Tennenbronner Geschichte: Warum der Erzabbau am Mittelberg schon 1608 endete

Fritz Wöhrle (links) erklärt seine gesammelten Steine aus dem Bergbau.
Ziechaus- Erzabbau am Mittelberg: Frühe Stollen zeugen von Versuchen mit Kupfer, Silber und Eisen.
- Um 1530 gab es Stollenbau; 1608 endete der Bergbau und die Anlagen wurden stillgelegt.
- Eisen lieferte Material für Sensen und Nägel, Kupfer und Silber galten als zu wenig ergiebig.
- Abraum und teils offene Stollen sind noch sichtbar – der Zustand im Inneren ist unbekannt.
- Quellen am Mittelberg versorgten Gasthäuser und teils das Dorf, der Eiskeller ist verschlossen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Um 1500 wurden am Mittelberg in Tennenbronn erzhaltige Gesteinsbrocken entdeckt, die auf Kupfer- und Silbervorkommen am Nordhang hindeuteten. Löwenwirt Fritz Wöhrle hat durch eigene Untersuchungen die Lage und den Verlauf von mindestens zwei waagrecht verlaufenden Stollen ermittelt. Über seine Ergebnisse berichtete er bei einem Vortrag unter dem Titel „Vom Mittelberg ins Mittelalter“ im katholischen Pfarrsaal beim Heimathaus.
Nach Wöhrles Forschungen gab es um 1530 mehrere Versuche, die Erzvorkommen am Mittelberg mithilfe waagrecht in den Berg getriebener Stollen abzubauen. Doch bereits 1608 wurde der Bergbau wieder eingestellt und die Stollen wurden stillgelegt. Teilweise reichen sie mehr als 200 Meter tief in den Mittelberg hinein.
Offene Stollen
Das gewonnene Eisenerz wurde in Hammerwerken, unter anderem in Schramberg, zur Herstellung von Sensen und Nägeln verarbeitet. Die Kupfer- und Silbererze hingegen waren nicht ergiebig genug. Später wurden sie durch Erz aus Gruben in Schiltach ersetzt.
Noch heute liegt der Abraum des früheren Bergbaus am Hang vor den teilweise offenen Stollen im Wald. Dort finden kundige Spaziergänger immer wieder einzelne erzhaltige Gesteinsbrocken. Über den heutigen Zustand der Stollen ist nichts bekannt. Es wird davon ausgegangen, dass sie zu großen Teilen eingebrochen sind. Ein senkrechter Lüftungsstollen wurde bereits vor vielen Jahren zugeschüttet.
Eiskeller
Der Mittelberg war auch für die Wasserversorgung von Bedeutung. In diesem Bereich lagen mehrere Quellen, die unter anderem die Gasthäuser Linde und Adler, zeitweise auch das Dorf, versorgten. Darauf weist ein Schreiben des früheren Bürgermeisters Josef Kaltenbacher hin. Auch der Eiskeller der „Krone“ wurde über lange Zeit genutzt, ist inzwischen aber längst verschlossen.
Die frühen Versuche des Erzabbaus am Mittelberg bilden den historischen Bezugspunkt für die 1986 gegründeten Erzknappen, die ihre Herkunft auf diese Bergbaugeschichte zurückführen. Mit der Geschichte der Höfe beschäftigte sich Bernhard Fleig in seinem Vortrag „Vom Mittelberg ins Mittelalter“.