu können, dass die Forderung der Kastrationspflicht den Hardter Katzenrolle betreffen wird, ja das Muusen auch weiterhin mit den dem Katzenrolle in die Wiege gelegten Verve und Esprit weiterverfolgt werden könne. Miau.
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