Schweizer Electronic in Schramberg: Volle Auftragsbücher – doch eine Zahl macht nachdenklich

Die Schweizer Electronic AG aus Schramberg hat im ersten Halbjahr 2026 Umsatz und Auftragsbestand deutlich gesteigert.
Johannes Fritsche- Schweizer Electronic wächst im ersten Halbjahr 2026 deutlich – Umsatz 92,1 Mio. Euro.
- Auftragsbestand steigt auf 257,5 Mio. Euro, getrieben von Non-Mobility und Aviation/Defence.
- Automotive-Umsatz legt trotz Branchenflaute zu, EBITDA verbessert sich auf 0,2 Mio. Euro.
- Eigenkapitalquote sinkt auf 18,2 Prozent, Kapitalausstattung gilt als tragfähig.
- Prognose konkretisiert: Umsatz 170–185 Mio. Euro, bereinigtes EBITDA 3,3–4,0 Mio. Euro.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Schweizer Electronic AG hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich zugelegt. Der Schramberger Leiterplattenhersteller steigerte seinen Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,9 Prozent auf 92,1 Millionen Euro. Gleichzeitig füllten sich die Auftragsbücher laut Mitteilung deutlich: Zum 30. Juni lag der Auftragsbestand bei 257,5 Millionen Euro – 32,7 Prozent mehr als zum Jahresende 2025.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft außerhalb des klassischen Automobilbereichs. Der Umsatz mit Kunden aus dem sogenannten Non-Mobility-Bereich stieg um 30,6 Prozent. Ein wesentlicher Treiber war das Geschäft mit Aviation und Defence, das sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum vervierfachte.
Auch im Automotive-Geschäft konnte Schweizer trotz der anhaltenden Schwäche der Automobilindustrie wachsen. Hier legte der Umsatz nach Unternehmensangaben um 8,3 Prozent zu.
Ergebnis deutlich verbessert
Beim operativen Ergebnis konnte Schweizer Electronic ebenfalls Fortschritte verzeichnen. Das EBITDA stieg im ersten Halbjahr von minus 1,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 0,2 Millionen Euro. Werden Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 0,4 Millionen Euro herausgerechnet, ergibt sich ein bereinigtes EBITDA von 0,6 Millionen Euro.
Zur Verbesserung hätten insbesondere die Effekte des Restrukturierungsprogramms, eine höhere Bruttomarge und ein konsequentes Kostenmanagement beigetragen, teilte das Unternehmen mit.
Gleichzeitig bleibt die finanzielle Situation angespannt. Die Eigenkapitalquote sank von 21,4 Prozent zum Jahresende 2025 auf 18,2 Prozent zum 30. Juni 2026. Als Gründe nennt Schweizer unter anderem das negative Konzernergebnis und das gestiegene Working Capital. Die Kapitalausstattung bewertet das Unternehmen dennoch weiterhin als tragfähig.
Prognose für 2026 konkretisiert
Für das Gesamtjahr wird Schweizer Electronic nun konkreter – und beim Ergebnis vorsichtiger. Der Konzern erwartet 2026 einen Umsatz zwischen 170 und 185 Millionen Euro. Bislang hatte die Prognose bei 165 bis 185 Millionen Euro gelegen.
Beim bereinigten EBITDA wurde die erwartete Spanne dagegen deutlich eingeengt. Statt bislang 3,3 bis 6,0 Millionen Euro werden nun 3,3 bis 4,0 Millionen Euro erwartet. Auch bei der Eigenkapitalquote ist der Vorstand zurückhaltender: Zum Jahresende wird nun eine Quote zwischen 17 und 20 Prozent erwartet, nachdem bislang 20 bis 23 Prozent prognostiziert worden waren.
Jahresziele
Optimistisch stimmt das Unternehmen der hohe Auftragsbestand. Zusammen mit den für die zweite Jahreshälfte erwarteten Auslieferungen bilde dieser eine wichtige Grundlage dafür, die konkretisierten Jahresziele zu erreichen.
Für Schweizer Electronic sei damit ein erstes Halbjahr zu Ende, in dem vor allem die Nachfrage aus neuen und weniger konjunkturabhängigen Geschäftsfeldern für Rückenwind sorgte, heißt es weiter. Besonders das stark gewachsene Aviation- und Defence-Geschäft zeigt, dass der Schramberger Konzern seine Aktivitäten zunehmend breiter aufstellt. Gleichzeitig muss sich zeigen, ob sich das Umsatzwachstum im zweiten Halbjahr auch entsprechend im Ergebnis niederschlägt.