Schweizer Electronic AG in Sulgen: Was Anleger jetzt wissen müssen

Ein Börsenwechsel soll Schweizer Electronic in Sulgen künftig einen sechsstelligen Betrag pro Jahr sparen.
Johannes Fritsche- Schweizer Electronic will vom regulierten Markt in das Segment Scale wechseln.
- Das Ziel ist eine jährliche Kostenersparnis im sechsstelligen Euro-Bereich.
- Gründe: niedrigere Börsen- und Beratungskosten sowie weniger interner Aufwand.
- Die Aktie bleibt über Xetra und weitere Freiverkehrsplattformen handelbar.
- Laut Unternehmen kein Zusammenhang mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der geplante Wechsel des Schramberger Leiterplattenherstellers Schweizer Electronic AG vom regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse in das Freiverkehrssegment Scale soll dem Unternehmen erhebliche Einsparungen bringen. Die jährliche Kostenersparnis liege „im sechsstelligen Euro-Bereich“, teilte Schweizer auf Anfrage unserer Redaktion mit.
Einsparungen
Der Vorstand von Schweizer hatte am Donnerstag angekündigt, die Börsennotierung vom General Standard des regulierten Marktes in das Segment Scale der Frankfurter Wertpapierbörse zu verlagern. Dazu sollen die erforderlichen Anträge bei den Börsen in Frankfurt und Stuttgart gestellt werden. Die Schweizer-Aktie soll auch nach dem Wechsel über Xetra und weitere Freiverkehrsplattformen handelbar bleiben.
Bei den Einsparungen geht es nach Angaben von Schweizer nicht allein um Börsen- und Beratungskosten. Hinzu kommt der erhebliche interne administrative und regulatorische Aufwand, der mit einer Notierung im regulierten Markt verbunden ist.
Scale ist speziell auf kleine und mittlere Unternehmen ausgerichtet und bietet aus Sicht von Schweizer einen angemessenen regulatorischen Rahmen für ein Unternehmen dieser Größe. Erleichtert wurde der Wechsel durch das im Februar in Kraft getretene Standortfördergesetz. Seither können Unternehmen aus dem regulierten Markt in einen sogenannten KMU-Wachstumsmarkt wie Scale wechseln, ohne ihren Aktionären zuvor ein öffentliches Erwerbsangebot unterbreiten zu müssen.
Transparent informieren
Mit dem Wechsel reduzieren sich regulatorische und administrative Anforderungen, die unmittelbar an die Zulassung zum regulierten Markt geknüpft sind. Welche konkreten bisherigen Berichts- und Compliance-Pflichten dadurch entfallen und welchen Anteil diese an der sechsstelligen Einsparung haben, bezifferte Schweizer nicht im Detail.
Das Unternehmen betont allerdings, dass die Kapitalmarktkommunikation auch nach dem Wechsel umfassend bleiben soll. Schweizer werde den Kapitalmarkt und seine Aktionäre weiterhin „transparent und kontinuierlich“ über die Entwicklung des Unternehmens informieren.
Für Anleger bedeutet der Schritt dennoch einen Wechsel in einen anderen regulatorischen Rahmen. Scale gehört nicht zum regulierten Markt, sondern zum Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse. Für die dort gelisteten Unternehmen gelten allerdings zusätzliche Transparenzanforderungen. Für institutionelle Anleger kann ein solcher Wechsel zudem von Bedeutung sein, wenn ihre Anlagerichtlinien nur Investitionen in Aktien aus dem regulierten Markt zulassen.
Kurzfristige Reaktion
Einen Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens gebe es laut Schweizer nicht. Der Segmentwechsel sei „keine kurzfristige Reaktion auf die aktuelle wirtschaftliche oder ertragsseitige Situation“. Ausschlaggebend sei vielmehr eine grundsätzliche Abwägung zwischen Aufwand und Kosten des regulierten Marktes und dessen tatsächlichem Nutzen für ein Unternehmen der Größe von Schweizer und seine Aktionäre.