Schramberger Bildungslandschaft
: Steht der Schulcampus vor dem Aus?

Angesichts möglicher Kosten von rund 98 Millionen Euro prüft die Stadt Schramberg günstigere Lösungen. Das Thema beschäftigt den Gemeinderat.
Von
Karin Zeger
Schramberg
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Erhard-Junghans-Schule

Schramberg stellt die bisherigen Überlegungen zum Schulcampus angesichts hoher Kosten auf den Prüfstand - hier die Erhard-Junghans-Schule (ehemalige Realschule).

Karin Zeger
  • Schramberg prüft günstigere Alternativen zum Schulcampus, da bis zu 98 Mio. Euro im Raum stehen.
  • Verwaltung soll Modulbauten auf dem Schweizer Parkplatz ausloten – Ziel ist eine bezahlbarere Lösung.
  • Drei Varianten: Neubau für Verbundschule, nur für Erhard-Junghans-Schule oder Ersatz an der Graf-von-Bissingen-Straße.
  • Interims-Schule am Schweizer Parkplatz wird verworfen, da eine dauerhafte Nutzung geprüft werden muss.
  • Krankenhaus als Übergangsschule gilt als aufwendig und ohne Fördermittel, Empfehlung: keine Prüfung.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Steht der Schulcampus auf der Kippe? Bei ihrer nichtöffentlichen Haushaltsklausur Mitte Oktober haben sich die Mitglieder des Schramberger Gemeinderats darauf verständigt, angesichts der enormen finanziellen Herausforderungen Alternativen zu prüfen. Das geht aus einer Vorlage von Hochbau-Abteilungsleiter Etienne Seif hervor, über die der Gemeinderat am Donnerstag, 5. November, öffentlich beraten soll.

Zuletzt war für den Schulcampus eine mögliche Gesamtsumme von bis zu 98 Millionen Euro im Gespräch gewesen. Eine Größenordnung, die angesichts weiterer großer Investitionsvorhaben der Stadt kaum noch zu stemmen sein dürfte. In der Vorlage heißt es, die Realisierung des Projekts sei zusammen mit den übrigen geplanten Investitionen mit „extremen finanziellen Herausforderungen verbunden“. Deshalb sollen nun einfachere und günstigere Lösungen untersucht werden.

Drei Varianten

Konkret soll die Verwaltung prüfen, ob sich der Schulcampus oder Teile davon in Holzmodulbauweise auf dem Schweizer Parkplatz verwirklichen lassen. Das Ziel: das Vorhaben „bezahlbar(er) und damit realisierbar zu machen“, wie es in der Vorlage heißt.

Drei Varianten stehen zur Debatte. Die weitreichendste sieht einen Neubau für die Verbundschule aus Peter-Meyer-Schule und der gesamten Erhard-Junghans-Schule vor. Eine zweite Möglichkeit wäre ein Neubau für die gesamte Erhard-Junghans-Schule, während die Peter-Meyer-Schule bestehen bliebe. Die dritte Variante beschränkt sich auf einen Ersatz für die Schule an der Graf-von-Bissingen-Straße. Sowohl die ehemalige Realschule als auch die Peter-Meyer-Schule würden in diesem Fall erhalten bleiben.

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Für jede dieser Möglichkeiten soll die Verwaltung Kosten und weitere Rahmenbedingungen ermitteln. Wie teuer die einzelnen Varianten wären und wie groß die Einsparungen gegenüber dem bisherigen Campuskonzept ausfallen könnten, ist bislang offen.

Die Überlegungen zum Schweizer Parkplatz haben bereits Konsequenzen für ein anderes Schulprojekt. Eigentlich sollte dort während der Sanierung des Gymnasiums eine Interims-Schule in Modulbauweise entstehen. Anschließend hätten die Gebäude von anderen Schulen genutzt werden können. Der Gemeinderat hatte diese Lösung kurz vor den Sommerferien beschlossen. Weil die Prüfung einer dauerhaften Schullösung auf dem Schweizer Parkplatz einige Zeit beanspruchen wird, muss die Verwaltung die Pläne für eine kombinierte Interimslösung offensichtlich aufgeben. Für eine zeitlich begrenzte Ausweichschule und einen möglichen dauerhaften Neubau wäre der Platz damit nicht mehr wie ursprünglich vorgesehen verfügbar.

Krankenhaus-Nutzung?

Bei der Haushaltsklausur kam auch die Frage auf, ob das seit Jahren leer stehende Krankenhaus als Schulgebäude genutzt werden könnte. Der Standort war bereits 2018 im Rahmen einer Machbarkeitsstudie für den geplanten Schulcampus untersucht worden. Damals ging es allerdings um einen Abriss und anschließenden Neubau. Das Ergebnis fiel bekanntlich ungünstig aus. Eine Nutzung des bestehenden Krankenhausgebäudes als Interims-Schule wäre zwar grundsätzlich denkbar, müsste aber aufwendig geprüft werden.

Ein weiterer Nachteil: Die Schulbauförderung und andere Fördermittel können nach Angaben der Verwaltung nur für dauerhafte Lösungen eingesetzt werden, nicht für Interims-Schulen. Einen Umbau des Krankenhauses für eine vorübergehende schulische Nutzung müsste die Stadt deshalb vollständig selbst finanzieren. Hochbau-Abteilungsleiter Seif empfiehlt deshalb, auf die Prüfung des Krankenhauses als Interims-Schule zu verzichten. Sinnvoll wäre sie allenfalls, wenn die Stadt ernsthaft über das Gebäude als längerfristigen Schulstandort nachdenken würde.

Tagesordnung

Der Schramberger Gemeinderat kommt am Donnerstag, 5. November, um 18 Uhr zu einer öffentlichen Sitzung im Rathaus zusammen. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem der zweite Finanzzwischenbericht für 2026 und der Neubau der Sport- und Festhalle Tennenbronn. Dabei geht es um den Stand der Ausschreibung, mögliche Einsparungen und die Einhaltung des Kostenrahmens. Weitere Themen sind der Verkauf städtischer Gebäude und Grundstücke, das ehemalige Krankenhaus-Areal im Bühlepark sowie die Zukunft des Schulcampus Schramberg.