Schramberger Funkamateure
: Von der Burgruine in die halbe Welt

Der DARC-Ortsverband Schramberg P27 verbindet Geschichte, Natur und Technik.
Von
red/pm
Schramberg
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Innerhalb von zwei Stunden erreichten Funkamateure aus Waldmössingen 13 Stationen in vier Ländern.

privat
  • DARC-Ortsverband Schramberg P27 verbindet Geschichte, Natur und Technik im Amateurfunk.
  • Am Castle Day aktivierten Mitglieder die Hohenschramberg und erreichten 17 Verbindungen.
  • Fünf Watt, Sprechfunk und 40-Meter-Drahtantenne reichten für Kontakte in vier Länder.
  • Vom Römerkastell Waldmössingen gelangen in zwei Stunden 13 UKW-Stationen in vier Ländern.
  • COTA, SOTA, TOTA und POTA motivieren Einsätze an Burgen, Gipfeln, Türmen und in Parks.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Amateurfunk verbindet Technik, Natur und Abenteuer. Ob von Burgruinen, Berggipfeln, Türmen oder aus Parks: Funkamateure suchen gezielt besondere Orte auf, um von dort Kontakte in die ganze Welt herzustellen. Auch Schramberg und Umgebung bieten dafür ideale Voraussetzungen. Dass dafür nicht einmal viel Sendeleistung nötig ist, zeigten Funkamateure des DARC-Ortsverbands Schramberg P27 bei zwei Aktionen in diesem Jahr.

Die Arbeitsgruppe „Castle On The Air“ (COTA) hat zahlreiche historische Orte in der Region katalogisiert und mit eigenen Kennungen versehen. Dazu gehören die Burgruinen Hohenschramberg, Schilteck, Falkenstein, Berneck und Ramstein sowie Schloss Schramberg. Auch das Römerkastell Waldmössingen wurde im Verbund der Römerkastelle erfasst.

Das Prinzip ist einfach: Ein Funkamateur begibt sich mit tragbarer Funkausrüstung in die unmittelbare Umgebung eines solchen Ortes und nimmt von dort Kontakt zu anderen Funkstationen auf. Bei den Funkverbindungen wird die Kennung des jeweiligen Standorts verwendet. Die sogenannten „Jäger“ versuchen laut Mitteilung, möglichst viele dieser Kennungen zu sammeln. Wer eine bestimmte Anzahl an Verbindungen erreicht, kann in Stufen von jeweils 25 Kontakten ein Diplom erwerben.

Ein besonderer Termin ist der jährlich am 1. Mai stattfindende Castle Day. In diesem Jahr aktivierte der DARC-Ortsverband Schramberg P27 die Burgruine Hohenschramberg. Mit gerade einmal fünf Watt Sendeleistung, Sprechfunk und einer Drahtantenne für das 40-Meter-Band gelangen 17 Funkverbindungen. Die Gesprächspartner saßen in Deutschland, Österreich, Belgien und Frankreich.

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Experimente

Auch andere Orte bieten Funkamateuren besondere Möglichkeiten. Bei „Summits On The Air“ (SOTA) stehen Berggipfel im Mittelpunkt, „Towers On The Air“ (TOTA) widmet sich Türmen und „Parks On The Air“ (POTA) dem Funken aus Parks. So verbinden sich technische Experimente und Funkkontakte mit Aufenthalten in der Natur und der Erkundung interessanter Orte.

Daneben gibt es Wettbewerbe, sogenannte Contests. Bei diesen Funkveranstaltungen geht es darum, innerhalb einer vorgegebenen Zeit möglichst viele Stationen zu erreichen – auch über größere Entfernungen. Besonders bei Wettbewerben im UKW-Bereich kommt es darauf an, die Ausbreitungsbedingungen geschickt zu nutzen und möglichst viele Funkpartner zu erreichen.

Wie gut das auch mit geringer Leistung funktionieren kann, zeigte der DARC-Ortsverband Schramberg P27 am ersten Juni-Wochenende dieses Jahres. Vom Römerkastell in Waldmössingen aus wurden innerhalb von nur zwei Stunden mit fünf Watt Sendeleistung im Zwei-Meter-Band 13 Stationen erreicht. Die Kontakte reichten nach Deutschland, Frankreich, Tschechien und in die Schweiz.

Zuhören 

Amateurfunk ist nicht nur etwas für Menschen, die selbst senden möchten. Funkverkehr kann grundsätzlich auch von anderen mit geeigneten Empfangsgeräten mitgehört werden. Wer sich zunächst mit der Technik und den Abläufen vertraut machen möchte, kann sich so einen ersten Eindruck von der Welt des Amateurfunks verschaffen.

Der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) vergibt nach dem Nachweis entsprechender Grundlagen Hörerkennzeichen. Sie ermöglichen es, Empfangsbestätigungen auszutauschen und sogenannte QSL-Karten zu erhalten. Diese Karten dienen als Bestätigung dafür, dass eine Funkverbindung gehört beziehungsweise hergestellt wurde. Über die QSL-Vermittlung des DARC können solche Karten weitergeleitet werden.

Wer selbst auf Sendung gehen möchte, benötigt dagegen eine Amateurfunkzulassung und ein eigenes Rufzeichen. Der Weg über das reine Zuhören bietet Interessierten die Möglichkeit, sich zunächst mit den Abläufen vertraut zu machen, bevor sie selbst aktiv werden.

Zahlreiche Kontakte

Amateurfunk verbindet technisches Wissen mit Neugier, Ausdauer und dem Reiz, Menschen über große Entfernungen zu erreichen. Dabei braucht es nicht immer eine große Antennenanlage oder hohe Sendeleistung. Die Aktionen auf der Hohenschramberg und am Römerkastell Waldmössingen zeigen, dass auch mit tragbarer Ausrüstung und wenigen Watt zahlreiche Kontakte möglich sind.

Vielleicht ist Amateurfunk damit laut Mitteilung ein wenig wie das Musikhören von Vinylplatten oder das Lesen gedruckter Bücher: Immer wieder wird etwas für überholt gehalten, das sich dennoch behauptet. Und unter Funkamateuren gilt ohnehin ein augenzwinkernder Leitspruch: „Amateurfunk isses, wenn’s trotzdem tut.“