Simon Group in Aichhalden: Auftragsplus bei Indus-Beteiligungen – aber ein großes Risiko

Die Aichhalder Simon Group gehört zur Indus Holding AG.
WegnerDie Beteiligungen der Indus-Gruppe haben in den ersten drei Monaten 2025 einen Umsatz in Höhe von 402,4 Millionen Euro erwirtschaftet (Vorjahr: 410,1 Millionen Euro). Das angepasste EBITA belief sich auf 24,9 Millionen Euro (Vorjahr: 31,5 Millionen Euro). Die angepasste EBITA-Marge betrug 6,2 Prozent (Vorjahr: 7,7 Prozent). Darüber berichtet Indus in einer Mitteilung.
Segment Infrastructure
Im Segment Infrastructure stieg der Umsatz auf 136,4 Millionen Euro (Vorjahr: 131,9 Millionen Euro). Das angepasste EBITA lag bei 10,0 Millionen Euro (Vorjahr: 12,8 Millionen Euro). Ergebnisbelastend wirkten unter anderem höhere Personalkosten und die hohe Wettbewerbsintensität im noch schwachen Marktumfeld. Im Jahresverlauf erwartet Indus eine Verbesserung bei Marktnachfrage und Produktivität. Indus geht für das laufende Geschäftsjahr nun von einem moderat steigenden Segmentumsatz aus. Mit den Zukäufen von Kettler, einem Hersteller von Komponenten und Einbaugarnituren für den Rohrleitungsbau, und dem schwedischen Distributor Electro Trading hat Indus das Segment Infrastructure im ersten Quartal weiter gestärkt, wie es in der Mitteilung heißt.
Segment Engineering
Der Umsatz im exportstarken Segment Engineering lag bei 123,2 Millionen Euro (Vorjahr 129,4 Millionen Euro). Das angepasste EBITA belief sich auf 6,4 Millionen Euro (Vorjahr 10,2 Millionen Euro). Die gedämpfte Entwicklung spiegelt die erwartete allgemeine Investitionszurückhaltung infolge der internationalen Handelskonflikte wider. Indus geht auf Basis des soliden Auftragsbestands und einer partiellen Belebung der Nachfrage von einer schrittweisen Verbesserung im Jahresverlauf mit einem sehr starken vierten Quartal aus. Der Auftragseingang stieg im ersten Quartal um 19,5 Prozent. Indus hat für das Segment Engineering Anfang des Jahres den Bolzenschweißspezialisten HBS zugekauft.
Segment Materials Solutions
Der Umsatz im Segment Materials Solutions, zu dem auch die Aichhalder Simon Group gehört, belief sich auf 142,5 Millionen Euro. Im Vorjahr (148,6 Millionen Euro) war noch der Umsatz der Indus-Beteiligung Imeco enthalten. Das angepasste EBITA erhöhte sich leicht auf 12,7 Millionen Euro (Vorjahr: 12,4 Millionen Euro). Der Auftragseingang stieg vor allem bei den Unternehmen im metallverarbeitenden Bereich an.
Mehrere Segmentunternehmen mussten ihre Erwartungen infolge der US-amerikanischen Zollpolitik jedoch für die folgenden Quartale senken. Chinesische Exportkontrollen auf Wolframverbindungen führen außerdem zu einem Versorgungsrisiko bei einer Beteiligung, die Hartmetallwerkzeuge herstellt.
Sehr stark sinkendes angepasstes EBITA
Infolge dieser Effekte erwartet Indus für das Gesamtjahr nun einen moderat sinkenden Umsatz und ein sehr stark sinkendes angepasstes EBITA. Johannes Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Indus-Gruppe, wird in der Mitteilung wie folgt zitiert: „Die disruptive US-amerikanische Zollpolitik und die internationalen Handelskonflikte haben die allgemeine Unsicherheit am Markt deutlich erhöht. Im ersten Quartal haben sich unsere Beteiligungen gegen diese Herausforderungen flexibel behauptet. Positiv hervorzuheben sind der steigende Auftragseingang vor allem im Segment Engineering und die positive Umsatzentwicklung im Segment Infrastructure.“
Das Ergebnis nach Steuern erreichte 16,1 Millionen Euro (Vorjahr 10,3 Millionen Euro). Darin enthalten ist ein aperiodischer, positiver Steuerertrag von über 8 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie lag bei 0,63 Euro (Vorjahr: 0,38 Euro).
Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen
Der Free Cashflow betrug im ersten Quartal -23,6 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 6,1 Millionen Euro, da der saisonal typische Aufbau des Working Capital im Vorjahreszeitraum geringer ausfiel. Für das Gesamtjahr wird unverändert ein Free Cashflow von über 90 Millionen Euro erwartet. Die Eigenkapitalquote stieg zum 31. März leicht auf 38,8 Prozent (31. Dezember 2024: 38,7 Prozent), obwohl das am 4. März abgeschlossenen Aktienrückkaufprogramm das Eigenkapital im Berichtsquartal um 3 Millionen Euro reduzierte.
Prognose für das Geschäftsjahr 2025
Wie bereits kommuniziert, rechnet Indus für das laufende Geschäftsjahr mit einem Konzernumsatz von 1,70 bis 1,85 Milliarden Euro. Der Vorstand erwartet ein angepasstes EBITA von 130 bis 165 Millionen Euro. Die Prognose für die angepasste EBITA-Marge liegt bei 7,5 bis 9 Prozent.